Das Rathaus erlaubt dem Dresdner Veranstalter Jörg Polenz nicht, Freiluftkino auf dem Theaterplatz zu organisieren. Das Rathaus erlaubt dem Dresdner Veranstalter Jörg Polenz nicht, Freiluftkino auf dem Theaterplatz zu organisieren.

Foto: Archiv

Chemnitz: Pläne für Sommerkino sind geplatzt

"Filmnächte auf dem Theaterplatz" wird es nicht geben - Rathaus erteilt Dresdner Veranstalter eine Absage

Chemnitz. Die Befürchtung um den Lärmpegel gab den Ausschlag: Das Rathaus erlaubt dem Dresdner Veranstalter Jörg Polenz nicht, Freiluftkino auf dem Theaterplatz zu organisieren. "Modellrechnungen, denen eine Mindestlautstärke für Filmvorführungen zu Grunde liegt, ergeben, dass der Lärmpegel zu hoch wäre", sagte Ordnungsbürgermeister Miko Runkel am Mittwoch. "Wir bedauern das, da aus kultureller Sicht das Open-Air-Kino positiv gewesen wäre."

Polenz veranstaltet seit 21 Jahren die "Filmnächte am Elbufer" in Dresden. 2009 hatte es erste Ideen gegeben, dass er eine ähnliche Veranstaltungsreihe auch in Chemnitz etabliert. Seit einigen Wochen wurden die Verhandlungen zwischen Stadt und Polenz wieder intensiviert. Dreh- und Angelpunkt bei den Beratungen war immer der Lärmschutz.

Ein Problem dabei sei, dass Polenz bei den rund 40 angedachten Vorführungen Gastronomie anbieten wollte, die eine zusätzliche Geräuschkulisse auch nach Filmende bedeute, so Runkel. Die Alternative Volksfestplatz an der Hartmannstraße habe Polenz wegen fehlendem Ambiente abgelehnt. Dennoch, so betont Runkel, werde es Sommerkino geben. Und verweist auf Henrik Bonesky, Betreiber des Uferstrandes am Falkeplatz. Bereits im vergangenen Jahr hatte er zehn Filme gezeigt, das plant er in diesem Jahr von Ende Juli bis Anfang August erneut.

Zwar sei die Filmanlage bei Bonesky zunächst falsch eingestellt gewesen, sodass es von Anwohnern Beschwerden über Lärm gegeben habe, sagt Runkel. "Aber die Anlage wurde eingepegelt, dann ließen die Beschwerden nach." Bonesky, dessen Uferstrand verwaltungstechnisch außerhalb der Innenstadt liegt, durfte für zehn Filmvorführungen zehn so genannte seltene Ereignisse in Anspruch nehmen, bei denen der übliche Lärmpegel für die Nachtruhe überschritten werden darf, so Runkel. Diese Erlaubnis gelte für Bonesky weiter. Der Unterschied zur Innenstadt, zu der der Theaterplatz zählt, sei, dass dort bereits andere seltene Ereignisse geplant sind - "zusätzlich noch 40 Filmvorführungen zu erlauben, wäre unzumutbar".

Jörg Polenz indes ist sauer: "Wir sind nicht nur enttäuscht, sondern verärgert. Wir wollten mit der Stadt zunächst einen Vertrag und dann vor Beginn der Vorführungen mit einem Gutachten nachweisen, dass wir den Lärmschutz einhalten. Wäre das Gutachten negativ ausgefallen, hätten wir die Veranstaltung selbst abgesagt", so Polenz. Es habe kein Risiko für die Stadt gegeben; da aber ein Gutachten bis zu 10.000 Euro koste, wollte man es nicht vor einem Vertrag mit der Stadt in Auftrag geben. Unfassbar finde er die Aussage, dass das Kino zusätzlich zu anderen Veranstaltungen in der Innenstadt unzumutbar sei, so Polenz. "Wir wussten nicht, dass Chemnitz an einem Überangebot an Veranstaltungen leidet." Damit sei das Kapitel Chemnitz jetzt für ihn erledigt.

 
erschienen am 30.03.2011 (Von Katharina Leuoth)
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
5
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  • 31.03.2011
    15:19 Uhr

    gelöschter Nutzer: Ooooh, hat es unsere vortreffliche Führungsrieg im Rathaus mal wieder geschafft, den Zombi-Status unserer geliebten Heimatstadt zu betonen?! *kopfschüttel*
    Wurden vor Kurzem schon die Studenten dauerhaft aus der Stadt vertrieben, weil man es in über 5 Jahren nicht geschafft hat, das Gelände für den Innenstadt-Campus zu kaufen, verprellt man die spärliche vorhandene jüngere Generation immer weiter....
    Nachhaltigkeit, Frau Ludwig, sieht anders aus!

    0 1
     
  • 31.03.2011
    13:12 Uhr

    mkl81: .. das darf doch wohl alles nicht wahr sein! Wieso gab es denn vor ein paar Jahren die Filmnächte am Theaterplatz, wenn nun der Lärmschutz ein Grund sein soll? Die Neubaublöcke ringsherum sind doch allesamt saniert! Auch in den Hotels wird es wohl niemanden stören, wenn mal ein bissl Action in Chemnitz wäre.. Oh Mann, so traurig.. Gebt der Stadtverwaltung Papphüte .. unglaublich.. Ihr macht unsre Stadt kaputt!!!

    0 1
     
  • 31.03.2011
    11:52 Uhr

    gelöschter Nutzer: Und Chemnitz wird also 2020 die älteste Stadt Europas sein. Wie sowas nur passieren kann?

    0 1
     
  • 31.03.2011
    11:16 Uhr

    gelöschter Nutzer: Es ist zum Heulen. Armes Chemnitz.
    Im Zentrum einer Großstadt wird Leben weiterhin verboten.
    Wie ist die Restlaufzeit von Herrn Runkel ?
    Das ist alles so peinlich.

    0 1
     
  • 31.03.2011
    09:48 Uhr

    Emma0815: ..."Wir wussten nicht, dass Chemnitz an einem Überangebot an Veranstaltungen leidet." Damit sei das Kapitel Chemnitz jetzt für ihn erledigt...

    Das wusste ich auch nicht, armes Chemnitz!

    0 1
     
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