Johannes Beermann, Staatsminister.Foto: Sächsische Staatskanzlei
Asylbewerberheim wird wieder größer
Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung, deren Kapazität zurzeit eingeschränkt ist, soll zur vollen Betten-Zahl zurückkehren
Chemnitz. Ab 2012 sollen wieder alle dem Freistaat Sachsen zugewiesenen Asylbewerber in den ersten Wochen ihres Aufenthalts am Adalbert-Stifter-Weg in Chemnitz untergebracht werden. Der genaue Termin im Jahresverlauf stehe allerdings noch nicht fest, sagte Landesdirektions-Präsident Dietrich Gökelmann gestern während eines Besuchs von Staatsminister Johannes Beermann in der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung. Weil zurzeit eines der beiden Unterkunftsgebäude am Adalbert-Stifter-Weg saniert wird, sind etwa 100 Asylbewerber provisorisch in der ehemaligen Jägerkaserne in Schneeberg einquartiert. Dieser Ausweich-Standort könne 2012 wieder geschlossen werden, so Gökelmann.
Wie viele Asylbewerber dann in Chemnitz untergebracht sein werden, könne zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch niemand sagen, da die Bewerberzahlen schwankten. Die Chemnitzer Einrichtung verfügt bei voller Kapazität über 520 Plätze und kann bei Bedarf auf 720 Betten ausgeweitet werden. Derzeit sind darin 130 Asylbewerber einquartiert. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrage vier bis sechs Wochen, bevor die Männer, Frauen und Kinder auf Städte und Landkreise verteilt werden.
Sein Besuch in der vom Malteser Werk betreuten Chemnitzer Einrichtung sei schon länger geplant gewesen, sagte Beermann, der die Sächsische Staatskanzlei leitet. Von der seit einigen Wochen gestiegenen Kriminalität im Umfeld des Heimes habe er gestern erstmals erfahren. "Die Bürgerinnen und Bürger von Chemnitz haben ein Recht darauf, sicher zu leben", sagte der Minister. Das zu gewährleisten, sei Sache der Polizei.
Nachdem Anwohner über mehr Einbrüche in der Nachbarschaft sowie Polizei-, Feuerwehr und Rettungsdiensteinsätze im Heim berichtet hatten, bestätigten Polizei und Freistaat am Donnerstag, dass die Probleme zugenommen hätten. Vier Asylbewerber aus dem Heim waren am selben Tag verhaftet worden, weil sie Einbrüche und Ladendiebstähle verübt haben sollen.


