Mit dem Umbau der Alten Aktienspinnerei zur TU-Zentralbibliothek wollen Stadt und Freistaat den Stadtumbau in Chemnitz beschleunigen.
Foto: Andreas Truxa
Chemnitz: Campus in der Innenstadt - Freistaat peilt Baustart 2014 an
Im Juli soll ein Architektenwettbewerb zum Umbau der TU-Zentralbibliothek beginnen
Chemnitz. Mit der Planung und Finanzierung stellt der Freistaat die Weichen, damit der City-Campus an der Straße der Nationen ab 2014 entstehen kann. Das zuständige Finanzministerium bestätigte jetzt auf Anfrage der "Freien Presse", dass der Baubeginn im übernächsten Jahr vorgesehen ist - jener Termin, den die Rathausspitze in ihren Verhandlungen favorisiert hatte.
Kern der Pläne für die Erweiterung der Technischen Universität in der Innenstadt ist eine Zentralbibliothek im Gebäude der ehemaligen Aktienspinnerei. Für den Umbau soll im Juli ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden, sagte Stephan Gößl, der Sprecher im Sächsischen Finanzministerium. Die Kosten sind nach seinen Worten noch nicht abschließend ermittelt, würden aber in einer Größenordnung von etwa 150.000 Euro liegen.
Im Jahr 2013 könne das beauftragte Architekturbüro mit den Planungen beginnen. Für 2013 sei dann Geld dafür sowie für den Baubeginn vorgesehen, so Gößl: "Ab 2014 bis 2016 sind Haushaltsmittel für die Baudurchführung vorgesehen." Details nannte der Ministeriumssprecher nicht. Die genaue Aufteilung der Zahlungen könne noch nicht mitgeteilt werden, da die Haushaltsverhandlungen dazu noch nicht abgeschlossen seien, sagte er. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig lobte die Terminplanung dennoch als klares Bekenntnis des Freistaates, der die Vision vom Innenstadt-Campus in die Tat umsetzen und dabei die Vorstellungen der Stadt aufgreife.
TU-Einrichtungen im Foyer
Mit dem Architektenwettbewerb sollen nach Gößls Worten die Grundlagen für eine weitere Konzentration von Einrichtungen der TU am Innenstadt-Campus geschaffen werden. Neben einer gestalterischen Lösung für die Umnutzung der Aktienspinnerei würden Konzepte unter anderem für die Unterbringung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften sowie für Hörsäle und Seminarräume untersucht.
Inzwischen lägen auch die Ergebnisse von Beratungen mit der Universität über eine erweiterte Nutzung des Foyers des alten Spinnereigebäudes vor. Dort wolle die Uni ihr Lehrangebot gegenüber der Öffentlichkeit stärker als bislang darstellen, so Stephan Gößl: "Ein Teil der Erdgeschossflächen ... bieten das Potenzial, beispielsweise für Einrichtungen der Studienberatung, für ein Zentrum für Wissenstransfer und für Ausstellungen genutzt zu werden."
Konkreter werden auch die Pläne für den Busbahnhof. Nachdem Finanzminister Georg Unland angekündigt hatte, dass bei der Detailplanung das städtebauliche Konzept für das Umfeld des künftigen Innenstadt-Campus erneut unter die Lupe genommen werden soll, könnte dort nach Gößls Worten ein "Campusplatz am Schillerpark" entstehen und das Viertel aufwerten. Er würde "eine attraktive räumliche Verbindung zwischen der Zentralbibliothek in der Aktienspinnerei und den Universitätsgebäuden an der Straße der Nationen schaffen".
Campusplatz am Schillerpark
Gemeinsam mit der Stadt verfolge man die Vorstellung, das Gelände des Busbahnhofes für eine universitäre Nutzung mit heranzuziehen: Zum einen biete dieser Bereich eine attraktive Campusfläche. Zum anderen könnte das Gelände als Standort für weitere Gebäude der Universität genutzt werden."
Insbesondere die Unterbringung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften sei nach bisherigen Untersuchungen nicht in der Aktienspinnerei möglich, sodass die Option von ergänzenden Neubauten mit im Wettbewerb untersucht werden soll, so Gößl.

