Kehraus an der Hainstraße: Das Kreativzentrum Chemnitz - im Bild die ehrenamtliche Mitarbeiterin Annamarie Böhme - verlässt seine bisherigen Räume im Otto-Brenner-Haus.
Foto: Andreas Truxa
Chemnitz: Otto-Brenner-Haus verliert Kreativzentrum
Die für ihre Arbeit wiederholt ausgezeichnete Werkstatt wird es künftig nur noch im Beimlergebiet geben
Chemnitz. Licht und Schatten liegen für das Kreativzentrum Chemnitz dieser Tage dicht beieinander. Am vergangenen Wochenende erst wurde ein Projekt der Einrichtung in Trägerschaft des Vereins Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Chemnitz (KJF) im Landeswettbewerb um den Kinderkunstpreis 2012 mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Kaum von der Preisverleihung aus Neustadt (Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge) zurückgekehrt, räumen an der Hainstraße die Mitarbeiter einen der bisher zwei Standorte des Kreativzentrums aus - für immer.
Hintergrund des bereits seit längerem feststehenden Rückzugs vom Sonnenberg ist unter anderem das im vergangenen Jahr verabschiedete Sparpaket, das auch Kürzungen im Bereich der Jugendarbeit vorsieht. Eine praktische Folge ist die Aufgabe der Kunstwerkstatt im Otto-Brenner-Haus an der Hainstraße. Künftig wird es das Kreativzentrum nur noch an der Liddy-Ebersberger-Straße im Beimlergebiet geben - mit gekürzten Zuschüssen für Sachkosten und Personal, aber auch unter einem Dach mit etablierten Partnern wie dem Jugendklub "El zwo". Cornelia Dietrich, die Geschäftsführerin der KJF, ist daher guter Dinge, dass sich an der Qualität der Arbeit unter den neuen Gegebenheiten nichts ändern wird. "Wir wissen, dass das Kreativzentrum Großartiges leistet."
Doch für nicht wenige der bisherigen Besucher vom Sonnenberg dürfte der Weg ins Beimlergebiet wohl zu weit sein, fürchtet Gudrun Berndt. "Wir waren an der Hainstraße bis zum Schluss immer gut besucht", schildert die Mitbegründerin der Einrichtung, deren Anfänge auf den 1990 gegründeten Verein "Keramik kreativ" zurückgehen. Dessen Anliegen: Chemnitzern jeden Alters die Möglichkeit zu geben, sich in der Freizeit unter Anleitung von Sozialpädagogen, Künstlern und Kunsthandwerkern künstlerisch und kunsthandwerklich zu betätigen. Dazu dienen unter anderem sogenannte offene Werkstätten für Keramik, Textil, Zeichnen, Papier, Metall und Holz. Deren Ergebnisse waren unter anderem wiederholt in der Villa Esche ausgestellt, andere wurden gemeinsam mit Wohnungsunternehmen verwirklicht. Die nächsten sind laut Berndt bereits in Planung, ebenso gemeinsame Projekte mit Chemnitzer Schulen.
Im Otto-Brenner-Haus bedauert man den Verlust des langjährigen Partners. "Wir sind richtig traurig", sagt Doris Müller vom Verein Neue Arbeit Sachsen, dem Träger des Hauses. Sie hofft, dass sich in den nun leeren Räumen im Erdgeschoss wieder ein ähnliches Angebot auf die Beine stellen lässt. "Wir hatten sie seinerzeit ja extra für die Kreativwerkstatt ausgebaut und hergerichtet."
Kontakt
Kreativzentrum Chemnitz, Liddy-Ebersberger-Straße 2, Telefon 0371 73669. Informationen zum Ferienprogramm für Kinder ab 6 Jahre im Internet unter www.kreativzentrum-chemnitz.de


15:17 Uhr
Emma0815: Es ist sehr schade das immer an der Jugend als erstes gespart wird. Bei uns in Freiberg werden jetzt Spielplätze geschlossen, traurig.
13:15 Uhr
schnuffelduffel: Im Gegensatz zum CFC machen die ja "bloß" nützliche Sozialarbeit und bekommen keine Million extra...