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Blick von der Salzstraße in die Inselstraße auf dem Schloßberg. Hier soll nach dem Willen der Stadtverwaltung demnächst eine Tempo-30-Zone beginnen, die den Abteiweg und einen Teil der Mittelstraße einschließt.

Foto: Andreas Seidel Bild 1 / 4

Chemnitzer Rathaus will mehr Tempo-30-Zonen in Wohngebieten

Die Anzahl der Straßen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen nimmt in Chemnitz immer mehr zu. Wenn die Stadträte nichts dagegen haben, gilt das für einen Stadtteil bald nahezu flächendeckend.

Von Michael Brandenburg
erschienen am 18.03.2017

Wer in Chemnitz von einer Hauptstraße abfährt, sollte in den nächsten Wochen noch genauer auf neue Verkehrszeichen achten. Denn die Stadtverwaltung ist gerade dabei, weitere Tempo-30-Zonen und -Strecken zu beschildern. Allein in seiner Sitzung am kommenden Dienstag entscheidet der Bauausschuss des Stadtrates über die Neuausweisung von drei Tempo-30-Zonen und die Erweiterung einer bestehenden Zone mit dieser Geschwindigkeitsbegrenzung.

So sollen die Wiesenstraße zwischen Annenstraße und Clara-Zetkin-Straße im Reitbahnviertel, das Gebiet am Abteiweg, der Inselstraße und dem östlichen Teil der Mittelstraße auf dem Schloßberg neu zu Tempo-30-Zonen erklärt werden - ebenso wie die parallel zur Wolgograder Allee verlaufende Wohngebietsstraße mit den Hausnummern Wolgograder Allee 7 bis 31 in Markersdorf. Im Yorckgebiet plant das Rathaus, die vorhandene Tempo-30-Zone rechts und links der Fürstenstraße um das letzte Teilstück bis zur Yorckstraße zu verlängern.

Begründet werden die Änderungen in der Vorlage für den Ausschuss mit dem bereits 2006 beschlossenen, aber bis heute gültigen Verkehrsentwicklungsplan 2015. Darin wurde eine Hierarchie zur Einteilung des Chemnitzer Straßennetzes in Kernstraßen sowie Vorrangstraßen im Haupt- und Nebennetz und letztlich Erschließungsstraßen definiert. Diese Einteilung ist laut Stadtverwaltung die Grundlage, um schrittweise "die stadtweite Verkehrsberuhigung" jener Wohngebiete durchzusetzen, in denen Fahrzeuge von Ortsfremden die Anwohner belasten.

Die Fraktionsgemeinschaft aus CDU und FDP im Stadtrat begrüßt in einer Stellungnahme insbesondere die Ausdehnung der Tempo-30-Zone auf der Fürstenstraße. Denn bisher endete diese Zone dort direkt vor der Montessorischule und ein ganzes Stück vor dem Fußgängerüberweg, den auch viele Schüler benutzen.

Doch immer wieder werden in Chemnitz auch ohne Stadtratbeschluss und öffentliche Ankündigung neue Tempo-30-Schilder aufgestellt, so erst Anfang dieses Monats an der Wolgograder Allee im Bereich der Kreuzung mit der Fritz-Fritzsche-Straße und der Zufahrt zum Kaufland. Begründet wird das von der Stadtverwaltung auf Anfrage mit mehr Sicherheit für die Fußgänger auf dem Weg zu den dort gelegenen Bushaltestellen. In solchen Fällen, wenn Geschwindigkeitsbegrenzungen auf nur einer Strecke wegen besonderer Verkehrsgefahren angeordnet werden, sei - im Unterschied zu Tempo-30-Zonen -kein Stadtratsbeschluss erforderlich, lautet dazu die Erklärung aus dem Rathaus.

Die Anzahl solcher Tempo-30-Strecken wird aller Voraussicht nach weiter zunehmen. Denn seit Dezember ist eine Änderung der Straßenverkehrsordnung in Kraft, laut der Kommunen solche Begrenzungen zum Schutz von Kindern und Senioren in vereinfachten Verfahren anordnen können.

 
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Chemnitzer Rathaus will mehr Tempo-30-Zonen in Wohngebieten
Schloßberg-Anwohner befürworten Tempo-30-Zone - "Besonders wegen der Kinder"
 
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Kommentare
5
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 22.03.2017
    12:29 Uhr

    Pixelghost: @cn3boj00, ich kenne das von dem Wohngebiet in dem ich wohne und auch von dem Wohngebiet in dem sich die Kita meiner Frau befindet:
    Dort steht bereits an der "Einfahrt" Schilder, die diesen Bereich als Tempo-30-Zone ausweisen. Die gilt dann auch für alle darin befindlichen Straßen.

    Aber wie schon von mir beschrieben: Wen juckts?

    0 1
     
  • 22.03.2017
    12:20 Uhr

    Pixelghost: @Tauchsieder, die Stadträte sind das was sie sind: Das entscheidende Gremium für die Festlegung von Tempo-30-Zonen auf den öffentlichen Straßen der Stadt Chemnitz.

    Und das ist schon seit der Wende so.

    Die Verkehrspolizei hat dieses Recht nicht. Sie ist Kontrollorgan für den fließenden Verkehr.

    0 1
     
  • 21.03.2017
    14:58 Uhr

    Tauchsieder: Sind jetzt die Stadträte die neue Verkehrspolizei? Geradezu anmaßend und inflationär das sich überall mit reinhängen sowie z.B. ein "Tauchsieder".

    1 0
     
  • 21.03.2017
    12:14 Uhr

    Pixelghost: Auf beiderseits zugeparkten Wohngebietsstraßen fahre ich generell langsam, da könnte auch ein 100 km/h-Schild - oder eben gar keines - stehen.

    In einigen verkehrsberuhigten Wohngebieten befinden sich Kindergärten und Schulen. Dort stehen schon an der Einfahrt 30er-Schilder. Und? Interessiert das jemanden? Nicht die Bohne.

    Werder Anwohner noch Kita-Eltern halten sich daran. Solange die Einsicht zur Einhaltung der Geschwindigkeit nicht vorhanden ist kann man Schilder aufstellen wie man will. Reinster Aktionismus.

    0 2
     
  • 19.03.2017
    15:11 Uhr

    cn3boj00: Geschlossene Wohngebiete mit schmalen, beidseitig beparkten Straßen sollten generell Tempo 30 sein. Vor allem aber sollte man beim Aufstellen von Geschwindigkeitsbegrenzungen mal etwas den Kopf einschalten. Es gibt Straßen, da gilt einen Kilometer lang Tempo 30, dann kommt Tempo 50, und 50m weiter wieder Tempo 30. Oder es gibt Landstraßen, da gilt 3km Tempo 70, dann wird das aufgehoben, und 100m weiter kommt wieder 70. Was soll das? Es wäre sinnvoller, Geschwindigkeiten durchgängiger festzulegen, und das gilt eben auch für 30 auf Wohnstraßen.

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