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Catherina, Katharina!

Jürgen Wagner empfiehlt ein radikales Vorgehen: "Wir müssen mit der Machete rangehen", sagt er. "Man muss die Legenden streichen." Wagner spricht von Katharina von Bora, deren Namen er manchmal "Catherina" ...

erschienen am 17.10.2014

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Kommentare
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  • 20.10.2014
    10:33 Uhr

    JürgenWagner: Notwendige Klarstellung: Es liegt mir fern, die Arbeiten von Herrn Liebehenschel „in Lächerliche“ zu ziehen. Im Gegenteil: seine Publikation von 1999 „Der langsame Aufstieg des Morgensterns von Wittenberg“ ist eine hübsch aufgemachte Studie und Erzählung über die Herkunft der Katharina von Bora, aber eben kein wissenschaftlicher Fachbeitrag, der einer eingehenden Prüfung standhielte. Die dort aufgezeigten Abstammungslinien väterlicherseits wiederholen lediglich eine schon vor 1935 als unzuverlässig abgelehnte Arbeit aus dem Jahre 1883 des Georg von Hirschfeld über die (angeblichen) Beziehungen Luthers und Katharinas von Bora zu seiner Familie. Beanstandet wird an den Vorstellungen von Hirschfelds und Herrn Liebehenschels vor allem, daß es an urkundlichen Belegen für sie mangelt.

    Im 7. Absatz des Artikels wird der Eindruck erweckt, ich sei der Auffassung, die leiblichen Eltern der Katharina von Bora seien der 1482 erwähnte Hans von Bora und "eine Katharina die Mutter". Hier wird mir gerade die althergebrachte Meinung unterstellt, die ich seit Jahren wissenschaftlich zu widerlegen suche. Zumindest wurden die unter www.von-bora.de ersichtlichen Graphiken, die den Forschungsfortschritt zwischen 2005 und 2011 anschaulich machen, nicht berücksichtigt.

    Obwohl ich die Autorin mehrfach auf den kürzlichen Zufallsfund einer bisher unbeachteten von-Bora-Lippendorf-Notiz aus dem Jahre 1500 (vgl. ZMFG 2014 S. 442) hingewiesen hatte, versäumt es der Beitrag leider, zu erwähnen, daß 2010 von mir eine in der reformationsgeschichtlichen Literatur bisher unbeachtete Urkunde aus dem Jahre 1531 veröffentlicht wurde, die Katharina von Bora zwar nicht ausdrücklich erwähnt, aber erklärt, warum die „Lutherin“ so viel Arbeit in das Lippendorf, ihrem wahrscheinlichen Geburtsort, nahegelegene Gut Zöllsdorf steckte. Es war ein „Erbdächlein derer von Bora“ (Luther). Der Beitrag erwähnt leider auch nicht, daß die mutmaßlichen Eltern der Katharina von Bora, nämlich der „gestrenge und feste Hans von Bor zu Lippendorf“ und seine Ehefrau Margarethe, bereits 1500 in einer kürzlich von mir wiederentdeckten Urkunde des Stadtarchivs Sagan/Niederschlesien erwähnt werden, über die bereits 1911 berichtet wurde. Wenn hier auch wieder das alte Problem auftritt, daß die Kanzleischreiber des 16. Jahrhunderts Personennamen häufig nur nach der umgangssprachlichen Übung notierten, kann wegen der Gleichnamigkeit der Ehefrau doch kein Zweifel bestehen, daß der Hans von Bora des Jahres 1500 mit dem Jhan von Bora des Jahres 1505 identisch, aber sehr wohl zu unterscheiden ist von dem Hans von Bora des Jahres 1482. Nur hierauf bezieht sich meine Überzeugung, nicht darauf, daß der Hans von 1482 und der Jhan von 1505 identisch seien, wie der Beitrag vermuten lassen könnte. Ein ernstzunehmender urkundlicher Beleg dafür, daß Katharina von Bora, die „Lutherin“ überhaupt irgendwelche persönlichen Beziehungen zu Hirschfeld bei Nossen hatte, wäre sicherlich ein diskussionswürdiger Fortschritt.
    Jürgen Wagner, Düsseldorf, www.von-bora.de

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