Erik Heyden und Julia Luckow waren die einzigen Teilnehmer aus Sachsen. Das Paar ist Landessieger im Standard- und Lateintanz.
Foto: Andreas Seidel
Dresdner Paar zum vierten Mal beim Weihnachtsturnier dabei
Tanzkreis Orchidee organisiert seit fast 20 Jahren Tanz-Wettbewerb in Limbach-Oberfrohna
Limbach-Oberfrohna. Die Haare straff nach hinten gelegt, die Schuhe rutschfest gemacht, am Rücken des Oberteils prangt die Startnummer 6. Erik Heyden ist bereits eine halbe Stunde vor Turnierbeginn fertig. Aber nicht mit den Nerven. "Das Lampenfieber geht zwar sicher nie ganz weg, aber es hält sich in Grenzen", sagt der Dresdner, während er im Saal letzte Dehnübungen macht und auf seine Partnerin Julia Luckow wartet.
Sie sind eines von 13 Paaren und das einzige aus Sachsen, das am Samstag beim internationalen Weihnachtsturnier um den großen Preis der Stadt Limbach-Oberfrohna tanzte. Gewonnen haben die Tschechen Martin Dvorak und Zuzana Silhanova. Auf dem zweiten Platz landeten Robert Magiera und Malgorzata Borsuk aus Polen, den dritten Rang erreichten Denislav Dimitrov und Iliana Staevska aus Bayern.
Trotz der positiven Einschätzung von Veranstaltern und Tänzern waren etwa 350 Gäste, also 100 weniger als im Vorjahr, gekommen, sagte Jürgen Schimmel von der gleichnamigen Chemnitzer Tanzschule. Der Senior führte in gewohnter Weise durch das Programm. "Es ist allgemein ein rückläufiger Besuchertrend bei Turnieren zu erkennen", erklärte Schimmel. Das habe er in diesem Jahr bei Veranstaltungen in ganz Deutschland gemerkt. "Die Leute schauen wohl wieder mehr aufs Geld, obwohl die Eintrittspreise hier in der Stadthalle im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben sind", so Schimmel.
Er habe aber selten so qualifizierte Tänzer wie bei einem Turnier dieser Art gesehen. "Außerdem liebe ich das Ambiente der Stadthalle, es eignet sich einfach besonders gut für Tanzveranstaltungen", sagte er. Er kündigte für den 24. März 2012 einen Galaball im Haus an. Beim Großen Preis von Deutschland sollen im Frühjahr die Profis der Lateinamerikanischen Tänze die Stadthalle besuchen. Internationale Stars, zum Beispiel aus dem RTL-Format "Let's dance", werden dann in Limbach-Oberfrohna zu Gast sein.
"Wir sind schon das dritte Jahr dabei, der Ball ist für uns immer ein Höhepunkt im jährlichen Veranstaltungskalender", sagte Besucherin Ina Weiß. Viele Gäste, darunter Oberbürgermeister Hans-Christian Rickauer, konnten am Samstag selbst in den Pausen tanzen.
Paare aus fünf Nationen zeigten in den Lateinamerikanischen Tänzen ihr Können. Glitzernde Pailletten, fluffige Federboas, bunte Fransen - ein Augenschmaus für die Besucher. "Ich entwerfe meine Kleider meist selbst", sagte Julia Luckow. Sie trug ein rotes mit Kristallen und Straußenfedern besetztes kurzes Kleid. "Die Kristalle werden alle einzeln per Hand angenäht, deshalb sind die Kleider auch sehr teuer", erzählte die Dresdnerin. Bis zu 1800 Euro koste ein Turnierkleid, das eine Schneiderin in dreimonatiger Feinarbeit fertige. Partner Erik hatte es da leichter - schwarze Hose und Rollkragenpullover reichten bei ihm aus. Die beiden 27-Jährigen waren dieses Jahr doppelter Landessieger im Standard- und Lateintanz geworden. "Die Konkurrenz in Limbach ist groß", so Heyden. Er und seine Partnerin waren bereits das vierte Mal zum Weihnachtstanz in der Stadthalle zu Gast. "Das Limbacher Turnier ist nicht das größte, aber eines der schönsten für mich", sagte der Dresdner. Dass eine Band die Musik zum Tanz spiele, sei nicht selbstverständlich. Bei anderen Turnieren komme die häufig aus dem CD-Player.
Erik Heyden und Julia Luckow sind Mitglieder im TSC Excelsior Dresden. Beide arbeiten hauptberuflich in anderen Branchen - er ist gerade mit dem Geografiestudium fertig geworden, sie schreibt als Medizinstudentin an ihrer Doktorarbeit - und gehören damit nicht zu den Professionals, wie die hauptberuflichen Tänzer genannt werden. Das wöchentliche Trainingsprogramm ist trotzdem ein hartes: Fünfmal proben sie ihre Choreografie. Trotzdem genügen die im Schnitt knapp zweiminütigen Auftritte am Abend aus, um gehörig außer Atem zu kommen. "Was den Energieverbrauch betrifft, kann man diese zwei Minuten Tanz mit einem 400-Meter-Lauf vergleichen", erklärte Erik Heyden.


