Baden nicht möglich: In der Schwimmhalle Gablenz werden zurzeit unter anderem die Toiletten- und Duschbereiche saniert. Im Bild: Lehrling Philipp Kahle von einer Chemnitzer Fliesenlegefirma verfugt eine neu geflieste Wand am Zugang zum Schwimmbecken.
Foto: Andreas Seidel
Chemnitzer Schwimm-Freunde verärgert über geschlossene Hallenbäder
Schwimmhallen machen im Sommer zu - Laut Stadtverwaltung ist das nicht anders möglich
Chemnitz. Es ist in jedem Sommer das Gleiche: Kaum öffnen die Freibäder, werden die Chemnitzer Schwimmhallen fast ausnahmslos geschlossen - egal ob es regnet oder die Sonne scheint. Lediglich das Bernsdorfer Hallenbad hat zurzeit noch an drei Tagen in der Woche stundenweise geöffnet. Mehrere "Freie- Presse"-Leser, darunter Bernd Möller aus Altendorf sowie Jutta und Lars Schmidt vom Sonnenberg, haben dafür kein Verständnis. Denn sie würden gern unabhängig vom Wetter täglich schwimmen gehen. "Warum schafft es die Stadtverwaltung nicht, das zu ermöglichen?", fragen sie. Aus dem Rathaus erhielt "Freie Presse" dafür auf Anfrage folgende Erklärungen:
Wartungsarbeiten stehen an: Nach zehn Monaten durchgängiger Beanspruchung müssten die technischen Anlagen in den Hallenbädern einmal jährlich gewartet und instand gesetzt werden, damit es nicht zu unplanmäßigen Ausfallzeiten während der Saison kommt. Weiter heißt es von der Stadtverwaltung, dass solche Arbeiten an Wasseraufbereitungs-, Lüftungs-, Heizungs- und Sanitäranlagen nur während mehrwöchiger Schließzeiten erfolgen könnten. Zudem müssten Chemikalien-Dosierungstechnik überprüft sowie Grundreinigungs- und Desinfektionsarbeiten in Bereichen durchgeführt werden, die sonst Besuchern zugänglich sind. Derzeit fänden solche Wartungsarbeiten im Stadtbad sowie in den Schwimmhallen Gablenz und "Am Südring" statt. Außerdem würden im Stadtbad die Wasserverteilungsanlage umgebaut und in der Schwimmhalle Gablenz die Toiletten und Duschen vollständig saniert. In der Schwimmhalle "Am Südring" seien Malerarbeiten und der Umbau der Pumpentechnik im Gange.
Das Personal reicht nicht: Das Personal der Abteilung Bäder des Sportamtes, das ansonsten für die Betriebsaufsicht, Reinigung und Pflege sowie Einlass- und Kassendienste in den Schwimmhallen zuständig ist, wird laut Stadtverwaltung während der Freibadsaison fast vollständig in den Freibädern benötigt. Weil es allein nicht ausreicht, muss es dort noch durch zusätzliche Rettungsschwimmer und Badhelfer verstärkt werden. Ausschlaggebend für die Öffnungszeiten sei dabei das zur Verfügung stehende Fachpersonal, das sind Schwimm-Meister und Fachangestellte für Bäderbetriebe. Aus rechtlichen Gründen dürften Rettungsschwimmer oder Badhelfer nicht allein die Bade- und Betriebsaufsicht führen. Außerdem gebe es gar nicht genug Rettungsschwimmer in den Chemnitzer Bädern. Wegen der Haushaltslage der Stadt könne derzeit kein zusätzliches Personal eingestellt werden, um längere Öffnungszeiten in Hallen- und Freibädern abzusichern.
Es ist zu teuer: Das Sportamt ist nicht mit so vielen Haushaltsmitteln ausgestattet, wie für den zeitgleichen Betrieb aller Bäder erforderlich wären. Daher sei es auch aus finanzieller Sicht nicht möglich, die Hallenbäder ganzjährig zu betreiben, heißt es aus dem Rathaus. In den vergangenen Jahren hätten die Schwimmhallen während der Sommerferien zudem sehr oft derart geringe Besucherzahlen verzeichnet, dass es wegen des ungünstigen Verhältnisses von Betriebskosten und Einnahmen wirtschaftlich nicht mehr vertretbar gewesen sei, Hallenbäder während der Freibadsaison offen zu halten.
Öffnungszeiten :
Die Schwimmhalle Bernsdorf hat bis 2. September montags und freitags von 12 bis 18 Uhr sowie sonntags 9 bis 16 Uhr geöffnet. Das Stadtbad hat bis 2. September geschlossen. In den Schwimmhallen Gablenz und "Am Südring" ist bis 2. September kein öffentlicher Badebetrieb.


07:34 Uhr
schnellleserin: ach, das mit dem was wirtschaftlich vertretbar ist oder nicht kan ich zwar durchaus verstehen aber scheinbar wird da auch bei unterschiedlichen Sportstätten und grundsätzlich auch bei unterschiedlichen Ämtern mit sehr unterschiedlichen Maßstäben gerechnet.
Ich weiß, das Ding mit dem Stadion ist gegessen, aber wird neue wirtschaftlicher pro Monat sein (nein ich will nicht schon wieder auf dem Stadion rumhacken, das ist nur die einzige Sportstätte, die ich gerade so einigermaßen zahlenmäßig im Kopf habe)