Die Stars aus der Szene der Volksmusik und volkstümlichen Musik erhielten in der Stadthalle die "Krone" überreicht, so wie hier im Jahr 2009. Doch das Genre hat seine besten Zeiten offenbar hinter sich. Die Stars aus der Szene der Volksmusik und volkstümlichen Musik erhielten in der Stadthalle die "Krone" überreicht, so wie hier im Jahr 2009. Doch das Genre hat seine besten Zeiten offenbar hinter sich.

Foto: MDR/Archiv

Chemnitzer Stadthalle setzt künftig weniger auf Volksmusik

Musik-Sendung "Krone der Volksmusik" wird abgesetzt - Verantwortlichen des Veranstaltungshauses kommt das nicht ungelegen

Chemnitz. Volksmusik war gestern, heute ist Show. So lässt sich der Wandel beschreiben, der sich gerade in der Branche vollzieht. Spürbarste Auswirkung dieses Trends für Chemnitz: Die Sendung "Krone der Volksmusik", die 15 Jahre lang in der Stadthalle produziert wurde, ist abgesetzt.

"Die Sendung wird es nicht mehr in dieser Form geben", sagte Ralf Schulze, Geschäftsführer von C3, Chemnitzer Veranstaltungszentren, zu denen die Stadthalle, die Messe und das Wasserschloß Klaffenbach gehören. "Die Fernsehsender wollen mehr junge Leute ansprechen und eher hin zu klassischen Unterhaltungsshows gehen." Dass es die "Krone" nicht mehr geben wird, bestätigt auch Werner Kimmig, der das Konzept vor 15 Jahren gemeinsam mit den Verantwortlichen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) sowie dem Journalisten und Musikverleger Hans Rudolf Beierlein entwickelte und die Sendung auch seitdem für den MDR produzierte. "Sie war in all den Jahren immer die erfolgreichste Musik-Sendung im deutschen Fernsehen", sagte er. Doch jetzt sei er zusammen mit dem Sender zu der Meinung gelangt, dass Titel und Inhalt nicht mehr übereinstimmen. Oft seien die Künstler nicht mehr aus dem Bereich der Volksmusik oder volkstümlichen Musik gekommen. Nun werden er und die Verantwortlichen des MDR das Konzept grundsätzlich überarbeiten. "Dafür wollten wir uns etwas Zeit lassen."

Der Markt für Volksmusik habe bereits im Jahr 2008 seinen Zenit überschritten, schätzt Ralf Schulze ein. "Klassische Volksmusik ist heute einfach weniger gefragt." Darum gebe es auch im Angebot von C3 immer weniger solcher Konzerte. "Damit können sich die Leute vermutlich nicht mehr so identifizieren", so Schulze. Michael Kynast, Co-Geschäftsführer bei C3, gibt zu bedenken: "Wer heute Senior ist, ist schließlich mit Bands wie den Rolling Stones aufgewachsen."

Der Trend hin zur Unterhaltungsshow lässt sich auch an den Künstlern erkennen. "Dazu zählt zum Beispiel Helene Fischer, die am 22. September in der Arena auftreten wird", sagt Ralf Schulze. Diesen Trend erkennt auch Werner Kimmig. Gemeinsam mit dem MDR produzierte er zum Beispiel im Dezember 2011 die "Helene Fischer Show", die erste Personality-Show im Abendprogramm der ARD. "Damit haben wir diesem neuen Trend Rechnung getragen." Auch Entertainer Florian Silbereisen gehe mit dieser Entwicklung. Seine Reihe "Feste der Volksmusik" heißt zwar noch so, die einzelnen Sendungen tragen aber Titel wie "Das Sommerfest der Abenteuer" oder "Das Frühlingsfest der Überraschungen".

Hat die gute alte Volksmusik ausgedient? Das denkt Werner Kimmig nicht. "Ich glaube allerdings, dass die Grenzen zwischen Volksmusik und Schlager fließender geworden sind." Diesem Trend müsse man eben mit neuen Unterhaltungsformaten gerecht werden.

