Mit ihrer Weihnachtsmann-Vermittlung hat die Arbeitsagentur Chemnitz Erfolgsgeschichte geschrieben: In 18 Jahren wurden bei 6000 Einsätzen etwa 10.500 Kinder beschenkt.
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Arbeitsagentur schließt ihr Weihnachtsmann-Büro
Vater Staat stellt Ruprecht-Vermittlung nach 18 Jahren ein
Chemnitz. Holger Franke* ist ein Weihnachtsmann der ersten Stunde. Als das Arbeitsamt vor 18 Jahren das Vermittlungsbüro für Rauschebärte in Chemnitz und im heutigen Landkreis Mittelsachsen eröffnet hat, ergriff er die Chance, weil er Freude an der Aufgabe hatte: "Ich hatte keine Familie, auch keine Freundin." Seither holte er sich stets von den Vermittlern aus der Arbeitsagentur seinen Einsatzplan für Heiligabend ab und beschenkte im Halbstundentakt Kinder: "Anfangs hatte ich bis zu zehn Auftritte am Tag. Das habe ich irgendwann zurückgefahren, weil das richtig Stress ist." Bei seiner Entlohnung orientierte er sich an der Empfehlung des Arbeitsamtes, 25Euro pro Auftritt.
In diesem Jahr aber ist Frankes Auftragsbuch noch leer. Nachdem er lange auf den Anruf aus der Arbeitsagentur gewartet hatte, kam die schlechte Nachricht, dass das Weihnachtsmann-Büro für den Raum Chemnitz und den Landkreis Mittelsachsen geschlossen bleibt. Für den 47-Jährigen, der als Angestellter arbeitet, ein Dilemma: "80Prozent meiner Termine habe ich von den Vermittlern bekommen." Franke überlegt jetzt notgedrungen, bei seinen Kunden direkt nachzufragen.
Dieser direkte Kontakt ist für viele Weihnachtsmänner seit Jahren Praxis und ein Grund, dass die Agentur ihr Büro nach 18 Jahren dichtmacht, erklärt Behördensprecherin Michaela Barthel. "Das Angebot hat sich zum Selbstläufer entwickelt. Viele unserer jährlich 40 bis 50Weihnachtsmänner und -engel hatten ihre Auftragsbücher bereits zu Beginn der Saison im November sehr gut gefüllt. Mitunter konnten wir kaum noch freie Termine vermitteln."
Obendrein sei in ländlichen Gebieten seit etwa zwei Jahren zunehmend der Fachkräftemangel spürbar: "Besonders in Wittgensdorf, Röhrsdorf, Euba, Kleinolbersdorf-Altenhain, Grüna, Mittelbach und im Freiberger Raum fehlten uns Anwärter für den Posten als Weihnachtsmann."


