Tiefbauer Heiko Lohse mit einem Bund von 14 Glasfaserkabeln am Hausanschluss für den GGG-Wohnblock Gustav-Freytag-Straße 11.
Foto: Andreas Truxa
Chemnitz: Versorger will 2012 noch 20.000 Wohnungen ans superschnelle Internet anschließen
150 Kilometer Glasfaser bis Jahresende verlegt
Nach rund drei Monaten Vorarbeit kommt jetzt der Aufbau des superschnellen Internets auf Touren, das bis Ende 2014 bis zu 60.000 der insgesamt 137.000 Chemnitzer Haushalte Anschluss an das derzeit schnellste verfügbare Internet verschaffen soll. Am Wohnblock Gustav-Freytag-Straße 7 bis 11, der zimmerweise an Studenten vermietet ist, präsentierten die Geschäftsführer der städtischen Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft (GGG), Simone Kalew, und des Versorgers Eins, Reiner Gebhardt, gestern den ersten Glasfaser-Hausanschluss an ein Gebäude des größten Chemnitzer Wohnungsunternehmens. "Freie Presse" erklärt, wie es jetzt weitergeht.
Was wird gebaut?
Nachdem seit der Bekanntgabe des bislang bundesweit einmaligen Kooperationsvorhabens von Eins und Telekom im März vor allem Vereinbarungen mit Eigentümern zu treffen, Leistungen auszuschreiben und Genehmigungen einzuholen waren, will Eins noch in diesem Jahr etwa zwölf Millionen Euro investieren, um mehr als 150 Kilometer Glasfaserkabel verlegen und rund 1000 Gebäude mit 20.000 Wohnungen anschließen zu lassen. Damit beauftragt wurden vier Chemnitzer Firmen. Etwa zwei Drittel der Leitungen sollen ohne aufwändige Tiefbauarbeiten durch vorhandene Schächte und Trassen oder unterirdische Leerrohre geführt werden.
Wer bekommt Anschlüsse?
Gebaut wird in mehreren Stadtteilen gleichzeitig. Bis Jahresende soll das Netz in folgenden Gebieten aufgebaut sein: im Zentrum zwischen Chemnitz-Fluss, Theaterstraße, Schauspielhaus und Dresdner Platz; im Yorckgebiet und Gablenz zwischen Heinrich-Schütz- und Zschopauer Straße; in Kappel und Helbersdorf zwischen Straße Usti nad Labem, Südring, Chemnitz-Fluss und Zschopauer Straße; in Hutholz und Markersdorf zwischen Stollberger Straße und Wolgograder Allee bis Harthwald; im Lutherviertel und Bernsdorf zwischen Augustusburger Straße und Bernsdorfer Plan. Die GGG will in den nächsten Tagen beginnen, die Mieter ihrer 16.500 infrage kommenden Wohnungen anzuschreiben. Weitere rund 3500 Haushalte müssten von den privaten Vermietern informiert werden. Alle übrigen 8500 GGG-Wohnungen sollen 2013 angeschlossen werden. Über den Anschluss weiterer 31.500 Wohnungen haben Gespräche mit Hauseigentümern begonnen.
Wie hoch sind die Kosten?
Das Anschließen selbst soll kostenfrei sein. Konkrete Produkte und Preise für Nutzer sind noch nicht bekannt. Von der Telekom wird demnächst ein Paket für Internet, Telefon und Fernsehen erwartet, das ab März 2013 verfügbar ist. GGG-Mieter sollen aus mehreren Anbietern wählen können. Wie es andere Vermieter handhaben, bleibt ihnen überlassen.


10:23 Uhr
gelöschter Nutzer: Na endlich!!!