Alte Schulcomputer in der Kritik

Direktoren beklagen zunehmende Ausfälle - Stadtverwaltung sieht Investitionsbedarf von 2,2 Millionen Euro

Chemnitz. Chemnitz. Angesichts der rasanten Entwicklung des digitalen Schulnetzwerkes in Chemnitz und des Internets fordern Schulleiter die Anschaffung neuer Computer. "Die Technik ist veraltet und wird diesen Anforderungen bald nicht mehr gerecht", sagt der Direktor des Agricola-Gymnasiums, Erhard Hänel. Die Schulleitungen des Gymnasiums Einsiedel und des Goethe-Gymnasiums sehen ähnliche Probleme auf sich zukommen. Eine Stadt-Sprecherin bestätigte das Problem.

Nach Angaben der Stadtverwaltung ist die Computertechnik an einigen Schulen bis zu sechs Jahre alt. Das sei zugleich die angestrebte maximale Nutzungszeit, sagte die Sprecherin. An anderen Schulen sei die Technik moderner. Um die alten Computer auszutauschen, seien 2,2 Millionen Euro notwendig.

Laut Erhard Hänel sind die 70 Computer für das Schulnetzwerk am Agricola-Gymnasium sogar bis zu acht Jahre alt. "Wir brauchen dringend neue Computer, um den wachsenden Anforderungen des Schulnetzwerkes und des Internets weiter gerecht werden zu können", sagt Hänel.

Netzwerk verbindet Schulen

Das Schulnetzwerk ist ein Intranet, das die Computer von 85 Chemnitzer Schulen miteinander verbindet. Damit sollen die Datenverwaltung und der Unterricht zunehmend verbessert werden. An einigen Schulen werden beispielsweise Klassenarbeiten an den Rechnern geschrieben: Die Lehrer können die digitalen Hilfsmittel dafür festlegen und alle anderen Computerfunktionen sperren. Die fertigen Arbeiten werden automatisch im digitalen Ordner des Lehrers abgelegt. Treten Probleme mit dem Netzwerk auf, kümmert sich das Rechenzentrum der Stadt darum.

Das kommt öfter vor, als es den Schulen lieb ist. "Die Technik ist ein gewisses Problem. Wenn viele Computer genutzt werden, dauert die Datenübertragung manchmal unerträglich lang", sagt Peer Fiedler. Er ist Informatik-Lehrer und zugleich der Netzwerk-Verantwortliche am Gymnasium Einsiedel. Die stellvertretende Schulleiterin Kerstin Klein pflichtet ihm bei. "Auch wenn die Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum gut klappt, gibt es dennoch Netzüberlastungen", sagt sie. Bis zu sechs Jahre seien die Computer an der Schule alt.

Stadt räumt Probleme ein

Die Stadtsprecherin räumte Schwierigkeiten mit alter Technik ein. "Prinzipiell werden diese Computer auch moderner Software noch gerecht, problematisch sind aber die mit zunehmendem Alter auftretenden Hardwareausfälle", sagte sie. Einschränkungen im Unterricht könnten nicht ausgeschlossen werden.

Das Goethe-Gymnasium steht vor anderen Problemen. Die Computer für Schüler seien relativ neu und dem modernen Schulnetzwerk daher gewachsen, sagt Schulleiter Steffen Morgner. "Dafür ist das ganze digitale Verwaltungsnetz der Schulleitung mehr als überholungsbedürftig." In seinem Büro stehe beispielsweise ein neun Jahre alter Server. "Der Krach und die schlechte Luft sind ein unzumutbarer Zustand", so Morgner.

Weniger Geld für neue Technik

Für Neuanschaffungen sieht die Stadtverwaltung aber nur begrenzten Spielraum. Das Land Sachsen habe im vergangenen Jahr die finanzielle Förderung von Computertechnik eingestellt, so die Sprecherin. Bis dahin sei ältere Technik ersetzt worden. Förderfähig seien jetzt nur noch Servertechnik, Notebooks, und interaktive Wandtafeln. Außerdem sei die Modernisierung vom kommunalen Haushalt abhängig. Und um den steht es schlecht: Wegen der Wirtschaftskrise rechnet die Stadt bis 2013 mit einem ein Defizit von bis zu 150 Millionen Euro.

 
erschienen am 11.03.2010 ( Von Gregor Klaudius )
 
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