So soll das Stadion einmal aussehen.Foto: Archiv
Bürgerschaft bei Plänen für CFC-Stadion gespalten
Institut stellt Umfrage vor: Fans und Desinteressierte sind beim Neubau uneins
Chemnitz. Eine gespaltene Bürgerschaft macht das Meinungsforschungsinstitut Chempirica aus, wenn es um das neue CFC-Fußball-Stadion geht: Während sich unter den Fans und Sympathisanten des CFC eine große Mehrheit für einen Stadionneubau stark mache, stimmten Fußball-Desinteressierte und dem CFC neutral gegenüberstehende Personen eher nicht zu. Das hat eine Umfrage des Instituts ergeben, teilte am Montag der geschäftsführende Gesellschafter Ulrich Weiser mit.
Das Institut hatte die Chemnitzer aufgerufen, sich an der Online-Umfrage zu beteiligen. Anlass waren die von der Stadtverwaltung vorgestellten Umbau-Pläne des Stadions an der Gellertstraße, die einem Neubau gleichkommen. 4240 Teilnehmer beteiligten sich laut Weiser an der Umfrage. Etwa 1000 Fragebögen seien aussortiert worden, weil die Antworten unvollständig oder unplausibel gewesen seien. Die restlichen Teilnehmer seien in Gruppen eingeteilt worden, um die Ergebnisse sauber darzustellen - denn viele Teilnehmer stünden dem CFC nahe. Ausgemacht wurde die Gruppe 1 der Fans, die Gruppe 2 der Stadiongänger, Gruppe 3 der CFC-Sympathisanten und Gruppe 4 jener, die dem CFC neutral gegenüber stehen und Fußball-desinteressiert sind.
So sehen mehr als 95 Prozent der CFC-Fans und Stadiongänger die Notwendigkeit eines neuen oder modernisierten Stadions, ein Stadion-Neubau wird von 85 Prozent als gute Idee eingeschätzt. Bei den Neu-tralen und Desinteressierten findet ein knappes Drittel, ein modernisiertes Stadion sei nötig, aber nur 24 Prozent halten einen Neubau für eine gute Idee. Allerdings gibt es unter den CFC-Sympathisanten etwa ein Fünftel und unter den Neutralen und Desinteressierten zwei Drittel, die lieber eine neue Multifunktionsarena für Fußball und Leichtathletik gesehen hätten.
Die Höhe der Baukosten (23 Millionen Euro) und Miete für die Stadt (2 Millionen Euro jährlich) wird von der Mehrheit als angemessen beschrieben. Einzig die Gruppe der Neutralen erachtet beides als zu hoch. Dabei würde sich aber etwa die Hälfte der dem CFC nahe Stehenden wünschen, dass die Finanzierung auf mehr Schultern verteilt würde, um eine einseitige Belastung des städtischen Haushaltes zu vermeiden. In der Gruppe, die keinen Bezug zum Fußball oder CFC hat, sind 57 Prozent der Meinung, dass die Finanzierung vor allem zu Ungunsten der Stadt angelegt ist.
Am Donnerstag sollen die Ergebnisse offiziell der Stadtverwaltung vorgestellt werden.


09:08 Uhr
schnellleserin: @mkl81
Das mit den Familien ist aber so eine Sache.
Wir sind eine junge Familie und ich glaube, ob altes oder neues Stadion - was mich viel mehr von einem Stadionsbesuch abhält ist das Drumherum bei einem Spiel.
Solange Gewalt, Sauferei und Polizeieinsätze meinen Eindruck vom Fußball negativ beeinflussen, werde ich mich sehr weit weg von Spielen des Drittligisten halten.
Leider wird auch ein neues Stadion nicht dafür sorgen, dass nur noch angenehme, nicht alkoholisierte Fans da sein werden.
13:44 Uhr
mkl81: Ich kann die Skepsis, die dem neuen Stadion-Vorhaben entgegengebracht wird, wirklich nachvollziehen. Aber viel zu wenig wird m.E. in der öffentlichen Diskussion bislang betont, welche Chancen sich (für alle!) durch diesen Neubau und dieses neue Konzept bieten. Gerade diejenigen, für die Fußball im Osten ein schwarzes Loch ist, werden hierbei angesprochen und profitieren. Der CFC-Fan wird seiner Mannschaft beistehen, notfalls auch im unaufhaltsam verfallenden Fischerwiese-Hexenkessel. Doch gerade Familien, die nach einer unterhaltsamen Möglichkeit suchen, ihre knappe Freizeit gemeinsam zu verbringen, haben hier die Chance, dem Fußball in Chemnitz ein neues, zeitgemäßes Gesicht zu geben ? und sollten ?das neue Stadion für Chemnitz? auch als lohnende Investition sehen. Und die treuen Fans haben sich diesen Meilenstein ohnehin redlich verdient, denn es hat spürbar eine positive Entwicklung stattgefunden.
10:45 Uhr
schnellleserin: Grundsätzlich finde ich ein Stadion wichtig und sinnvoll.
Leider hat die Stadt aber noch viel andere Verpflichtungen und dazu gehören auch solche wie Kitas und Schulen, in denen unsere Kinder sehr viel Lebenszeit verbringen. Und solange es Schulen gibt, die in den vergangenen -zig Jahren nicht saniert wurden (bsp. Körperbehindertenschule) halte ich andere Aufgaben für vorrangiger.
Fußball ist für mich aber eine Sportart, die - wenn sie den Amateurbereich verlassen hat - sehr kommerziell orinetiert ist. Und hier sehe ich deutlich weniger die Kommune in der Pflicht.
Und ja, ich gestehe: wenn, dann ich bin ein Fan einer Lösung, die für verschiedene Sportarten nutzbar wäre.
12:12 Uhr
Hacketoni: Solche Diskusionen gibt wieder einmal nur in Chemnitz. Da haben sich ein paar wenige Freunde dieser Stadt, Pioniere, Visionäre zusammen getan und machten sich Gedanken um ein zukunftsfähiges Chemnitz, weil sie die Zeichen der Zeit erkannt haben. Es gibt nur ein Überleben mit profisioneller Arbeit in allen Bereichen. Sichere ,moderne und familientaugliche Fußballarenen sind kein Luxus sondern vielmehr Standarts in allen Städten Deutschland.Wenn wir dieses Stadion unseren Menschen dieser Stadt, Fußballtalenten, Sportfreunden, Sponsoren, Investoren, Familien und Kindern vorenthalten, überlegt selber, wo wir dann deutschlandweit stehen. Ach ja ihr Fußballdesintressenten, im Falle eines Nichtintresses, lieber erstmal dagegen sein. Danke im Voraus Euer Chemnitz