So soll das sogenannte "Johanneskarree" in Chemnitz einmal aussehen. So soll das sogenannte "Johanneskarree" in Chemnitz einmal aussehen.

Foto: Stadt Chemnitz

Chemnitz: Baubürgermeisterin erwägt Einkaufszentrum am Johannisplatz

Petra Wesseler für baldige Entscheidung über letztes großes Baufeld der Innenstadt

Über die Zukunft des Areals zwischen Kaufhaus Schocken und Johannisplatz soll nach dem Willen von Baubürgermeisterin Petra Wesseler möglichst bereits im kommenden Jahr eine Grundsatzentscheidung fallen. "Ich würde die Fläche recht bald auf den Markt bringen", sagte Wesseler am Freitag bei der Vorstellung des neuen Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes, das der Stadtrat am 9. November verabschieden soll. Derlei Plänen müsste allerdings der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss zustimmen.

Wesseler zufolge gibt es für die laut Wirtschaftsförderung CWE "letzten freien Filetstücke" im Kernbereich der Innenstadt "sehr wohl" Interessenten. Dies sei unter anderem während der Münchner Immobilienmesse Expo Real Anfang des Monats deutlich geworden. Dort war das sogenannte "Johanneskarree" erneut präsentiert worden. "Wir schreiben das Baufeld aber erst dann aus, wenn es mehrere Bieter gibt, die verbindliche Zahlen und Nutzungskonzepte vorlegen", sagte sie.

Der bisher unter anderem von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig favorisierte Ansatz sieht vor, auf dem Areal die derzeit im Technischen Rathaus an der Annaberger Straße ansässigen Ämter und Behörden der Stadtverwaltung anzusiedeln. Die Bereiche im Erdgeschoss stünden dann - ähnlich wie im Bürgerhaus am Wall - für Einzelhandel zur Verfügung. Alternativ denkbar wäre laut Wesseler aber auch ein nahezu reines Einkaufszentrum analog der Galerie Roter Turm.

Das überarbeitete Einzelhandelskonzept attestiert der Innenstadt trotz einer guten Entwicklung in den vergangenen Jahren einen anhaltenden Nachholbedarf. Zwar habe sich Verkaufsfläche in der City seit 2005 um 21 Prozent vergrößert, doch falle ihr Anteil am gesamtstädtischen Einzelhandel mit elf Prozent noch immer viel zu niedrig aus. "In vergleichbaren Städten ist der Anteil um ein Drittel höher", konstatiert Christian Pilz, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt. Ziel der Stadt sei es, die bestehenden 60.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche im Stadtzentrum bis zum Jahr 2020 auf 80.000 Quadratmeter zu erhöhen.

Potenzial dafür sehen die Autoren der Studie von der Ham- burger Unternehmensberatungsfirma Dr.Lademann & Partner vor allem in der Neuansiedelung attraktiver Filial-Ketten mit Anziehungskraft. Etwa aus dem gehobenen Mode-Genre - beispielhaft genannt wird das Mode-Label Marc O'Polo - oder aus dem breitere Kundenkreise ansprechenden preisaktiven Bereich, wie er unter anderem von der in Deutschland noch kaum vertretenen Kette Primark aus Irland repräsentiert wird. Diese könnten im Wettbewerb mit den Einkaufszentren am Stadtrand das Einkaufen in der Innenstadt interessanter machen und zusätzliche Kunden in die City locken, so die Handelsexperten.

Geringfügig geänderte Regeln soll es künftig für die Ansiedlung von Einzelhandel außerhalb des Stadtzentrums und der knapp 30 definierten Versorgungszentren im Stadtgebiet geben. Nahversorger könnten es damit einfacher haben, neue Märkte zu eröffnen.

 
erschienen am 28.10.2011 ( Von Michael Müller )
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Kommentare
4
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  • 01.11.2011
    11:52 Uhr

    wundesknie: warum nur schon wieder ein einkaufstempel, müssen die leute hungern??? wo ist die industrie ?? Schaut mal nach leipzig.!!!

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  • 29.10.2011
    13:13 Uhr

    HorrorBeetle: Auch wenn ich dafür bin, dass dieses Grundstück endlich verbaut wird, so sehe ich es kritisch das technische Rathaus dorthin zu ziehen. Denn das derzeitige Gebäude wird dann nicht mehr vermarktbar sein. Aufgrund seiner inneren Architektur kann es ausschließlich für Behörden genutzt werden. Jedoch sind entweder alle Behörden in Chemnitz bereits in ein modernes Gebäude gezogen oder werden dies noch machen. Daher ist zu erwarten, dass es verfallen wird.

    Einer Einkaufspassage stehe ich zwar auch kritisch gegenüber, sehe dies jedoch lieber, als noch ein Behördenzentrum.

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  • 29.10.2011
    12:30 Uhr

    Jothade: ... jetzt ist die Katze aus dem Sack: Das Technische Rathaus zieht in die Innenstadt um!
    Damit ist das Ende des mit Fördermitteln erhaltenen Ascota/Buchungsmaschinenwerk-Geländes besiegelt.
    Eigentlich hatte ich schon erwartet, dass das Textima-Gebäude von der Stadt Chemnitz "belegt" wird.

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  • 29.10.2011
    12:04 Uhr

    gelöschter Nutzer: Die Frau Wesseler sollte sich mal um das Conti-Loch kümmern. Ich fahre jeden Tag an diesem Schandfleck vorbei.

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