Dauerfrost: Abschleppdienst rund um die Uhr im Einsatz
Frost stellt vor allem Autofahrer auf die Geduldsprobe - Auch im öffentlichen Verkehr und bei der Trinkwasserversorgung haperte es
Autopannen: Allein am Montagvormittag seien ADAC-Pannenhelfer 280-mal im Raum Chemnitz ausgerückt, um wegen der Minusgrade liegen gebliebene Autos wieder flott zu machen, sagte Falk Forhoff von der Pressestelle des ADAC Sachsen in Dresden. Das seien etwa doppelt so viele Einsätze wie im selben Zeitraum der vergangenen Jahre. In den meisten Fällen habe der ADAC Starthilfe geleistet, 43 Autos seien abgeschleppt worden. Grund: eingefrorene Dieselfilter - dieses Problem trete meist ab Minus 22 Grad auf, so Forhoff. Wegen der Kälte haben auch die Abschleppdienste in Chemnitz zu tun. "Wir arbeiten seit Donnerstag rund um die Uhr, sonst schaffen wir die Aufträge nicht", sagte Frank Bauta, Geschäftsführer eines Abschleppunternehmens. Die Abschleppdienste würden derzeit etwa dreimal mehr Autos abschleppen als üblich.
Fahrscheinautomaten: Wegen der Minusgrade funktionieren derzeit auch einige Fahrscheinautomaten an den Haltestellen der Chemnitzer Verkehrsbetriebe CVAG nicht. Manche fielen komplett aus, bei einigen sei die Annahme und Verarbeitung der Geldscheine defekt, teilte CVAG-Sprecher Stefan Tschök mit. Fahrscheine könnten aber beispielsweise im Mobilitätszentrum an der Zentralhaltestelle und in den Bussen beim Fahrer gekauft werden. Bei Parkscheinautomaten gibt es aber offenbar keine Probleme - Störungen seien bisher nicht aufgetreten, teilte die Rathaus- Pressestelle mit.
Wasserrohrbrüche: Der Versorger Eins-Energie hat am Montag sechs Rohrbrüche an seinem in der Erde verlegten Trinkwasser-Leitungsnetz gemeldet, zudem zehn Störungen an Trinkwasserleitungen in einzelnen Wohnhäusern, beispielsweise in Kellern, teilte Unternehmenssprecher Christian Stelzmann mit. Zwar dringe Frost selten in 1,20 Meter Tiefe vor, wo die Leitungen in aller Regel verlegt seien. Doch der Boden sei durch den anhaltenden Frost so hart, dass beispielsweise Stöße durch darüber fahrende Lastkraftwagen Spannungen in den Rohrleitungen verursachen könnten. Ein Boden ohne Frost würde diese Stöße dämpfen. Davon abgesehen rät das Unternehmern Hauseigentümern dringend, Kellerfenster geschlossen zu halten, um Rohrbrüche zu vermeiden.
Baustellen: Nachdem bereits Außenarbeiten an mehreren Schulen - darunter an der Pablo-Neruda-Grundschule und am Schulmodell - wegen des Frostes unterbrochen werden mussten, ruhen nun auch die Bauarbeiten auf der Baustelle zur Standort-Sanierung des früheren Chemiehandels an der Werner-Seelenbinder-Straße. Das hat die Pressestelle der Stadtverwaltung mitgeteilt. Zudem seien Tiefbauarbeiten derzeit generell nicht möglich.
Erdbestattungen: Je kälter die Temperatur, desto fester der Boden. Das weiß auch Heike Decker vom Friedhof an der Wartburgstraße. Erdbestattungen müssten im Moment ein bis zwei Tage warten, bis der Boden etwas wärmer und lockerer wird. Das Gesundheitsamt müsse bei einer derartigen Aufschiebung einer Bestattung eine entsprechende Genehmigung erteilen.
Kälterekord: Einen Kälterekord hat am Montag Chemnitz' Nachbarort Dittersdorf gemeldet: Dort sei es am Morgen so kalt gewesen wie im gesamten Winter noch nicht. Hobbymeteorologe Jens Weißbach hat minus 24,1 Grad Celsius gemessen. Diese Temperatur stelle für den Februar die tiefste seit 1985 dar. Insgesamt sei es 2009 letztmalig kälter gewesen. Damals hatte Weißbach in der Nacht zum 7. Januar minus 24,8Grad gemessen. (mit hfn)


