Der TU-Physiker Tommy Markstein erklärt den Besuchern Heidemarie Schwarz mit Enkel Melanie und Karin Schreiter mit Tochter Aline (von links), wie verschiedene Leuchtquellen unterschiedliche Lichtspektren hervorrufen. Das Experiment gehörte zur Station "Wunderland Physik". Der TU-Physiker Tommy Markstein erklärt den Besuchern Heidemarie Schwarz mit Enkel Melanie und Karin Schreiter mit Tochter Aline (von links), wie verschiedene Leuchtquellen unterschiedliche Lichtspektren hervorrufen. Das Experiment gehörte zur Station "Wunderland Physik".

Foto: Andreas Seidel

Der Wissenschaft auf der Spur

Mit einem Parcours ist in Chemnitz das Jahr der Wissenschaft eröffnet worden

Chemniz. Andre Günther beweist Geduld. Er stapelt die Würfelhaufen immer wieder von neuem auf den Waagschalen. Nach mehreren Anläufen hat er das Ziel erreicht: Die Waage steht im Gleichgewicht. Damit hat er eine weitere Station auf der Mathe-Insel geschafft, zehn Rätsel gilt es insgesamt zu lösen.

Der Viertklässler war einer von 500 großen und kleinen Gästen, die am Freitagnachmittag durch das Hauptgebäude der Technischen Universität wuselten. Grund war die Eröffnung des Jahres der Wissenschaft, das aus der Bewerbung um den Titel "Stadt der Wissenschaft" im vergangenen Jahr hervorgegangen ist. Nachdem Chemnitz damals im Finale gescheitert war, entschied die Stadtführung, einen Großteil der geplanten Veranstaltungen in einem Jahr der Wissenschaft dennoch durchzuführen.

Hauptattraktion war am Freitag ein Wissenschaftsparcours: Über das Haus verteilt fanden sich 30 Stationen, an denen die Besucher Experimente durchführen, miträtseln oder sich über die Universität informieren konnten. Zugleich stellten sich auch Partner des Jahres der Wissenschaft vor. So war das Industriemuseum mit einem Teil seiner Sonderausstellung "Vom Gänsekiel zum iPad - Schreibwerkzeuge im Wandel der Zeit" vor Ort.


Mathe-Insel: Um Punkte zu sammeln, müssen die Schüler an zehn Stationen mathematische Rätsel lösen. Die Knobelstrecke soll in den kommenden Monaten an verschiedenen Schulen aufgebaut werden. Thurid Sontag versucht, die Waage ins Gleichgewicht zu bringen, indem sie Würfel von der einen auf die andere Seite legt.
Mathe-Insel: Um Punkte zu sammeln, müssen die Schüler an zehn Stationen mathematische Rätsel lösen. Die Knobelstrecke soll in den kommenden Monaten an verschiedenen Schulen aufgebaut werden. Thurid Sontag versucht, die Waage ins Gleichgewicht zu bringen, indem sie Würfel von der einen auf die andere Seite legt.

Foto: Andreas Seidel

Großer Andrang herrschte im zweiten Stock des Gebäudes. Dort konnten die Besucher die ersten Bausteine zum Erwerb eines Diploms sammeln: Über das Jahr verteilt müssen sechs Puzzleteile gesammelt werden. Wer das schafft, bekommt den Titel und die Einladung zu einer Wissenschaftsparty. Ein Puzzleteil gab es auf der Mathe-Insel, wo die Gäste mindestens sechs von zehn mathematischen Rätseln lösen mussten. Ein zweites Fragment konnte man beim Projekt Wissens-Bilder erwerben: Dort sollten die Besucher ihre Gedanken zu den Themen "Ich und Chemnitz" und "Ich und Europa" aufmalen.

Zur Eröffnungsfeier wurden auch zwei Wettbewerbe gestartet. Unter dem Titel "Chemnitzer Patente" wolle man die Bürger animieren, Erfindungen oder Patente einzusenden, erklärt der Leiter des Wissenschaftsbüros, Urs Luczak. Die besten und verrücktesten Entwicklungen würden am 10. Juni auf dem Smart System Campus ausgestellt. Um kreative Ideen für drei Freiflächen an der Matthes- und Jacobstraße sowie der Straße der Nationen geht es beim Wettbewerb "Querdenken". Die Teilnehmer sollen Konzepte einreichen, wie die Freiflächen langfristig belebt werden können. Für die Umsetzung stehen insgesamt 25.000 Euro zur Verfügung.

Service:

Über 80 Veranstaltungen finden im Jahr der Wissenschaft statt. In den kommenden Wochen stehen folgende auf dem Plan: 7. April, 19 Uhr: erste Lesung im Rahmen der Ringvorlesung "Stadt der Moderne"; 9./10. April: Fachkonferenz Studentische Medientage; 16. April, 10.30 Uhr: Vorlesung in der Wissenschafts-Straßenbahn


Kreativ-Zentrum: In dem Raum im Hauptgebäude der TU können Schüler physikalische Experimente ausprobieren. Das Zentrum ist als Ergänzung zum Unterricht gedacht und steht mehrmals im Jahr für Besuche von Klassen offen. Kai Wehrmuth erklärt Tim Mack, wie Luftströme den kleinen weißen Ball zum Schweben bringen.
Kreativ-Zentrum: In dem Raum im Hauptgebäude der TU können Schüler physikalische Experimente ausprobieren. Das Zentrum ist als Ergänzung zum Unterricht gedacht und steht mehrmals im Jahr für Besuche von Klassen offen. Kai Wehrmuth erklärt Tim Mack, wie Luftströme den kleinen weißen Ball zum Schweben bringen.

Foto: Andreas Seidel

 

 
erschienen am 18.03.2011 ( von benjamin lummer )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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