LIM-Automotive-Mitarbeiter Steve Mehlhorn bei der Prüfung einer Spindel, die in einer Profilschleifmaschine bearbeitet wird.
Foto: Andreas Seidel
Automobilzulieferer errichtet neue Halle
Bis Ende August entsteht an der Oststraße eine 1000 Quadratmeter große Produktionshalle
Limbach-Oberfrohna. Limbach-Oberfrohna. Bisher produziert die Firma LIM-Automotive an der Straße des Friedens. Weil die dort zur Verfügung stehende Halle aber aus allen Nähten platzt, kaufte das Unternehmen im April vergangenen Jahres das Grundstück an der Oststraße 17a inklusive eines Bürohauses, des CS-Motels und des benachbarten Schulungszentrums. "Ganz automatisch sind wir so in die Rolle des Vermieters gerutscht, was wir so nicht vor hatten", sagt René Heinrich, Geschäftsführer der LIM-Automotive GmbH. Weil das Unternehmen aber nicht so viel Bürofläche benötigt, sollen die Räume an andere Firmen vermietet werden. Das ebenfalls auf dem Gelände stehende Haus eines ehemaligen Wohnheimes will René Heinrich allerdings wieder als solches nutzen.
Wichtiger Kunde aus Russland
Hauptgeschäftszweig der LIM Automotive GmbH ist und bleibt aber die Produktion von hydraulischen Steuereinheiten für Nutzfahrzeuge. "Der russische Nutzfahrzeughersteller Amo Zil wollte seine Servolenkung modernisieren und war auf der Suche nach einem Zulieferer", sagt René Heinrich. So wurden die Russen auf die Limbach-Oberfrohnaer aufmerksam, weil deren hydraulische Steuereinheit in das bereits vorhandene Gehäuse problemlos eingepasst werden konnte. "Abo Nil musste deshalb im Fahrzeug nichts umkonstruieren", bringt René Heinrich den Vorteil auf den Punkt.
Weitere Standbeine sind der Vorrichtungsbau mit eigener Konstruktion sowie die Serienfertigung von komplexen Bauteilen. 18 Mitarbeiter sind damit in der Halle an der Straße des Friedens beschäftigt. Fünf von ihnen wurden erst dieses Jahr eingestellt. Zehn weitere Einstellungen von CNC-Zerspanern sind noch in diesem Jahr geplant. "Wir werden rund 1,5 Millionen Euro in Halle und Maschinen investieren. Der Umzug in die neue Halle ist im August geplant", steckt René Heinrich die Ziele ab.
Bereits im vergangenen Jahr investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben 3,1 Millionen Euro in neue Maschinen. Produziert wurden diese in Dresden. "Wir sehen, dass wir unsere Maschinen in der Region kaufen", macht René Heinrich deutlich. Auch den Auftrag für die Halle hat ein Bauunternehmen aus Limbach-Oberfrohna bekommen.
Keine Auslagerung geplant
An eine komplette Auslagerung der Produktion von hier nach Russland denkt der Geschäftsführer von LIM-Automotive nicht. "Das Knowhow bleibt in Deutschland", versichert er. Russische Partner seien bereits mit 40 Prozent am Unternehmen beteiligt. Der Aufbau eines Joint Ventures in Russland sei außerdem geplant, was vor allem ökonomische Gründe habe, so René Heinrich. Wer 51 Prozent des Wertes eines Produktes in Russland schaffen würde, der könne die für die Produktion benötigten Teile zollfrei einführen.


