Bürgerinitiative geht für Freibad Zschopau Klinken putzen
Mitglieder stecken 7000 Infozettel für Bürgerbegehren in Briefkästen
Zschopau. "Klinken putzen", haben sich die Mitstreiter der Bürgerinitiative "Freibad Zschopau" (BI) am Wochenende vorgenommen. Nachdem sie 7000 Infozettel zur Unterstützung des Bürgebegehrens an nahezu alle Haushalte im Stadtgebiet verteilt haben, rücken sie am Samstag ab 15 Uhr erneut mit dem Klemmbrett unter dem Arm aus. "Wir wollen an jeder Wohnungstür klingeln und um Unterstützung unseres Anliegens bitten", kündigte am Mittwoch Frank Heyde von der Bürgerinitiative an.
Straßenweise wollen die etwa 15Mitglieder der BI die Stadt "durchkämmen", um die für den Bürgerentscheid erforderlichen 1400 Unterschriften zusammenzutragen. Frank Heyde hofft auf weitere Mitstreiter: "Treffpunkt ist 15 Uhr vor dem Alten Rathaus." Der Zschopauer hatte selbst zwei Tage Urlaub genommen, um die Faltblätter zu verteilen. Auch die rund 600 Euro für die Flyer hat die Initiative allein finanziert. "Die Spenden - bisher liegt uns erst die Bereitschaft für wenige Hundert Euro vor -möchten wir vollständig für den Bau verwenden", machte Heyde deutlich. Er ist optimistisch, dass die Unterstützung wächst: "Viele, die wir angesprochen haben, wollen erst sehen, dass sich etwas bewegt." Die Zustimmung Zschopauer Geschäfte, die Unterschriftenlisten auszulegen, sei groß gewesen: "Von knapp 60 haben sich bis auf zwei alle beteiligt."
Die Resonanz wäre auch sonst gut. Die Internetseite der Initiative verzeichne rund 100 Besucher pro Tag. Auch das persönliche Gespräch mit den Stadträten sei erfolgreich gewesen: 14 der 23 Räte haben das Bürgerbegehren bisher mit ihrer Unterschrift unterstützt. Das Begehren beinhaltet, dass für die Badsanierung auf den Umbau des Alten Rathauses verzichtet werden soll. Dabei hatte der Stadtrat erst im Januar seine Entscheidung korrigiert, die Mittel für das Rathaus zugunsten des Freibads zu verringern. Um das Gebäude zu sanieren und dafür die nur noch bis 2013 zur Verfügung stehenden Fördermittel zu nutzen, wurde die ursprüngliche Bausumme von zwei Millionen Euro wieder in den Etat eingestellt - und damit das Geld für das Bad gestrichen.
Für den Erhalt des Bades setzt die Bürgerinitiative auf einen Kompromiss. "Aufgrund der beschränkten Haushaltsmittel kommt eine Din-gerechte Vollsanierung nicht infrage", bekräftigte Frank Heyde. "Mit dem Gesundheitsamt des Landkreises und mit einem breiten Konsens der Stadträte wollen wir eine Möglichkeit finden, den Betrieb auch ohne die Aufbereitung zu ermöglichen. Das ist wohl die letzte verbliebene Chance für das Bad."
Eine Lösung, die bereits in der Stadtverwaltung diskutiert wurde. "Wir haben die Möglichkeit eines Badeteichs ohne Wasseraufbereitung und ohne Chemie ins Auge gefasst, so wie das beim Bierwiesenteich in Pfaffroda und im Naturbad Niederwiesa gehandhabt wird", bestätigte Oberbürgermeister Klaus Baumann. "Ich werde mir das demnächst einmal dort ansehen." Eine derartige Betreibung würde bedeuten, dass das Baden auf eigene Gefahr erfolgt, die Wasserqualität vom Landratsamt kontrolliert wird. "Aber auch das kostet Geld", gibt der Oberbürgermeister zu Bedenken.
Und Frank Heyde sieht damit auch die Sanierung des Alten Rathauses im Bereich des Machbaren: "Mit einem vernünftigen Aufwand sollten sich beide Vorhaben verwirklichen lassen."


