Wie das Behördengebäude künftig genutzt wird, steht noch nicht fest. Aber derzeit wird die Sanierung des Daches geplant.
Foto: Ulf Dahl/Archiv
Chemnitz: Freistaat beginnt mit Sanierung des früheren Parteigebäudes
Dach des Bürohauses soll für 2,7 Millionen Euro erneuert werden
Chemnitz. Zwei Jahre nach dem Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Behördengebäudes hinter dem Karl-Marx-Monument an der Brückenstraße gibt es noch keine konkreten Pläne für die künftige Nutzung. Das Behördengebäude Brückenstraße werde weiter für die Unterbringung verschiedener Landesbehörden benötigt, erklärte der Sprecher des Sächsischen Finanzministeriums, Stephan Gößl, auf Nachfrage. Welche das sind und wann sie einziehen können, ließ er allerdings offen. "Derzeit laufen Planungen, wie die bisherige Nutzung der einzelnen Geschosse für die unterschiedlichen Behörden optimiert werden kann. Die Überlegungen dazu sind noch nicht abgeschlossen", fügte er hinzu.
Derzeit plant der Freistaat als Eigentümer die für 2014 vorgesehene Dachsanierung. Die Kosten für die Erneuerung der Dachfläche mit 3300 Quadratmetern beziffert Gößl auf 2,7 Millionen Euro. "Das Flachdach war seit 1991 nur notdürftig repariert worden, mittlerweile ist die Substanz so verschlissen, dass ein neuer Abdichtungsaufbau erforderlich ist", erklärt er.
Der Kostenumfang ergibt sich nach Gößls Worten unter anderem aus der Sanierung der Dachabläufe samt Verrohrung und dem Bau einer Fassadenbefahranlage für Reinigung und Wartung der Fassade. Dazu werde - von der Straße aus nicht sichtbar - eine Kranbahn auf dem Flachdach montiert, von der aus bei Bedarf ein Kranausleger über den Dachrand geschwenkt werden kann. Daran werden Wartungsgondeln befestigt, die an der Fassade herabgelassen werden.
Für sein Gebäude des ehemaligen Rates des Bezirkes, das ab den 1980er-Jahren der SED-Bezirksleitung als Domizil diente, und die umliegenden Flächen hatte der Freistaat 2010 einen Ideenwettbewerb veranstaltet, um die Gestaltung eines Justiz- und Behördenzentrums auszuloten. Erster Preisträger wurde ein Entwurf des Chemnitzer Architekten Peter Koch und des Büros Studio-Zwei-Architekten. Er punktete auch, weil er vorsah, eine Verbindung zwischen City und Theaterplatz zu schaffen - mithilfe einer Öffnung des Erdgeschosses des Gebäudes.
Der lang gezogene Bau wirkt bislang wie ein Riegel, der das Stadtzentrum von Vierteln um Theaterplatz und Brühl abschneidet. "Der erste Preisträger hat ein überzeugendes Konzept unter anderem dafür dargestellt, auf welche Weise man attraktive Fußgängerwegeverbindungen zwischen Innenstadt und Brühlquartier entstehen lassen kann", lobte Gößl jetzt erneut. "Diese Überlegungen sind für den Freistaat weiterhin Grundlage bei künftigen Unterbringungsaufgaben."


08:07 Uhr
Jothade: @torschro: Gehe bitte davon aus, das Vorhaben in dieser Größenordnung - zumal von einem öffentlichen Träger - definitiv EUROPAWEIT ausgeschrieben werden (müssen)!
Solltest DU das natürlich als "fachkompetenter und leistungsfähiger Dachsanierer" preiswerter hinbekommen sei hier meine Frage an Dich erlaubt, warum Du Dich dann nicht bei der EUROPAWEITEN Ausschreibung nicht beteiligt hast?! Der Freistaat Sachsensieht es immer gern, wenn sächsische Unternehmen die ÜBERPRÜFBAREN Ausschreibungen für sich entscheiden!
Dann bleibt das Geld nämlich im Freistaat!
Noch was zur Fassadengestaltung: So viel wie ich weiß, steht der ganze Komplex unter Denkmalschutz (wer auch immer das so dort reingezogen hat).
Ich gehe mal davon aus, dass die Fassadengestaltung ganz eng von den Denkmalschützern anhand ihrer rechtlichen Möglichkeiten vorgegeben wurde.
23:16 Uhr
torschro: 2.7Mill nur für die Dacherneuerung. Glückwunsch an das Unternehmen, welchem dieser Auftrag wohl fernab jeglicher legaler Ausschreibung irgendwie zugeschanzt wurde/wird. die weitere Nutzung ist noch unklar...die kompletten Umbaukosten irgendwann trägt der Steuerzahler... bravo...Chemnitz zuschütten und einen Parkplatz draus machen, wäre wohl langsam die sinnvollste Variante.
15:42 Uhr
ChemB: Ich hab schon immer gesagt, die vom Finanzamt haben einen Dachschaden ;-)
10:35 Uhr
HorrorBeetle: Ich habe mir damals die Bewerber angesehen. Dabei fällt auf, dass der Architekt Koch die Fassadengestaltung exakt gleich zum RAWEMA-Gebäude vorgesehen hat. Zwar ist er bei beiden Gebäuden der Architekt, allerdings halte ich es für gestalterischen Unsinn die Fassade an der Parteisäge gleich zum RAWEMA zu gestalten. Meiner Meinung nach muss eine neue Gestaltung für die Parteisäge gefunden werden, um die Innenstadt nicht wieder im Einheitsbrei versickern zu lassen.
09:11 Uhr
schnellleserin: "Der erste Preisträger hat ein überzeugendes Konzept unter anderem dafür dargestellt, auf welche Weise man attraktive Fußgängerwegeverbindungen zwischen Innenstadt und Brühlquartier entstehen lassen kann"...genau das ist es und das sollte auch möglichst bald geschaffen werden weil der Bereich vor dem Haus eine fürchterliche Schmuddelecke ist - kein Wunder, denn da kommt kein normaler Mensch vorbeiu