Aus "Faust" lasen Werner Haas (links) und Christian Strohm am Samstag auf der Küchwaldbühne.  Aus "Faust" lasen Werner Haas (links) und Christian Strohm am Samstag auf der Küchwaldbühne.

Foto: Andreas Seidel

Chemnitzer Küchwaldbühne zeigt 30 Aufführungen

Erstmalig seit 20 Jahren wieder dauerhaft kulturelle Veranstaltungen

Chemnitz. Mit einer Lesung aus Johann Wolfgang von Goethes "Faust" zur Walpurgisnacht ist die Saison auf der Freilichtbühne im Küchwald eröffnet worden. Die Lesung war der Auftakt für das erste Spieljahr auf der Küchwaldbühne seit zwei Jahrzehnten. Mehr als 30 Vorführungen hat der Verein zur Förderung der Küchwaldbühne geplant.

Emil kommt auf die Bühne

So werden neben der Wiederaufnahme des Stücks "Momo" aus dem Probebetrieb vom vergangenen Jahr erstmals das Kindertheaterstück "Emil und die Detektive" und die Komödie "Das Haus von Montevideo" in mehreren Aufführungen zu sehen sein. Die drei Stücke werden von etwa 130 Laien-Darstellern aufgeführt, sagt Vereinssprecher Uwe Niezel. In den Sommerferien werde außerdem eine Theatergruppe aus Erfurt mit den Stücken "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" und "Der gestiefelte Kater" auf die Bühne kommen. "Wir stellen die Bühne gern auch anderen Vereinen und Gruppen zur Verfügung", so Niezel.

Das Gelände der Freilichtbühne war 1991 gesperrt worden, nach dem bei einem Unfall ein Kind verletzt worden war. Danach gab es mehrere Wiederbelebungsversuche unter anderem von den Vereinen Oscar und Ufer, die aber nur von kurzer Dauer waren. Im vergangenen Jahr nahm der Verein zur Förderung der Küchwaldbühne die Bühne probeweise in Betrieb. Zur letzten von insgesamt neun Vorstellungen des Kinderstücks "Momo" kamen knapp 500 Zuschauer. Ende Februar unterzeichnete der Verein einen Vertrag mit dem Grünflächenamt, der ihm die Nutzung des 6900 Quadratmeter großen Geländes und die Bespielung der Bühne in den kommenden fünf Jahren erlaubt.

In den vergangenen Wochen standen dafür umfangreiche Sanierungsarbeiten an, berichtet Niezel. So entrümpelten die etwa 40 Vereinsmitglieder und zusätzlichen Helfer unter anderem den Turm und das ehemalige Vorführhaus. In dem Gebäude, von dem aus früher die Filme an die Wand projiziert wurden, seien zudem das Dach in Stand gesetzt und die Wände verputzt worden. Eine Nutzungsidee für das Haus gibt es Niezel zufolge auch schon: "Wir wollen dort eine Ausstellung über die Geschichte der Bühne eröffnen. Das soll möglichst noch in diesem Jahr passieren." Außerdem sei man dabei, Baumstümpfe aus dem Zuschauerraum zu entfernen, die Bühne von Gras zu befreien und den Strom- und Wasseranschluss in Betrieb zu nehmen. Zudem plane der Verein die Erneuerung der Sitzbänke; diese Umsetzungscheitere aber noch am Geld. 95 Prozent der Sanierungsarbeiten würden mithilfe von Sponsoren finanziert, erklärt Niezel.

Keine Beschwerden wegen Lärm

Probleme wie in Zwickau, wo die Bespielung der Freilichtbühne am Widerstand eines Anwohners zu scheitern droht, habe es bisher nicht gegeben. Man habe das erforderliche Lärmschutzgutachten eingereicht und von Anfang an mit den Anwohnern gesprochen, berichtet der Vereinssprecher. Bisher seien keine Beschwerden beim Verein eingegangen. Auch in Zukunft werde es keine Konzerte oder Kinovorführungen geben, versichert Niezel: "Die Bühne bleibt Theater und Kleinkunst vorbehalten." Außerdem würde maximal 500 Zuschauer auf das Gelände gelassen.

Bei der nächsten Aufführung auf der Freilichtbühne am 27. Mai wird das Stück "Emil und die Detektive" gezeigt. Beginn ist 18 Uhr.

www.kuechwaldbuehne.info

 
erschienen am 01.05.2011 ( Von Benjamin Lummer )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
2
(Anmeldung erforderlich)
  • 02.05.2011
    21:11 Uhr

    HorrorBeetle: Du schreibst immer sehr negativ, bringst jedoch keinerlei Lösungsansätze! Vielleicht solltest du wirklich wegziehen, dann hätte Chemnitz einen Nörgeler weniger.
    Nur nörgeln macht Chemnitz auch nicht populärer!

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  • 01.05.2011
    22:42 Uhr

    gelöschter Nutzer: Zitat: "Die Bühne bleibt Theater und Kleinkunst vorbehalten".
    Kleine Kunst für eine kleine Stadt. So bleibt Chemnitz das Aschenputtel Sachsens, aber was anderes wollen ja die immer älter werdenden Einwohner nicht. In dieser Stadt kann man nicht jung bleiben. Dazu muss man wegziehen.

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