Go-Innvelo: Das zweisitzige Dreirad-Fahrzeug mit 10-Kilowatt-Motor soll bis zu 100 Kilometer pro Stunde schnell und mit einer Akku-Ladung etwa 120 Kilometer weit fahren können. Die Akku-Ladezeit soll vier bis fünf Stunden betragen. Geplant sind mehrere Varianten für die private und gewerbliche Nutzung zu Preisen von unter 10.000 bis etwa 17.000 Euro.
Foto: ICM
Elektromobil aus Chemnitz soll in drei Jahren fahrbereit sein
Ingenieure entwickeln Fahrzeug mit Strom-Antrieb
Chemnitz. In drei Jahren soll ein Elektromobil fahrbereit sein, das maßgeblich in Chemnitz entwickelt wird. Möglich machen das 2,09 Millionen Euro Fördermittel, die das Bundesforschungsministerium jetzt einer Gruppe von Unternehmen unter Federführung des Instituts Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau (ICM) bewilligt hat.
Das Geld stammt aus dem 100-Millionen-Euro-Budget des Programms "Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität", aus dem bundesweit insgesamt 40 derartige Vorhaben bezuschusst werden. Beworben hatten sich nach Ministeriumsangaben 150 Projektträger. "Die Antragstellung hat neun Monate Vorbereitung erfordert", berichtet Dr. Sebastian Ortmann, Hauptkoordinator für die Entwicklung beim ICM, wo allein fünf Ingenieure daran beteiligt sind.
Der Name des Projektes lautet Go-Innvelo. "Innvelo lernt laufen", übersetzt Ortmann. Innvelo ist ein Konzept für Elektromobilität in Ballungszentren, an dem das ICM gemeinsam mit Partnern schon seit 2009 arbeitet. "Die Idee dazu kam Udo Stein von der Grünaer Firma Stein-Bike, Günther Rudolph vom Zwönitzer Fahrzeugbauer Rufa und mir beim gemeinsamen Mountainbike-Fahren", erzählt Sebastian Ortmann. Zu dem Konzept, an dessen Realisierung mittlerweile ein ganzes Netzwerk mittelständischer Firmen der Region arbeitet, gehören Elek- trofahrräder für Kurzstrecken bis 2,5 Kilometer, E-Roller für den Fünf-Kilometer-Radius und größere Fahrzeuge für Distanzen bis etwa zehn Kilometer im Stadtverkehr.
Während Elektro-Fahrräder längst auf dem Markt sind und die Entwicklung eines Strom-getriebenen Rollers aus Chemnitz schon weit fortgeschritten ist, fehlt den Beteiligten noch ein zum Konzept passendes Gefährt mit mehr als zwei Rädern. "Es soll leichter und dadurch preiswerter sein als bisher verfügbare Modelle", so Ortmann. Ein solches Fahrzeug soll jetzt mit dem Fördergeld und weiteren rund 1,72 Millionen Euro, die die beteiligten Firmen selbst aufbringen, entwickelt werden. An dem Verbundvorhaben beteiligen sich die Chemnitzer Firmen IMK Engineering (mechanische Konstruktion und Sicherheitstechnik) und Beldrive Engineering (elektrischer Antrieb), Komitec Electronic aus Zwönitz (Fahrzeugelektronik inklusive Steuerung), Reva aus Wernau bei Stuttgart (Akkutechnik), Wätas Olbernhau (Temperaturmanagement für Motor und Akkumulatoren) sowie Rufa Fahrzeugbau Zwönitz. Dort sollen bis 2014 zwei Demonstrationsfahrzeuge unter anderem aus neuartigen Werkstoffen gebaut und erprobt werden. Versorger Eins-Energie will das Projekt mit dem Aufstellen mehrerer Ladesäulen in Chemnitz unterstützen, das damit zu einer Modellstadt in Sachen Elektromobilität werden soll. Titelseite


