CFC-Trainer Gerd Schädlich ist wütend über die Stadionposse.Foto: Haertelpress
CFC-Trainer wütend über Stadionposse
Schädlich: Vorwurf der Piratenpartei ist Senf
Chemnitz. Gerd Schädlich sind die durch die Piratenpartei erzwungenen Verzögerungen beim Stadionprojekt des Chemnitzer FC auf den Magen geschlagen. "In mir brodelt es. Was gegenwärtig passiert, ist aus meiner Sicht eine Farce", sagte Schädlich während des Pressegesprächs der Himmelblauen am Donnerstag auf Anfrage der "Freien Presse".
Mit Zornesröte im Gesicht fügte der Fußball-Lehrer hinzu: "Es hat nichts mehr mit Demokratie zu tun, wenn man jedem Selbstdarsteller eine so große Bühne gibt. Leute außerhalb der Stadt machen sich schon über Chemnitz lustig."
Hintergrund dieser Aussage war die Information von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, dass das Stadionprojekt an der Gellertstraße vorerst auf Eis gelegt wird. Der Kreisverband der Piratenpartei hatte den Stadtratsbeschluss vom 5. Oktober zum Stadionbau beim Präsidenten der Landesdirektion wegen möglicher Befangenheit der Ratsmitglieder Eberhard Langer und Wolfgang Meyer angefochten. Beide Kommunalpolitiker gehören dem CFC-Aufsichtsrat an.
Zudem gab es Vorwürfe aus den Reihen des Stadtrates wegen der Video-Übertragung der Ratssitzung auf dem Neumarkt. Mitglieder des Gremiums hatten sich auf Grund der lautstarken CFC-Fans unter Druck gesetzt gefühlt. Beide Vorgänge werden von der Landesdirektion geprüft, was längere Zeit in Anspruch nehmen könnte. Schädlich bezeichnete den Befangenheitsvorwurf der Piratenpartei gestern als "Senf", für den ihm jegliches Verständnis fehle. Sportlich will der 58-Jährige mit seiner Mannschaft morgen bei Mitaufsteiger Darmstadt punkten. (ms/su)


18:57 Uhr
f1234: @fuxx:
"...Könnte Chemnitz, wie eine Vielzahl von Städten in anderen Bundesländern, bei der Finanzierung auf Fördermittel bauen, dann wäre es nicht nötig, berechtigte Interessen gegeneinander auszuspielen...."
Gebt uns also einfach nur unbegrenzt Fördermittel, dann können wir jeden Wunsch erfüllen und es gibt keinen Streit!
Mit Verlaub, aber jetzt wird´s schon ganz schön kindisch.
Nochmal für Sie: Geld wächst nicht auf Bäumen! Weder in Chemnitz, noch in Dresden oder Berlin.
In diesem Thread geht es um das Stadion, und nicht um andere Projekte, zu dem ich auch oftmals eine differenzierte Meinung habe. Dieses Projekt wird auch nicht dadurch besser legitimiert, wenn man nur lange genug darauf hinweist, dass ja an anderer Stelle auch Geld in zweifelhafte Projekte gesteckt wird.
Warum wird den hier der Umweg über die GGG bei der Finanzierung gewählt? Weil es eben keine Fördermittel dafür gibt.
Und warum?
Sicher nicht, weil eine große Verschwörung in Dresden oder der LD Chemnitz das Stadion nicht gönnt.
Nein, es gibt keine Fördermittel, weil die Finanzierung einer Profifussballmannschaft mit Steuermitteln als nicht förderwürdig angesehen wird. Die übergeordneten Behörden sehen dies nicht als Aufgabe einer Kommune an. Und schon dieser Fakt spricht dem Projekt jegliche Legitimation ab.
Ich gebe Ihnen ja gerne Recht, was die auf jeden Fall positive Wirtschaftsentwicklung der Stadt angeht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Großteil des städtischen Haushalts aus Zuwendungen besteht. Sprich, er wird an anderen Orten in Deutschland erwirtschaftet. Somit wird in letzter Konsequenz das Stadion zum größtenteil von den Steuerzahlern in Baden-Würtemberg, Bayern oder Hessen finanziert.
15:19 Uhr
fuxx: Herr f1234:
Das ist eben leider nicht egal. Die Stadt Chemnitz kann im Rahmen ihrer Möglichkeiten Ausgaben treffem und dafür müssen Prioritäten gesetzt werden. Fördermittel des Landes/Bundes/der EU sind dabei stets ein wichtiger Bestandteil in der Finanzierung. Das können Sie nicht wegdiskutieren. Hier geht es um eine kommunale Entscheidung. Und diese Entscheidung ist getroffen worden. Daneben ist oder wäre es eben auch die Aufgabe der sächsischen Politik für die ewntsprechenden Rahmenbedingungen zu sorgen. Könnte Chemnitz, wie eine Vielzahl von Städten in anderen Bundesländern, bei der Finanzierung auf Fördermittel bauen, dann wäre es nicht nötig berechtigte Interessen gegeneinander auszuspielen, oder?
