Foto: Grafik: Edeka
Chemnitz: Neuer Einkaufsmarkt entsteht an der Sachsen-Allee
Eigentümer der Flächen in Hilbersdorf wollen Gewerbe und Handel ansiedeln - Stadtrat hat mehrheitlich zugestimmt
Chemnitz. Ein Edeka-Markt wird die erste Neuansiedlung im entstehenden Gewerbe- und Einkaufszentrum neben der Sachsen-Allee sein. Das bestätigten am Mittwoch die Eigentümer der Fläche und der Nahversorger Edeka der "Freien Presse". Zuvor hatten die Stadträte mehrheitlich der Änderung des über 17 Jahre alten Planes für die Brache zwischen der Einkaufsmeile sowie Dresdner und Frankenberger Straße zugestimmt.
Bisher waren Stadtvillen, ein Büro-Turm sowie ein Hotel geplant. Dieser alte Plan sei nicht mehr umsetzbar und zeitgemäß, unterstrich Projektleiterin und Prokuristin Beatrix Kramlinger von der "SR und R Immobilien-Gesellschaft", einem Ableger der Unternehmensgruppe Stoffel aus dem bayerischen Straubing. Sie reagierte erleichtert auf den Ratsbeschluss, weil auf Grundlage des aktualisierten Bebauungsplanes endlich eine Nutzung des über 45.000 Quadratmeter großen Grundstücks möglich werde.
Dabei gebe es neben dem Edeka-Markt bislang keine weiteren Projekte. "Es gibt immer wieder Anfragen und Interessenten, aber keine konkreten Planungen", sagte Kramlinger. Man werde sich zunächst auf das vordere Grundstück konzentrieren, wo der Edeka-Vollsortimenter entstehen soll. Kritiker einer Konzentration von Handel auf einer Gesamtverkaufsfläche von 2700 Quadratmetern erinnerte die Projektleiterin daran, dass diese Größenordnung auch im bisher gültigen Plan vorgesehen war - allerdings verteilt auf das gesamte Areal. Jetzt werde es unter dem Strich nicht mehr, nur konzentriert an einem Standort. "Der Edeka-Markt wird der einzige Einzelhandel im neu entstehenden Gebiet sein", fügte sie hinzu.
Insbesondere die Linken hatten im Vorfeld Bedenken wegen der Konzentration einer vergleichsweise großen Verkaufsfläche an einer Stelle geäußert. Thomas Scherzberg begründete ihre Ablehnung mit dem Hinweis auf die Stellungnahme der Industrie- und Handelskammer (IHK) zur Planungsänderung. Deren Bedenken, eine große Handelsansiedlung könne Kaufkraft aus City und Stadtteilzentren abziehen, teilte die Stadtverwaltung nicht. Baubürgermeisterin Petra Wesseler sprach von einem vernünftigen Kompromiss, um die Flächen nutzbar zu machen. Und Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig verwies auf die jahrelangen Verhandlungen mit den Grundstückseignern.
Bis zum Herbst 2013 soll der Edeka-Markt rechterhand der Zufahrt von der Dresdner Straße her gebaut werden, sagte Toni Kunze, der Regionalleiter für Expansion bei Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen. "Im Foyerbereich eröffnet unter anderem ein Café", zum Projekt gehören zudem 146 Stellplätze. Der Vollsortimenter, in dem rund 50 neue Arbeitsplätze entstehen sollen, werde rund 30.000 Artikel anbieten. Probleme wegen der Konkurrenz durch den Kaufland-Markt in der nahegelegenen Sachsen-Allee sieht Kunze nach eigenen Worten nicht. Stattdessen werde die Nahversorgung gestärkt.
Grundsätzlich begrüßenswert nannte Jens Preißler, der Center-Manager der Sachsen-Allee, den Ratsbeschluss zum Bebauungsplan für das Nachbargelände: Es sei erfreulich, dass es mit dem Grundstück vorangehen könne. Er sehe keine Konflikte "zwischen dem Discount-SB-Warenhaus Kaufland und dem eher auf Lebensmittel konzentrierten Edeka-Markt". Gleichwohl frage er sich angesichts der Edeka-Expansionspläne, ob die Gruppe nun von einem anderen Projekt, etwa an der Frankenberger Straße, abrücke. Dem erteilte Toni Kunze eine Absage: "Wir halten an dem im Bau befindlichen Vorhaben fest."


10:22 Uhr
Hacketoni: Jeder weiss um den dringensden Bedarf an Lebensmittelmärkten an diesem Standort...waren eh alle kurz vorm verhungern. ....wenn eine Führung keine Ideen mehr hat, sollte sie abtreten. Dann baut doch lieber ein paar Reihenhäuser und ne KITA mit einer Grünanlage hin, selbst das Möbelhaus Porta war sinniger. Spricht auch wiedermal für unseren OBEREN, so einen Investor zu vergrauhen. Naja, EDEKA wird bestimmt noch mehr Menschen aus und fern in Scharen anlocken.
17:54 Uhr
fuxx: @alandy: Bei aller Freude über die (billige) Polemik bitte nicht vergessen, dass es sich um die Entscheidungen zum einen des Stadtrates (Abstimmung) und zum anderen des Investors (Edeka) handelt.
Es ist ehrenhaft, dass Sie ihre Analyse zur Investitionsentscheidung in zwei Sätzen ausdrücken können. Nur glaube ich, dass sich andere Leute mehr und fundierte Gedanken gemacht haben.
15:21 Uhr
schnellleserin: uff....wobei man ja vermuten sollte, dass Edeka vorher eine Standortanalyse gemacht hat...
14:35 Uhr
alandy: Jetzt weiss ich endlich was mir noch gefehlt hat! Ein Edeka-Markt neben Aldi-Kaufland! Wer auf so einen Unsinn kommt muss wohl den Sinn für die Realität total verloren haben.Obwohl,besser als ein dubioser Autohandel mit Eröffnungsfeuerwerk ist es dann doch! Vielen Dank an unsere -Stadtmutti-für ihre vorausschauenden Entscheidungen!
13:10 Uhr
klapp: sinnvolle Stadtplanung und Chemnitz. das ist wie Feuer und Wasser.