Anwohner und Unternehmer Peter Arnold an der Zschopauer Straße: "Die lange Bauzeit belastet uns." Foto: Andreas Seidel
Chemnitz: Stadt will an der B 174 schneller bauen
Vierspuriger Lückenschluss zwischen Südring und Ortsausgang soll eigentlich bis Mitte 2015 dauern
Chemnitz. Die Autoschlangen, die in dieser Woche an der Spur neben der Baustellenampel auf der Zschopauer Straße vorbeizogen, boten Anwohnern wie Frank Finsterbusch einen Vorgeschmack auf das, was sie in den kommenden drei Jahren befürchten. Einer der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Siedlung Erholung wetterte angesichts des Staus, der sich bereits wegen der Vorbereitung zum vierspurigen Ausbau bildete: "Davor haben wir gewarnt."
Finsterbusch schildert den Zustand als unerträglich. "Anwohner brauchen lange Zeit bis in ihre Grundstücke. Ganz zu schweigen von den wirtschaftlichen Schäden, wenn Gewerbebetrieben die abgeschreckte Kundschaft wegbleibt und Mitarbeiter nicht zur Arbeit oder zum Einsatzort kommen."
Nach den Erfahrungen der ersten Tage des rund 20 Millionen Euro teuren Projektes erneuerte er die Forderungen der Anwohner-BI: "Die Bauzeit von geplanten drei Jahren muss dringend verkürzt werden. Dafür würden wir auch eine zeitweilige Vollsperrung in Kauf nehmen." Außerdem, so fügte Finsterbusch hinzu, müsse das Ausbaustück zwischen Südring und Ortsausgang während des Baus für den Schwerlastverkehr, insbesondere für den grenzüberschreitenden Verkehr, gesperrt werden, um die Strecke zu entlasten. Die B 174 gilt als Hauptverkehrsachse zwischen Chemnitz, dem mittleren Erzgebirge und Tschechien. In Chemnitz verkehren auf der Bundesstraße täglich rund 20.000 Fahrzeuge.
Auch Peter Arnold stöhnt schon nach den ersten Baumfällarbeiten vor dem eigentlichen Ausbaubeginn. Freilich akzeptiere er, das Bauarbeiten mit Belastungen verbunden sein können, sagt der Anwohner und Inhaber einer Baufirma an der B 174 und führt ein Beispiel an: "Ein Maler bringt auch erst einmal Unruhe ins Haus, doch hinterher freuen sich die Bewohner über das renovierte Wohnzimmer." Dennoch spart er nicht mit Kritik an der Bauplanung vor seiner Haustür. "Die lange Bauzeit belastet uns Anwohner viel mehr, als wenn die Bauarbeiter bei mehr als zwei Schichten zügiger vorankämen." Auch Arnold spricht sich für ein zeitweises Verbot für den Schwerlastverkehr aus. "Zumindest der Transitverkehr muss umgeleitet werden."
Die Stadtverwaltung hat diese Forderungen nach eigenen Angaben geprüft. Auf Anfrage der "Freien Presse" will Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk derzeit dazu mit Hinweis auf die erst am 7. Februar geplante Information der Stadträte im Planungs- und Bauausschuss keine Auskunft geben. Dennoch macht er Hoffnungen, dass der knapp einen Kilometer lange Abschnitt zwischen Südring und Gornauer Straße am Ortsausgang früher fertig wird als geplant.
Damit wäre die B 174 zwischen Chemnitz und Zschopau durchgängig vierspurig befahrbar. "Es gibt eine Bauzeitverkürzung", so Gregorzyk. "Wie sie ausfällt und ihre Hintergründe werden wir im Ausschuss ebenso vorstellen wie den geplanten Ablauf." Für das Frühjahr kündigte er zudem ein Bürgerforum für die Anlieger an. "Dort beantworten wir auch Fragen der Bewohner."
Die Erweiterung der B 174 zwischen Südring und Gornauer Straße auf vier Spuren soll bis Mitte 2015 dauern. Per Wanderbaustelle werden derzeit rund 580 Bäume und Sträucher von den Randstreifen entfernt. Dafür werden Teile der Strecke vorerst bis Monatsende halbseitig gesperrt und der Verkehr von Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr, bei Bedarf auch samstags, per Ampel geregelt. Der vierspurige Ausbau war südlich von Chemnitz Anfang der 90er-Jahre begonnen worden. Seit 2010 baut das Land zwischen Chemnitz und Gornau.



21:01 Uhr
Flashback2012: was die leute schon wieder meckern...sollen froh sein das die verbindung ausgebaut wird..ne übel!