Burgstädt will Dorfschule retten
Stadträte entscheiden im September darüber, ob es den Eltern künftig selbst überlassen bleibt, ihr Kind in Burgstädt, Taura oder Mühlau einzuschulen
Burgstädt. Nachdem bekannt wurde, dass das Aus der Mühlauer Grundschule durch das Kultusministerium besiegelt ist, gibt es neue Pläne, die Dorfschule zu retten. Die Stadt Burgstädt und die Gemeinden Taura und Mühlau sollen ab Schuljahr 2013/14 einen gemeinsamen Schulbezirk bilden. Ob mit diesem neuen Vorschlag die Mühlauer Schule erhalten werden kann, konnte die Bildungsagentur Chemnitz am Mittwoch auf Nachfrage noch nicht sagen. Ein Sprecher will sich am Freitag dazu äußern.
Damit greift die Stadt Burgstädt auf ein Modell zurück, das bereits vor zwei Jahren zur Debatte stand, jedoch wegen der Eingemeindungspläne von Mühlau nach Hartmannsdorf ein Jahr später wieder verworfen wurde. Mit dem gemeinsamen Schulbezirk könnten die Eltern selbst entscheiden, ob sie ihr Kind in Burgstädt, Mohsdorf, Köthensdorf oder Mühlau einschulen lassen. Zur Ausschusssitzung am Dienstagabend wurde darüber kontrovers diskutiert, sagte am Mittwoch Burgstädts Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler). Es könne Burgstädter Eltern nicht vorgeschrieben werden, dass sie ihr Kind nach Mühlau schicken. Allerdings seien sich die Stadträte einig gewesen, dass die Schule in Mühlau erhalten werden müsse. Künftig sollten zwei erste Klassen in der Goetheschule und je eine Klasse in Mohsdorf, Köthensdorf und Mühlau gebildet werden. Der Burgstädter Stadtrat soll darüber zur Sitzung am 10. September entscheiden. "Wir als Schulträger sind zuständig für alle vier Grundschulen und wollen diese erhalten", ergänzte Naumann. Es liege jetzt an der Gemeinde Mühlau, das eine Jahr zu nutzen, um massiv für ihre Schule zu werben. Der Bürgermeister gab aber auch zu verstehen, dass Mühlau 2011 bei der Bürgerbefragung zur Eingemeindung hätte bedenken müssen, dass der Erhalt der Schule wichtig sei.
In diesem Jahr werden in Mühlau laut Bürgermeister Frank Rüger (parteilos) 19 Kinder eingeschult. "2013 haben wir bisher 13, also zwei zu wenig. 2014 sind es 16, danach 15 und ab 2016 deutlich über 20", fügte er hinzu. Die Schule mit Hort und vielen Angeboten sei attraktiv. "Zusätzlich kann ich mir vorstellen, dass wir einen persönlichen - für die Eltern kostenlosen - Hol- und Bringeservice einrichten", erklärte er. Wenn jemand sein Kind quer durch die Stadt zu Schule bringen müsse, werde er sicher über eine Abholung von der Haustür erfreut sein. Als Gegenleistung für die Burgstädter Unterstützung wolle sich Mühlau für den Erhalt der Diesterweg-Mittelschule einsetzen.


17:34 Uhr
fuxx: Das Umleiten von Schülern wegen voller Klassen in Schulen mit weniger Anmeldungen ist doch aber das genaue Gegenteil eines "leer ziehens von Schulen". Oder nicht?
12:59 Uhr
dreiermama: @fuxx: So wie du dir das vorstellst, läuft das aber nicht. Das letzendliche Entscheidungsrecht, an welcher Schule das Kind angenommen wird, liegt bei der Schulleitung/Bildungsagentur. Und wenn eine Klasse voll ist, dann wird keine zweite aufgemacht, sondern die Kinder werden an die andere Schule im erweiterten Schulbezirk umgeleitet. So sind die Tatsachen!!!
20:11 Uhr
fuxx: Mit den erweiterten Schulbezirken, werden Eltern nicht mehr gezwungen, ihr Kind in einer einzigen, festgelegten Schule anzumelden, sondern haben ein Mitentscheidungsrecht erhalten. Soll das jetzt schlecht sein?
Und wenn sich in der Folge Schülerzahlen zwischen den Schulen verschieben, dann deswegen, weil sich die betroffenen Eltern bewusst so entschieden haben...
09:16 Uhr
ChemB: Paßt nur auf, dass es am Ende nicht so wird wie in Chemnitz. Die Grundschulbezirke dienten dann am Ende nur, um Schulen leer zu ziehen und Klassen bis zur Obergrenze auszufüllen, um so Pädagogen und Schulpersonal (Hausmeister, Küche) einzusparen.
08:16 Uhr
schnellleserin: ich wünsche den Abgeordneten den Mut, sich für ein solches Modell zu entscheiden. Gerade für Grundschüler sind solch kleine Schulen durchaus eine sehr sinnvolle Angelegenheit