2010 jubelte ganz Chemnitz über die Erfolge der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika. Das soll zur EM nicht anders sein - auch wenn die Leinwand vom Alex aus nicht zu sehen sein wird.  
2010 jubelte ganz Chemnitz über die Erfolge der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika. Das soll zur EM nicht anders sein - auch wenn die Leinwand vom Alex aus nicht zu sehen sein wird.

Foto: Andreas Seidel

Chemnitzer Neumarkt: Gebühren-Ärger um Fußball-Übertragungen

Café Alex will sich an der Finanzierung des Public Viewings nicht beteiligen

Chemnitz. Vom 8. Juni bis zum 1. Juli rollt der Ball bei der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Sämtliche Partien der deutschen Nationalmannschaft sollen dabei auf dem Chemnitzer Neumarkt live übertragen werden, auf dem rund 5000 Menschen Platz finden. Dafür wird eine 40 Quadratmeter große LED-Wand eingesetzt. Laut André Donath, Inhaber des Turmbrauhauses und Mit-Veranstalter, kostet die Organisation der auch als Public Viewing bekannten, öffentlichen Übertragung rund 100.000 Euro.

Doch nun gibt es Ärger. Hintergrund ist die geplante finanzielle Beteiligung der umliegenden Gaststätten an der Übertragung. "Diese profitieren von dem Besucherandrang schließlich enorm", so Donath. Doch während der Ratskeller die geforderten 500 Euro pro Spiel offenbar zu zahlen bereit ist, stellt sich das Alex gegenüber quer. Ein Unding, findet Donath, der nun Konsequenzen ankündigt. "Wir werden einen Bauzaun um die Terrasse des Alex herum errichten", so der 47-Jährige. Der Zugang zu dem Café müsse zwar gewährleistet bleiben. "Wir wollen aber verhindern, dass die Besucher einen Blick auf die Leinwand werfen können", so Donath. Der Zaun soll für die gesamte Dauer der Live-Übertragungen stehen - das heißt ab 18 Uhr. Denn zwar habe Deutschland in der EM-Vorrunde stets erst um 20.45 Uhr Anstoß. Es sei aber geplant, an den ersten beiden Gruppenspieltagen am 9. sowie am 13. Juni auch das jeweils andere Spiel der deutschen Staffel mitzunehmen, welches schon um sechs beginne, so Donath.

Bernd Riegger, Chef der Alex-Kette, begründet die Haltung seines Unternehmens mit einer abweichenden Marketing-Ausrichtung. "Wir haben die Aktion ,Dein Fußball-Wohnzimmer', die sich gerade auf Übertragungen im Innenbereich konzentriert. Das bieten wir zur EM natürlich auch in Chemnitz an", sagte er gestern. Sich zusätzlich am Public Viewing zu beteiligen, passe daher nicht ins Unternehmenskonzept" so Riegger weiter.

Mit Verweis auf das Marketing-Konzept hatte sich das Alex in den vergangenen Jahren auch nicht finanziell am Brauereifest beteiligt. Sollte es das auch 2013 nicht tun, will Veranstalter André Donath dessen Terrasse, die öffentliches Gelände ist, in die Festfläche integrieren - für das Alex wäre sie dann nicht nutzbar. "Das würde ich beim Marktamt beantragen", so Donath.

 
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Chemnitzer Neumarkt: Gebühren-Ärger um Fußball-Übertragungen
Wo Public Viewing in Chemnitz sonst noch möglich ist
 
erschienen am 30.05.2012 ( Von Jürgen Werner )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
5
(Anmeldung erforderlich)
  • 31.05.2012
    13:59 Uhr

    alandy: 500 Euro pro Spiel wäre mir als Gastronom auch zu viel. Soll der Herr Donath doch seinen Zaun aufstellen und seine trübe Plörre selber trinken ! Wir gehen ins MIRAMAR !!!

    2 1
     
  • 31.05.2012
    09:43 Uhr

    schnuffelduffel: "Gebühren-Ärger"

    1.Was ist eine Gebühr? (Wikipedia"):
    Eine Gebühr (veraltet: Gebührnis) ist eine Abgabe, die für verschiedene behördliche Tätigkeiten erhoben wird, oder ein Entgelt, das gesetzlich geregelt ist, z. B. Praxisgebühr. Im Sprachgebrauch wird der Begriff auch häufig für privatwirtschaftliche Entgelte verwendet, insbesondere bei ehemals staatlichen Leistungen (Telefongebühren).

    2.WER hat mit WEM (oder über WEN) Ärger?:
    Das Café Alex wird geärgert.
    Herr Donath hat Ärger mit anderen Meinungen.

    3.Warum gibt es Ärger?:
    Weil sich ein Anlieger von der Konkurrrenz nicht dem Diktat des Herrn Donath beugt.

    4.Was ist ein "Public Viewing"?
    Jeder Mutterprachler lacht über uns, denn das ist das Wort für eine "Leichen-Schau".

    1 3
     
  • 30.05.2012
    20:14 Uhr

    JanG: sollte man die unternehmer vielleicht mal vorher fragen ob sie mitmachen und nicht vor vollendete tatsachen stellen. soll herr Donath doch die 100.000 euro alleine tragen. für den bauzaun würden die kosten auch nur steigen. idiotisch sowas

    2 4
     
  • 30.05.2012
    20:07 Uhr

    schlossbewohner: @ramon: sehe ich auch so. herr donath sollte sich bitte überlegen, dass er hier nicht der provinzfürst ist.

    2 6
     
  • 30.05.2012
    19:42 Uhr

    ramon: Vorsicht, neuerdings errichtet ein Herr Donath Sichtschutzzäune um alles, was sich nicht finanziell an seinen Ideen beteiligt. Vielleicht kauft Herr Donat auch bald den Marktplatz und sperrt die Fläche für alle ohne Bierflasche in der Hand.

    2 6
     
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