Ein Jahr nach dem Beginn des Abtragens der alten Fassade des Bahnsteiggebäudes ist derzeit die Zukunft zu sehen: Ein Muster der geplanten Fassadenkissen (rechts) steht vor der Bahnsteighalle. Die Lichtinstallation im Muster wird noch bis zum 20. September gezeigt.
Foto: Architekturbüro GRUENTUCH ERNST ARCHITEKTEN
Bahnsteighalle des Chemnitzer Hauptbahnhofs erhält Fassade wie Allianz-Arena
Mit der nachts von LED beleuchteten Außenhaut soll in der Stadt Neuland beschritten werden
Chemnitz. Mit dem Nahverkehrsprojekt Chemnitzer Modell erhält Lichtkunst in Chemnitz eine Plattform: Programmierbare Leuchtpunkte sollen voraussichtlich ab Ende 2013 Muster ans Bahnsteiggebäude des Hauptbahnhofes zeichnen.
Die Stahlstützen der Halle bleiben dafür erhalten. Ab Frühjahr 2013 werden auf der Konstruktion entlang von Georg- und Mauerstraße etwa 100 mit Folie bespannte Kissen befestigt, wie sie auf einem Muster an der Baustelle noch bis zum 20. September zu sehen sind: Durch die abwechselnde Verwendung von großen und kleinen aufgeblasenen Kissen erhoffen sich die Berliner Architekten Grüntuch Ernst und die Konstrukteure vom VMS um Chefplaner Matthias Korda eine "bewegte Fassade" auf einer Fläche von etwa 3800 Quadratmetern, wie Korda am Montag zur Vorstellung des Lichtkonzeptes beschrieb.
Tagsüber werde die Fassade milchig weich erscheinen. Nachts hingegen werden ein Stück der Mauerstraße zur Georgstraße hin sowie die gesamte Fassade der Georgstraße, durch deren Öffnungen ab Ende 2013 die Züge des Stadt-Umland-Verkehrs einfahren, halten und wieder ausfahren sollen, in Szene gesetzt. Dafür werden insgesamt 3850 Leuchtpunkte hinter den Foliekissen Muster erzeugen.
Die Architekten des Berliner Büros Grüntuch Ernst meistern mit ihrem Entwurf für die neue Fassade und ihre Beleuchtung bauliche und innovative Anforderungen, unterstrich Baubürgermeisterin Petra Wesseler: Die leichte, leuchtende Fassade mit ihren hitze- und feuerbeständigen Kissen künde bis in die Innenstadt hinein davon, dass die Chemnitzer in die Zukunft fahren. "Ein bisschen Großstadtfeeling für Chemnitz."
Das Material für die Kissen stammt von einem japanischen Hersteller, produziert werden die Kissen in Rosenheim bei München. Ganz in der Nähe steht ein Vorbild für die hiesige Fassade, wie Wesseler berichtet: "Die Allianz-Arena in München, die ebenfalls mit beleuchteten Fassadenkissen bestückt ist, haben wir uns extra vor Ort angeschaut." Mit Hinweis auf die energiesparenden LEDs an der Chemnitzer Fassade fügt sie hinzu: "Die Allianz-Arena ist ein Oldtimer gegen das, was hier gebaut wird."
Programmierung und Steuerung der Lichtinstallation wollen Künstler, Lichtplaner und Architekten noch erstellen. Beim VMS geht man davon aus, dass die Energiekosten nicht über 80Euro monatlich steigen. Auch bei den angesetzten Gesamtkosten von 32,5 Millionen Euro für den Umbau der Fassade und der ersten vier Bahnsteige des Bahnhofes bleibe es, sagte Matthias Korda.


14:07 Uhr
schnellleserin: ein schöner Bahhof hat was.
Aber zu einem Bahnhof gehören vernünftige Verbindungen, zum einen ans Nahverkehrsnetz zum anderem an den Fernverkehr.
An den Fernverkehr könnte über eine klug konzipierte richtig schnelle Verbindung nach Leipzig (evtl auch noch Richtung Nürnberg) Anbindung erreicht werden. (Ergänzend eine schnelle Verbindung zu denregionalen Flughäfen).
An den Nahverkehr würde ich mir als Kaßbergbewohner wünschen, dass der Bahnhof von einer Linie ohne weige Umsteigezeiten oder unklare Weiterverbindung erreicht würde
13:59 Uhr
Luzifer: Man muss nicht immer alles schlecht Reden! Sicher ist das nicht obere Priorität, aber wenn die Chance besteht hier mit wenig Mehraufwand etwas zu schaffen was dem Image der Stadt dient, dann sollte man das nutzen. Vielleicht findet die bahn das ja auch schick und schickt ihre Fernreisenden wieder über Chemnitz. Weil es eben mal auch was zu sehen gibt.
13:07 Uhr
PeKa: "Warum hat sich Jahre vorher die Politik nicht um den Bahnhof und die Fernbahnanbindung gekümmert?" Ganz einfach, weil die Chemnitzer glauben, dass alles Gute von selber passiert, ohne dafür einen Finger krumm machen zu müssen.
13:04 Uhr
hkremss: @ramon: Als täglicher Zugpendler und regelmäßiger Zugfernreisender wünsche ich mir auch eine bessere Fernverkehrsanbindung! Dennoch liegt doch die Hauptverantwortung dieser Misere nicht (allein) bei Frau Ludwig. Ihr Kommentar ist unkonstruktive an Wahlkampf grenzende Polemik und eröffnet einen weiteren überflüssigen Stadion/Museums-Thread.
13:03 Uhr
ramon: Wenn jedes Teilchen der Verwaltung sein eigenes Protz-Leuchttürmchen bauen will, kostet es am Ende immer das Geld des Steuerzahlers, egal ob Stadt, Bund oder Land das finanziert. Insoweit ist die mangelnde Kooperation von Bahn, OB, Land, VMS das Versagen der gesamten Verwaltung.