Bauarbeiten am Chemnitzer Hauptbahnhof
Deutsche Bahn startet millionenschweres Modernisierungsprogramm
Das Chemnitzer Modell ist ein zentrales Projekt im Verkehrsverbund Mittelsachsen. Es startete mit dem Ziel, dass die Fahrgäste aus dem Umland mit den Eisenbahnen direkt bis ins Chemnitzer Stadtzentrum umsteigefrei durchfahren können. In Chemnitz und in der Region laufen seither Arbeiten, um das Projekt voranzubringen. So werden zukünftig die Kunden aus Burgstädt, Mittweida, Hainichen oder Flöha bequem direkt ins Chemnitzer Stadtzentrum fahren können. Hierfür sind Streckensanierungen, Gleisanpassungen und der Umbau des Chemnitzer Hauptbahnhofs notwendig.
Berücksichtigt werden müssen bei Planung und Bau verschiedene Infrastrukturbetreiber ebenso wie unterschiedliche technische Vorgaben des Eisenbahn- und Straßenbahnbetriebes. Die beiden ungleichen Betriebsordnungen stellen hohe Ansprüche an die Planer. Sie müssen unterschiedliche Regelungen über Geschwindigkeiten, die Leit- und Sicherungstechnik sowie Einstiegs- und Bahnsteighöhen beachten.
Das Pilotprojekt
Das erste Großprojekt des Chemnitzer Modells wurde zwischen Chemnitz und Stollberg umgesetzt. Am 15. Dezember 2002 fuhr erstmals die City-Bahn Chemnitz auf der Pilotstrecke. Als Eisenbahn startet sie in Stollberg und verkehrt in Chemnitz nahtlos als Stadtbahn bis in die Innenstadt. 31 Mio. Euro investierten der Freistaat Sachen und der ZVMS in die Planung und den Bau. Weitere Finanzmittel stellte die CVAG für die innerstädtischen Strecken bereit. Der Erfolg gibt dem Einsatz recht: vor der Durchbindung bis ins Zentrum von Chemnitz fuhren täglich etwa 600 Fahrgäste auf der Strecke, heute sind es mehr als 5.600.
Moderne Infrastruktur im Chemnitzer Hauptbahnhof
Die meisten Regionalbahnen starten und enden noch immer im Chemnitzer Hauptbahnhof. Doch die Umsetzung des Chemnitzer Modells rückt mit den Bauarbeiten im Hauptbahnhof näher. Beide Großprojekte, das "Chemnitzer Modell" und der "Knoten Chemnitz" gehören zusammen, werden jedoch von verschiedenen Trägern umgesetzt. Seit Sommer 2009 modernisiert die Deutsche Bahn die Infrastruktur im Hauptbahnhof. In den kommenden fünf Jahren werden Gleis- und Sicherungsanlagen, Brücken und Weichen erneuert. Rund 90 Millionen Euro investiert dafür der Bund. Der Verkehrsverbund Mittelsachsen begann fast zeitgleich mit Umbauten am Hauptbahnhof zur Realisierung des Chemnitzer Modells. Das Querbahnsteiggebäude, der Gebäudeteil der heutigen Kopfbahnsteige 1 bis 4, wird aufgebrochen, so dass die Gleise der Stadtbahn in die Bahnsteighalle hinein verlängert werden können. Bis 2013 entstehen kurze, barrierefreie Übergänge zwischen den Stadtbahnen und den Zügen. Im ersten Schritt werden seit September die Büroeinheiten im Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs saniert. Wenn die Arbeiten Anfang 2010 abgeschlossen sind, dann beziehen die Mieter aus dem Querbahnsteiggebäude die neuen Räume.
Erschienen am 05.10.2009


