"Eine kurzsichtige Entscheidung"

Klinikum und Siedlungsgemeinschaft setzen sich bei Oberbürgermeisterin für Erhalt der Flemming-Grundschule ein

Chemnitz. Chemnitz. Um die Flemming-Grundschule vor der angedrohten Schließung zu bewahren, haben sich das Klinikum und die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft (CSG) zu Wort gemeldet. Beide Unternehmen weisen Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig darauf hin, dass sie mit einem familienfreundlichen Umfeld um Mitarbeiter und Mieter werben. Deshalb müsse die Grundschule in Altendorf unbedingt bestehen bleiben.

Barbara Hansel, Familienbeauftragte des Klinikums Chemnitz, bezeichnet die geplante Schließung als "eine herzlose und kurzsichtige Entscheidung". Auf die Arbeitszeiten abgestimmte Kinderbetreuung, ein attraktives Wohnumfeld, eine Grundschule mit Ganztagsangebot in der Nähe - auch mit solchen Standortfaktoren versuche das städtische Krankenhaus, Fachkräfte zu gewinnen und Mitarbeiter dauerhaft zu binden. Natürlich könne das Klinikum die demografische Entwicklung in der Stadt allein nicht beeinflussen. Das Haus habe jedoch "großen Anteil an der Wahrnehmung von Chemnitz als eine liebenswerte und familienfreundliche Stadt", schreibt Hansel an das Stadtoberhaupt. Die Schließung der Flemming-Grundschule würde das Gegenteil davon bedeuten. Sie regt an, über Lösungen zum Erhalt des Standorts nachzudenken.

Auch die CSG will die geplante Schließung "nicht kommentarlos akzeptieren", wie es von Sprecher Alexander Lemke heißt. Die Genossenschaft habe von ihren insgesamt 4700 Wohnungen mit über 2800 mehr als die Hälfte im Stadtteil Altendorf. "Wir investieren in das Flemming-Gebiet, um es weiter zu verjüngen." So sollen mit speziellen Wohnungszuschnitten Familien mit Kindern sowie Studenten und Auszubildende angelockt werden. Angebote wie Kindergärten und Schule bildeten bei jungen Familien ein weiteres Auswahlkriterium für den Wohnstandort.

Dass ab 2015 nicht mehr genügend Kinder da sein sollen, wie es von der Stadt heißt, um erste Klassen zu bilden, sei für Altendorf nicht nachvollziehbar, heißt es von der CSG. Die Kindergärten im Stadtteil seien voll, es gebe Wartelisten. Es soll sogar ein weiterer Kindergarten gebaut werden. Die Genossenschaft bittet die OB, die Schließung der "letzten Schule in unserem Wohngebiet" zu verhindern.

Weil der Stadt Chemnitz ab 2011 etwa 60 Millionen Euro pro Jahr im Haushalt fehlen, soll gespart werden. Die Stadt-Spitze erwägt unter anderem, sechs Grundschulen zu schließen. Neben der Flemming-Grundschule sind dies die Hans-Sager-Grundschule sowie die Grundschulen in Euba, Kleinolbersdorf, Klaffenbach und Mittelbach, an denen sich ebenfalls Widerstand regt.

 
erschienen am 28.05.2010 ( Von Sandra Czabania )
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