Chemnitzer Rathaus hat Pläne für weitere Einkaufs- und Büro-Galerie
Nach zahlreichen Vorschlägen für die Gestaltung der freistehenden Baufläche neben dem Schocken nimmt die Stadtverwaltung jetzt erneut Anlauf
Chemnitz. Mitte 2013 soll feststehen, ob die 600Mitarbeiter des Technischen Rathauses nach Auslaufen des Mietvertrages 2017 in die Innenstadt ziehen. Das sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig am Freitag am Rande der Sitzung des Gestaltungsbeirates Stadtgestaltung. Die Verwaltung werde dann dem Stadtrat einen entsprechenden Vorschlag zur Grundsatzentscheidung vorlegen.
Baubürgermeisterin Petra Wesseler stellte dem Gestaltungsbeirat am Freitag Vorschläge für eine Bebauung des Grundstücks neben dem früheren Schocken-Kaufhaus vor. Das 6200Quadratmeter große Areal am künftigen Landesarchäologiemuseum ist die letzte große freistehende Baufläche in der Innenstadt. Von einem Umzug des Technischen Rathauses verspricht sich die Stadtverwaltung größere Bürgernähe, indem sie ihre Ämter Innenstadt nah konzentriert. Zum anderen wollen sich Verwaltung und Stadtrat durch eine überwiegend öffentliche Nutzung sichern, dass sie die Gestaltung des Hauses mitbestimmen können.
Zwei mögliche Varianten stellte Bauchefin Petra Wesseler am Freitag im Gestaltungsbeirat zur Debatte: In einem Bürohaus wären danach Handel (Erdgeschoss) und Büros (fünf Etagen) denkbar.Die meisten Befürworter fand allerdings der Vorschlag für eine Galerie mit Einkaufs- und Büroflächen. Stadträte wie Klaus Möstl (SPD) und Vertreter der Wohnungswirtschaft wie Ullrich Löschner, Vorstand der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft (CSG) begrüßten die Idee von zwei bis drei Flächen für Handel sowie drei bis vier Büro-Etagen. Die Ämter des Technischen Rathauses, so hat es Petra Wesseler durchgerechnet, fänden in dem neuen Gebäude Platz. Sie wies zudem auf die positiven Folgen neuer Verkaufsflächen für die Belebung der City hin: Nach Untersuchungen zum Einzelhandelsangebot weise das Zentrum mit 11 Prozent der Gesamthandelsfläche der Stadt nach wie vor nicht die nötige Dominanz auf, so die Dezernentin: "Wenn jetzt das ehemalige Kaufhaus Schocken neu belegt wird, ist es Zeit, ein schönes Projekt zu bringen."
Auch der Einzelhandel selbst verspräche sich von weiteren Handelsflächen mehr Leben im Zentrum. "Ziel muss sein, in zehn Jahren die gleiche Frequenz zwischen Rosenhof und Johanniskarree zu erreichen, wie wir sie jetzt schon zwischen rotem Turm und Kaufhof haben", formulierte Jörg Knöfel, Centermanager der Galerie Roter Turm. Ein neues Gebäude neben dem Schocken müsse aber mindestens 15.000 bis 20.000 Quadratmeter Handelsfläche auf drei Etagen aufweisen, um für große Mieter interessant und wettbewerbsfähig zu sein.
Mitglieder des Expertenbeirates wie Arnold Bartetzky (Leipzig) und Barbara Hoidn (Berlin) warben zudem, auch über Wohnraum im Komplex nachzudenken, damit auch nach Büroschluss Leben im Viertel ist. Für Debatten sorgte Hoidns Vorschlag, kleinteilig zu bauen: mehrere Gebäude statt ein zusammenhängendes. Sowohl Centermanager Knöfel, als auch Stadtplaner Börries Butenop sehen dann Probleme bei der Vermarktung. Petra Wesseler brachte stattdessen eine innerstädtische Passage mit Durchgängen von verschiedenen Seiten wie in der Galerie Roter Turm ins Gespräch.


07:06 Uhr
Jothade: ... hier wird schon das Fell des Bären verteilt, der noch garnicht erlegt worden ist *schmunzel*
Aber solche Ideen sind gut! Vor allem, wenn die "großen Planer" sie als Fundgrube für die weitere Konzeption und Ausgestaltung nutzen können!
15:59 Uhr
HorrorBeetle: Eine Belieferung der Passage könnte schwierig werden. Die Leiferwagen und LKW müsste immer über den Johannisplatz kommen, der ja verkehrsberuhigt werden soll.
14:32 Uhr
schnellleserin: die Erschließung des Hofes würde vermutlich recht viel Geld kostet - man denke nur an den Vorplatz fürs neue Museum
13:20 Uhr
JanSen: Hm. Find ich auch gut solang man sich nicht an der Baumassensimulation orientiert, da die Fassade sehr lang ist und damit schnell langweilig wirkt. Zum Thema kleinteilige Bebauung könnte man sich ja an den Höfen am Brühl orientieren, da ist das Thema wie ich finde sehr gut gelöst worden. Weiterhin frage ich mich warum man den Hof nicht erschließt. Ich kann mich Irren aber die FreiePresse benötigt doch nicht mehr soo viel Platz.
11:01 Uhr
HorrorBeetle: Ich arbeite auch direkt in der Innenstadt. Seit dies so ist, lasse ich fast mein gesamtes Geld dort. Nur selten fahre ich noch in die Sachsen-Allee, im Chemnitz-Center war ich seit 2 Jahren nicht mehr. Es wäre also sehr wohl eine Bereicherung für die Stadt, nicht zuletzt für die Bürger, die das Technische Rathaus besuchen.
Die Wegebeziehungen zwischen allen Verwaltungsstandpunkten sind auch sehr gut. Sie sind Fußläufig in der Stadt verteilt aber nicht alle in einem Komplex.
Auch ein Einkaufzentrum könnte der Stadt noch gut tun. So fehlen noch einige Geschäfte, die andere Center bieten können. Ich denke, dass die Kombination, die vorgeschlagen wurde durchaus tragfähig ist und der Stadt viel weiterhelfen kann!