Ist Ihnen schonmal aufgefallen, dass alle ihre ehrenwerten Argumente stets herhalten müssen, wenn es gegen das Stadion geht? Es wäre mehr als legitim, diese Messlatte an alle Entscheidungen der (Kommunal)-Politik anzulegen. Haben Sie hier schonmal Kritik an beliebigen anderen Ausgaben geäußert oder gelesen?
Sie dürfen weiterhin sicher sein, dass in der Stadt Chemnitz und durch die Bürgern der Stadt Chemnitz eine nicht zu geringen Wirtschaftsleistung erbracht wird. Und gerade darum sollte sich die Stadt auch nicht verstecken, wenn es um ihre eigenen Belange geht. Eine Frage, die sie nicht beantworten ist, wie es gelingt, Chemnitz auf Dauer attraktiv zu gestalten, zu einem Ort, an dem seine Bürger gerne leben und bleiben. Da steht die Stadt in einem harten Wettbewerb. Keiner nimmt Chemnitz von Sparanstrengungen aus, aber trotzdem ist es wichtig, die eigenen Interessen durchzusetzen. Wer attraktiv sein will, und bleiben will, der muss investieren.
09:04 Uhr
f1234: @fuxx:
Es ist am Ende völlig egal, ob Geld für irgendeine Leistung des Steuerzahlers vom Land, dem Bund oder der Kommune kommt. Letztendlich ist alles Steuergeld.
Argumentationen wie die Ihrige sind genau der Punkt, der uns alle in das finanzpolitische Schuldendesaster geführt hat. Wohltaten unter dem Druck der Strasse (respektive des Rathausplatzes) oder des Wählers versprechen, obwohl dafür schon lange KEIN Geld mehr da ist. Leute wie Sie denken immer nur an´s verteilen und selten ans erwirtschaften.
Natürlich haben wir den Beschluss der gewählten Volksvertreter zu respektieren, aber das heißt noch lange nicht, dass dieses Projekt richtig ist.
Dieses Stadion ist für die Entwicklung der Stadt Chemnitz weder notwendig noch bringt es der Stadt einen erkennbaren Mehrwert.
Es dient lediglich der Befriedigung von Partikularinteressen auf Kosten der nachfolgenden Generationen.
22:38 Uhr
acals: Danke HorrorBeetle für den Querverweis! Mir erscheint die Meldung insofern plausibel, als dass nach EKKO für jede Zusatzausgabe die Zusatzeinnahme nachgewiesen werden muss. Das wird die LD wohl insbesondere prüfen ...
Somit wird das Szenario der Neuverschuldung noch getoppt, es müssen also 2 Mio woanders her.
Aber in dieser Meldung geht um den CFC Trainer. Von Hr. Schädlich konnte man bislang mit Sicherheit den Hut ziehen, denn was er bereits geleistet hat ist toll.
Eine solche Äusserung, wie zitiert und umschrieben (Zornesröte) kann ich nun nicht nachvollziehen, ist es so gewesen degradiert dies auch Hr. Schädlich in meinen Augen.
Ich hätte mich gefreut wenn die Aussage von ihm so ähnlich gelautet hätte: "Wir versuchen hier etwas aufzubauen, wir versuchen für die Stadt etwas zu leisten - und da habe ich nur bedingtes Verständnis für das Infragestellen des Stadtratbeschlusses." Das klingt ganz anders, und auch so seriös wie ich es vorher erwartet hätte.
Wenn es denn so stark brodelt, dass Zornesröte hervorkommt - wenn also soviel innere Energie in - für den Trainer - Nebenbaustellen gestellt gesteckt wird, dann frage ich mich schon mit welcher Energie das Tagesgeschäft betrieben wird.
Es darf auch der Verweis erlaubt sein das Trainer, die geglaubt haben sie wären der Club, kein "langes Leben" mehr hatten ...
16:52 Uhr
HorrorBeetle: Warum bauen wir kein Modul-Stadion. Das kann nach belieben erweitert werden, wenn der CFC denn aufsteigen sollte, kostet bis dahin nur einen Bruchteil und bei Aufstieg kann der CFC sich dann, wie versprochen, beteiligen.
Es enstpricht den DFB-Auflagen, ist modern und ist m. E. ein sehr guter Kompromiss!
http://www.nussli.com/projekte/stadionbau.html?tx_ttnews%5Bpointer%5D=1&cHash=9a90cd4182
Bei der Gelegenheit möchte ich nochmals mit spitzen Fingern auf folgenden Artikel verweisen:
--"OB hat keine Ahnung von der Finanzierung"--
http://www.sz-online.de/Nachrichten/Chemnitz/OB_hat_keine_Ahnung_von_der_Finanzierung/articleid-2894884