Die Fahrgastzahlen der Linie 5, wie hier an der Stollberger Straße in Markersdorf, sinken seit Jahren. Die CVAG begründet dies mit Häuserabbrüchen, Bevölkerungsrückgang und höheren Ansprüchen der Nutzer. Die Fahrgastzahlen der Linie 5, wie hier an der Stollberger Straße in Markersdorf, sinken seit Jahren. Die CVAG begründet dies mit Häuserabbrüchen, Bevölkerungsrückgang und höheren Ansprüchen der Nutzer.

Foto: A. Seidel

Chemnitz: CVAG untersucht neue Route für Straßenbahnlinie 5

In den Bahnen zwischen Gablenz und Markersdorf sitzen zu wenige Fahrgäste

Chemnitz. Anfang der 1990er-Jahre waren jeden Tag deutlich über 30.000 Menschen mit der Straßenbahnlinie 5 unterwegs. Heute sind die Fahrgastzahlen zwischen den Stadtteilen Gablenz und Markersdorf auf weniger als die Hälfte gesunken. Damit ist die 12,2Kilometer lange Linie nach Einschätzung der CVAG eine der schwächsten im 35-Kilometer-Netz der Chemnitzer Straßenbahnen.

Die Verkehrsbetriebe haben daher jetzt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Planer sollen untersuchen, wie die Strecke in einigen Abschnitten geändert werden müsste, damit sie für Fahrgäste attraktiver und für das Unternehmen lukrativer wird, erklärt CVAG-Sprecher Stefan Tschök. Im Fokus stünden zwei Gebiete in Gablenz und in Markersdorf: "Dort hatten wir erhebliche Verluste bei den Fahrgastzahlen." Ursache seien zum einen großflächiger Abriss von Gebäuden in der Umgebung und der Rückgang der Bevölkerungszahl, zum anderen seien auch die Ansprüche der Nutzer gewachsen: "Vor 20 Jahren haben sie noch deutlich weitere Wege zu den Haltestellen in Kauf genommen", berichtet Tschök.

Zu weite Wege

Da sich eine Umkehr dieser Entwicklung auch langfristig nicht abzeichne, könne eine höhere Nachfrage nur durch die Anbindung von Wohngebieten erreicht werden, die derzeit abseits der Bahnstrecke liegen und daher nur unzureichend erschlossen seien. Beispiel Gablenz: "Dort untersuchen wir ein Viertel im Umkreis des Gablenz-Centers, das im Norden und Osten von der Straßenbahntrasse, im Süden von den Plattenbauten an der Albert-Jentzsch- und von der Liddy-Ebersberger-Straße sowie im Westen von der Gartenstadt mit der Straße Krumme Zeile und Kreherstraße begrenzt wird", so der Unternehmenssprecher. Der Haken: Insbesondere auf dem Abschnitt zwischen Gablenzplatz und Pappelhain verlaufe die Strecke hinter Häusern, von denen es keinen direkten Zugang gibt.

In Markersdorf hingegen geht es um eine Fläche im Umfeld des Vita-Centers, zwischen Wladimir-Sagorski-Straße sowie Südring im Norden, Markersdorfer Straße im Süden und Burkhardtsdorfer Straße im Westen: "Zwischen Markersdorfer Straße und Vita-Center fährt die Bahn teilweise am Südring lang, wo niemand einsteigt."

Mit Hinweis auf die laufende Untersuchung will Tschök zu Lösungsvorschlägen ebenso wenig sagen wie zum Zeitpunkt für einen möglichen Umbau. Derzeit gehe es darum, Vorarbeiten für eine Planung zu machen, falls das städtische Unternehmen später Geld und damit Möglichkeiten zum Bauen habe. Im Mittelpunkt stehe im Moment die Suche nach verkehrlich und wirtschaftlich machbaren Varianten der Linienführung. Das Unternehmen argumentiert nicht nur mit dem umweltfreundlichen Betrieb von Straßenbahnen, sondern auch mit ihrer Kapazität. "In einen Bus passen 100Menschen, mit einer Bahn können wir alle zehn Minuten 180Fahrgäste befördern."

