Bei Kunex an der Beyerstraße in Altendorf wird trotz Zahlungsunfähigkeit weiter produziert.
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Chemnitz: 46 Kunex-Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze
Kunststoff-Verarbeiter ist in Zahlungs-Schwierigkeiten geraten - Trotzdem läuft der Betrieb an der Beyerstraße in Altendorf weiter
Chemnitz. Die Firma Kunex Kunststoff- und Verarbeitungs-Gesellschaft hat wegen Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Nach Angaben des vom Amtsgericht Chemnitz bestellten vorläufigen Insolvenzverwalters Rechtsanwalt Dirk Herzig beschäftigt das Unternehmen derzeit aber noch alle 46 Mitarbeiter, denn der Geschäftsbetrieb laufe unvermindert weiter. Nach "Freie Presse" vorliegenden Informationen soll die Belegschaft mehr als drei Monate keinen Lohn erhalten haben und bangt jetzt um ihre Arbeitsplätze.
Der vorläufige Insolvenzverwalter sieht aufgrund der nach seinen Worten "zufrieden stellenden" Auftragslage jedoch "recht gute Chancen" für den Erhalt des Unternehmens. Dafür würden alle gesetzlichen Möglichkeiten geprüft. "Im Moment gilt es, die Kunden und Lieferantenbeziehungen zu stabilisieren und die Liquidität für die Fortführung sicherzustellen", so Herzig auf Anfrage.
Als Grund für den Anfang Mai beim Amtsgericht Chemnitz gestellten Insolvenzantrag nennt der Rechtsanwalt Auftragsrückgänge. Kunex verarbeitet Kunststoffe unter anderem zu Dichtungsbahnen für den Mauerschutz, zu Profilen und Leisten für den Innenausbau und zu Fugenbändern.
Ein weiteres Produkt sind Kunststoff-Elemente für die Innenverkleidung von Kraftwerks-Kühltürmen. In diesem Bereich sei es in den zurückliegenden Monaten branchenweit zu Auftragsrückgängen gekommen.
Die damit verbundenen Verluste sowie lange Zahlungsfristen hätten bei Kunex zu Liquiditätsengpässen und letztlich zum Insolvenzantrag geführt. Bereits vor dem Insolvenzantrag hätten die Geschäftsführer eine Unternehmensberatungsfirma beauftragt, ein Sanierungsgutachten zu erstellen, sowie Gespräche mit Investoren zwecks Übernahme von Unternehmensteilen gesucht.
Diese außergerichtlichen Sanierungsbestrebungen hätten jedoch vor der Insolvenz nicht zu Ende gebracht werden können. Herzig habe unmittelbar nach seiner Bestellung Kontakt zu den möglichen Investoren aufgenommen.
Die Vorfinanzierung von Insolvenzgeld, das die Beschäftigten als Ausgleich für nicht gezahlten Lohn erhalten, habe die Chemnitzer Arbeitsagentur für April binnen weniger Tage bewilligt. Die Vorfinanzierung für Mai sei beantragt, so der vorläufige Insolvenzverwalter.
Herzig, der im Chemnitzer Büro der auf Insolvenzverfahren spezialisierten, bundesweit und international agierenden Rechtsanwaltsgesellschaft Schultze & Braun tätig ist, sei auf Vorschlag eines vorläufigen Gläubiger-Ausschusses zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Dieser Ausschuss überwache auch das eingeleitete Verfahren.
Kunex ist nach 1990 aus dem früheren VEB Orbitaplast hervorgegangen. Im April 2010 hatten Raik und Romy Döhler die Firma mit damals noch 70 Mitarbeitern von ihrem Vater Gerolf Döhler übernommen.