Für Ralf Schulze ist der Wegfall der Produktion aus der Stadthalle Chemnitz kein Problem. "Wir sehen diese Entwicklung ganz gelassen." Das Programm befinde sich eben im Wandel. Außerdem habe die "Krone der Volksmusik" immer eine Woche lang die Stadthalle belegt. "Da konnte in der Zeit nichts anderes stattfinden." Die freien Tage werden nun von anderen Veranstaltern für ihre Produktionen angenommen. "Jetzt werden wir im Januar mehrere Veranstaltungen im Haus haben, das gleicht es wieder aus."

Vom MDR war zu dem Thema bis Montag keine Erklärung zu bekommen. Auch von der Stadtspitze wollte sich niemand dazu äußern, was die Absetzung der Krone der Volksmusik für Chemnitz bedeutet.

 

 
Seite 1 von 2
Chemnitzer Stadthalle setzt künftig weniger auf Volksmusik
Carmen Nebel und Gunther Emmerlich präsentierten die Gala
 
erschienen am 31.07.2012 (Von Jana Peters)
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
9
(Anmeldung erforderlich)
  • 02.08.2012
    11:48 Uhr

    ramon: Die Stadthalle verlangt übrigens gerade 4 Millionen Nachschlag, um einen Anbau für insgesamt 20 Millionen Euro zu realisieren. Offensichtlich leidet man dort unter schwerwiegendem Realitätsverlust.

    0 1
     
  • 01.08.2012
    23:27 Uhr

    torschro: @schnuffelduffel das war keine Kritik an den Senioren...wenn man aber weiss dass gerade die Krone der Volksmusik Jahr für Jahr immer wieder ein Besuchermagnet war..und gerade Helene Fischer dort schon 2007 aufgetreten ist, dann sind die Begründungen hier im Artikel einfach nur kurzsichtig und schwachsinnig. aber Chemnitz steht nun mal für Fehlentscheidungen, warum sollte das jetzt anders werden

    0 1
     
  • 01.08.2012
    12:24 Uhr

    ramon: @Jothade: Die 4 Millionen Förderung der Stadthalle sind allgemein in Frage zu stellen. Das ist weit entfernt von jeglichen Pflichtaufgaben einer Stadt und muss nicht von städtischer Hand betrieben werden.

    0 1
     
  • 31.07.2012
    23:02 Uhr

    schnuffelduffel: @torschro:
    Bitte gehe nicht davon aus, dass Senioren einfache niveaulose Menschen sind. Dein Äußerung ist regelrecht beleidigend für alle Älteren, welche sich diesen flache sogenannte "Volksmusik" nicht reinziehen wollen. Senior=Volksmusik ist falsch.

    0 2
     
  • 31.07.2012
    18:39 Uhr

    torschro: Chemnitz, die Seniorenhochburg, wendet sich von der Krone der Volksmusik ab. Schäuble auf ein Fahrrad zu setzen, wäre ähnlich schwachsinnig.

    3 1
     

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Wetteraussichten für Chemnitz
Mi

11 °C
Do

14 °C
Fr

10 °C
Sa

15 °C
So

15 °C
präsentiert von
Ärztliche Notdienste

Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiter lesen
 
 
Freie Presse vor Ort

09111 Chemnitz
Brückenstraße 15
Telefon: 0371 656-12101


Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9.00 - 18.00 Uhr, Sa. 9.00 - 11.30 Uhr

weiter lesen
 
Freien Presse Immobilien

Immobilienangebote für Chemnitz und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Chemnitz

Immobilienportal

► Mietangebote

► Kaufangebote

 
Unsere Partner
aok
chursächsische
 
 
 
 
 
 
 
Blumen versenden

Traumhafte Frühlingszeit

Machen Sie einem lieben Menschen eine Freude und überraschen Sie ihn mit schönen Frühlingsblumen.

weiter lesen