 
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Chemnitz: CVAG untersucht neue Route für Straßenbahnlinie 5
Idee auch für Kaßberg-Strecke
 
erschienen am 24.07.2012 ( Von Grit Baldauf )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
13
(Anmeldung erforderlich)
  • 29.07.2012
    16:17 Uhr

    Freak: @Jothade: als Beiwagen auf der Linie 3 wurden eine Zeit lang Gothatypen eingesetzt, da diese Wagenkästen auf die alte Spurweite gesetzt werden konnten (Triebwagen aber nie). Die Triebwagen waren zum größten Teil bei Waggonbau Busch Bautzen hergestellt. Einige wurden bei Carl Weyer & Cie Düsseldorf hergestellt - es gab aber auch Eigenbauten, z.B. von der Firma Pöge Elektrizitäts AG Chemnitz. Dazu würde ich Dir/Ihnen auch mal einen Besuch im Straßenbahnmuseum Chemnitz in der Zwickauer Straße empfehlen (samstags von 10:00 - 18:00) - hochinteressant!!!

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  • 29.07.2012
    15:02 Uhr

    Jothade: Wenn das so ist - ich mag nicht bestreiten, was ich nicht genau weiß. Meine "Kenntnis" war, dass auf den "alten Linien", die in der Smalspurbreite von Chemnitz gesprut waren, wie also die 8, die 1, die 3 und die 4 (nicht die 5 und die 2) Wagen eingesetzt gewesen wären, die anno dazumal in Gotha hergestellt worden wären.
    Ich lasse mich also gerne von Fakten überzeugen. Vielleicht kannst Du mit angeben, wer tatsächlich der Hersteller der "hochgelegten" Wagen gewesen ist? Ich kann mich noch daran erinnern, dass das "Bedienungspult" der Wagenführer in den Triebwagenvon der Firma SIEMENS stammte (das stand zumindestens in Guss gegossen so drauf).

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  • 28.07.2012
    20:16 Uhr

    Freak: @jothade: kleine Korrektur -> auf der 8 sind niemals Gotha-Wagen gefahren; die 8 hatte eine Spurweite von 925mm und die Gotha-Wagen wurden mit einer Spurweite von 1.435mm (Regelspur) nach Karl-Marx-Stadt geliefert. In die alten Triebwagen mit der Spurweite von 925mm hätten die neuen Antreibsmotoren EM60 gar nicht reingepasst, da diese eine Mindestspurweite von 1.000mm benötigen - Folge: man hätte für die Nutzung von Gotha-Triebwagen auf der Linie 8 diese ebenfalls umspuren müssen, was jedoch aufgrund des "billigeren" Buseinsatzes nicht geschah; man hat die 8, wie die 3, bis zum absoluten Verschleiß gefahren

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  • 26.07.2012
    11:12 Uhr

    ChemB: Ich finde, dass es zu wenige Schnittstellen zwischen Bahn und Bus gibt. Vielleicht sollte man sich ein Konzept überlegen, um "Zubringerstrecken" per Bus von Wohngebieten abseits der Straßenbahnlinien einzurichten und so UmsteigeKnoten bilden.

    Jetzt Millionen in den Kaßberg zu vergraben, dazu noch monatelange Baustellen, dauerhafte Verkehrswegänderungen, Kauf neue Straßenbahntypen,... ==> unnötig.

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  • 26.07.2012
    11:05 Uhr

    Ballfreund: Die Idee, alte Trassen zu verlegen oder zu verlängern ist sicher nicht falsch. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Verlegung der Trassen in Gablenz oder am Südring auch wirtschaftlich Sinn macht. Wie lange muss so eine Bahn auf der neu verlegten Trasse dann verkehren, um die Mio-Kosten (5, 10, ??) für den Trassenumbau einzufahren? Am Ende erhöht der VMS wieder die Preise - und die Anzahl der Fahrgäste reduziert sich erneut. Ein Fakt, der leider auch im FP-Artikel mit keinem Wort erwähnt wird. Ab 1. August werden wir für eine Kurzstrecke 1,50 Euro bezahlen müssen. Das sind 3 Mark für eine Fahrt über (max.) 4 Haltestellen! Normal ist das nicht. Wer da nicht freiwillig läuft, ist entweder alt und nicht mehr gut zu Fuß oder nicht mehr ganz bei Trost!

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