Das monumentale Wandbild "Helmets for Peace" vor seiner Zerstörung: Deutlich sind die Stahlhelme zu erkennen, die die Einbrecher vom Kunstwerk abgerissen und mitgenommen haben. Foto:
Foto: Archiv/Ronny Rozum
Chemnitz: Einbrecher zerstören monumentales Kunstwerk
Diebe nehmen Wandbild "Helmets for Peace" des in Ungarn geborenen Künstlers Batuz auseinander
Chemnitz. Das Kunstwerk misst elf Meter in der Breite und fünf Meter in der Höhe. Es zeigt eine gelbe und eine blaue Fläche, die durch eine Linie getrennt sind. Die beiden Areale stehen für die Territorien von zwei Ländern, die Linie symbolisiert die Grenze. Auf den Flächen waren einst überall Stahlhelme zu sehen, sie sollten ein Gleichnis sein für die kriegerische Auseinandersetzung um diese Grenze. Mittlerweile ist das Werk mit dem Titel "Helmets for Peace" (Helme für den Frieden) zerstört, die Helme sind verschwunden.
Geschaffen hat das monumentale Wandbild ein Künstler, der 1933 in Ungarn geboren wurde und der sich schlicht Batuz nennt. Seine Bilder hängen im Guggenheim-Museum in New York, in der Nationalgalerie Berlin und im Museum für moderne Kunst in Buenos Aires. Der heute 79-Jährige ist ein Globetrotter, der in Argentinien lebte und in den USA und mittlerweile in Chemnitz zu Hause ist. In Chemnitz war auch das monumentale Werk untergebracht - im Reglerhaus des ehemaligen Gaswerks an der Saydaer Straße. Der frühere Stadtwerke-Chef Karl-Gerhard Degreif hatte Batuz die Halle überlassen. Degreif war ein Kunstförderer. Er verstarb 2010.
Künstler Batuz am Mittwoch vor seinem teilweise zerstörten Wandbild in der alten Reglerhalle des ehemaligen Gaswerkes an der Saydaer Straße.
Foto: A. Truxa
Als Batuz vor wenigen Tagen in der Halle nach dem Rechten sehen wollte, traute er seinen Augen nicht: Unbekannte waren in das Gebäude in Altchemnitz eingebrochen, hatten die Lichtanlage zerstört, Schaltschränke ausgeschlachtet und Kabel gestohlen. Alles sieht nach Buntmetalldieben aus, vermutet man beim Stromversorger Eins, der Rechtsnachfolger der Stadtwerke ist. Auch die Stahlhelme von dem Wandbild selbst und von einer Kunst-Installation nebenan nahmen sie mit - insgesamt rund 100 Stück, wie Batuz sagt. "Das Ganze ist nicht zu begreifen", fügt er hinzu.
Wie es mit dem Wandbild jetzt weitergeht, könne er nicht sagen. "Ich fürchte, hier geht es nicht weiter", sagt er und zeigt auf das Chaos ringsum. "Wir müssen einen neuen Platz suchen, wo das Kunstwerk seine Wirkung entfalten kann."

