Immer wieder kommt es an der Kreuzung Theater-, Mühlen-, Brückenstraße zu schweren Unfällen wie am 1. Dezember 2011: Dabei überschlug sich ein Auto, ein Mensch wurde eingeklemmt.
Foto: Haertelpress/Archiv
Chemnitz: Amt sucht Lösung für Unfallkreuzung
Mindestens in jeder zweiten Woche kracht es an der Querung Theater-, Mühlen-, Brückenstraße - Tendenz steigend
Chemnitz. Wegen der wachsenden Zahl von Unfällen an der Kreuzung Theater-, Mühlen-, Brückenstraße erwägt die Stadtverwaltung nun doch in nächster Zeit Bauarbeiten oder Änderungen der Verkehrsführung, um die Gefahr zu entschärfen. Ein Rathaus-Sprecher bestätigte auf Anfrage, dass im Tiefbauamt Abstimmungen laufen, "ob und mit welchem Aufwand die Situation an der Kreuzung doch kurzfristig für eine Übergangszeit verbessert werden könnte". Zu Einzelheiten will die Behörde nichts sagen, weil man in Gesprächen sei. Grundsätzlich sei aber der Wegfall von Abbiegemöglichkeiten und -spuren eine Variante an Kreuzungen, wenn die Ampelschaltung selbst nicht verändert werden soll.
Bislang hatte die Stadtverwaltung entsprechende Anregungen stets mit Hinweis auf den geplanten Umbau des Innenstadtrings, zu dem die Kreuzung gehört, für die Erweiterung des Schienenprojektes Chemnitzer Modell abgelehnt. Die Züge sollen über Brücken-, Bahnhof- und Hartmannstraße fahren. Sämtliche grundlegenden Änderungen an Verkehrsführung oder Ampelschaltung seien mit Ausgaben in sechsstelliger Höhe für einen kompletten Kreuzungsumbau verbunden, was im Zusammenhang mit der Investition für das Chemnitzer Modell unverhältnismäßig sei, hieß es aus dem Rathaus: Die Kreuzung müsste "kurze Zeit später wieder angepackt und für eine Straßenbahn komplett umgestaltet" werden.
Als Hauptunfallursache gilt der Konflikt von Linksabbiegern aus der Mühlen- in die Brückenstraße mit den auf der Theaterstraße entgegenkommenden Fahrzeugen. "Hauptproblem ist, dass die Linksabbieger nicht mit einem eigenen Signal sicher geführt werden", heißt es aus dem Rathaus. Die Unfallkommission von Polizei und Stadtverwaltung hatte bereits vor längerer Zeit beschlossen, dass eine Ampelphase für Linksabbieger einzurichten ist.
Die Querung gilt als einer von rund 110 Unfallschwerpunkten in der Stadt. 2011 gab es laut Polizeisprecher Frank Fischer 31 Unfälle mit neun Verletzten. 2012 wurden bis 20. Mai bereits 19 Unfälle mit fünf Verletzten aufgenommen.


15:52 Uhr
alandy: Als Linksabbieger von der Mühlenstrasse auf die Brückenstrasse sehe ich vor lauter Pollern auf dem Mittelstreifen kaum den Gegenverkehr. Diese Konstruktion wirkt wie ein Sichtschutz!?! Absenken-bessere Sicht! Müsste mit 5 Mann in 5 Stunden zu machen sein!?1? Auf gehts.......
13:09 Uhr
ML78: Ich hoffe, es wird schnell eine Lösung gefunden. Ich habe dort bereits mehrere Unfälle (zum Glück nicht direkt das Geschehen) gesehen - erst vor kurzem wieder, als Motorrad und Auto zusammengekracht sind. Dass da nicht schon längst etwas gemacht wurde, verwundert mich.
Einen Kreisverkehr halte ich an dieser Stelle für unsinnig... die Variante, die Linksabbiegespur auf der Mühlenstraße wegfallen zu lassen, allerdings auch. Eine eigene Linksabbiegeampelphase wäre aus meiner Sicht ok.
Ich hoffe nur, dass man nach der Umstellung als Autofahrer nicht verzweifelt. An der Kreuzung Müller-/Blankenauer Straße wurde vor kurzem auch die Ampelregelung geändert, da angeblich Unfallschwerpunkt und zur Optimierung des Nahverkehrs. Die Ampelschaltung ist dort im Zusammenspiel mit den benachbarten, ebenso überarbeiteten Ampelanlagen allerdings ein absoluter Graus. Ich weiß nicht, wann ich dort das letzte Mal in irgendeine Richtung ein Grün erwischt habe...
19:34 Uhr
max142: @Tourist:
Wer würde schon an der Zenti Fußgängertunnel benutzen?
Außerdem sind Kreisverkehre führ große Straßen wirklich nicht geeignet und ich bin im Vergleich zu dem Chaos was teilweise in Frankreich oder Italien herrscht sehr zufrieden mit unseren gesitteten Verkehrsverhältnissen.
Beim betrachten großer Kreisverkehre im Ausland würde ich außerdem stark bezweifeln ob diese zu einer Reduzierung der Unfälle führt.
08:11 Uhr
Jothade: Richtig!
Ich habe mir mal von einem Straßenbau-Ingenieur erklären lassen, dass Kreisverkehre nur bis zu einem bestimmten Verkehrsaufkommen leistungsfähig sind. Wie negativ sich das auswirken kann, sieht man an dem "funktionierenden" Kreisverkehr auf der B95 Richtung Hartmannsdorf: Wenn Fahrzeuge aus einer Richtung "wie auf einer Schnur aufgefädelt" kommen, bleibt der "Rest" stehen...
22:49 Uhr
gelöschter Nutzer: @HorrorBeetle:
Danke für die neue Erkenntnis. Ich wußte bisher nicht, daß Prag, Liberec, Paris und Reims Nester in Brandenburg sind.
Neu sind sicher auch die fliegenden Bahnen in der Theaterstraße/Hartmannstraße.
An der Zenti gab es sichere Fußgängertunnel, bis ganz Kluge nach Chemnitz kamen. Kaum waren die Tunnel verfüllt und schon gab es einen Toten.
Aus meiner Sicht hat Chemnitz schon zu viele rote Ampeln und nichts geht mehr.