Doppelstockbetten und harte Stühle
Das Asylbewerberheim ist durch Polizeieinsätze und verhaftete Bewohner ins Gerede gekommen
Alles erinnert an eine Kaserne: Der Komplex am Adalbert-Stifter-Weg kann seine ursprüngliche Zweck- bestimmung nicht verleugnen. Jahrzehntelang war er Teil des großen Ebersdorfer Militärgeländes, auf dem sich königlich-sächsische Truppen, Wehrmacht und Sowjetarmee ablösten und bis heute Polizisten ausgebildet werden.
Im Pförtnerhaus am schweren Schiebetor kontrollieren Mitarbeiter einer Wachschutzfirma jeden Unbekannten. Ein junger Nordafrikaner, modisch gekleidet, kommt vom Gelände geschlendert, grüßt freundlich und zieht eine Chipkarte aus der Tasche. Damit gibt ihm das Drehkreuz den Weg in die Stadt frei. "Die Asylbewerber können rund um die Uhr kommen und gehen, wann sie wollen", erklärt Elke Ising, Mitarbeiterin der Malteser Werke, von denen die Bewohner der Einrichtung betreut werden. Mit der Chipkarte würden aber An- und Abwesenheit registriert, was beispielsweise im Fall eines Brandes wichtig sei, um zu wissen, wie viele Personen auf dem Gelände sein müssten.
Auf dem Hof der Erstaufnahmeeinrichtung schließt der Wachmann eine Tür in einem hohen grünen Metallzaun auf, der das Verwaltungsgebäude vom übrigen Gelände trennt. 24 Mitarbeiter der Malteser Werke, zum Großteil Frauen, kümmern sich am Adalbert-Stifter-Weg um die derzeit etwa 130 hier untergebrachten Asylbewerber - ausschließlich junge Männer aus Tunesien, Libyen, Afghanistan, Pakistan, dem Iran und anderen Ländern.


