Brit Heinrich aus Berthelsdorf möchte ihren jüngsten Sohn Freddie (vorn) in die Mohsdorfer Grundschule einschulen lassen, weil er bereits in der Nähe zur Kita geht und Sohn Max die Burgstädter Mittelschule besucht. Doch da nur eine erste Klasse gebildet werden darf, ist nicht für alle Kinder Platz.
Foto: A. Seidel
Erstklässler darf nicht in Wunschschule
Bildungsagentur will nur eine erste Klasse in der Grundschule Mohsdorf genehmigen
Burgstädt. Eigentlich sollte Freddie Heinrich schon in die erste Klasse gehen. Doch seine Mutter hatte den Sechsjährigen ein Jahr zurückgestellt, weil es 2011 keinen freien Platz in der Grundschule Mohsdorf gab. "Das geht in Ordnung, so kann mein Sohn noch etwas flügge werden. Außerdem hatte ich die Zusicherung, dass es 2012/13 dann mit der Einschulung in Mohsdorf klappt", sagt Brit Heinrich, die mit ihrer Familie in Berthelsdorf, einem Ortsteil von Lunzenau, wohnt.
Sie habe sich bewusst für Mohsdorf entschieden, weil alle Kontakte der Familie nach Burgstädt und dem Ortsteil bestehen. Sie sei dort aufgewachsen, habe Freunde da und gehe in Burgstädt einkaufen. Deshalb habe ihr großer Sohn Max bereits die Mohsdorfer Grundschule besucht und gehe jetzt in die Burgstädter Diesterweg-Mittelschule. Und Freddie werde im nahe gelegenen Kindergarten in Mohsdorf betreut. Doch nun habe die Bildungsagentur Chemnitz einen Strich durch die Rechnung gemacht: Aufgrund der angespannten Situation im Grundschulbereich wird empfohlen, dieses Jahr nur eine erste Klasse zu bilden, hieß es zur jüngsten Stadtratssitzung.
99 mögliche Abc-Schützen
Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es ab Schuljahr 2012/13 insgesamt 99 Abc-Schützen in Burgstädt und Taura. Da die Orte gemeinsam einen Schulbezirk bilden, können die Eltern wählen, wo sie ihr Kind einschulen. 38 Anmeldungen gibt es laut Agentur-Chefin Brunhild Kurth für die Goetheschule Burgstädt, 35 für Mohsdorf und 26 für Köthensdorf. Um eine Klasse bilden zu können, sind 15 Erstklässler notwendig. Maximal dürfen 28 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden. Demnach könnten je zwei erste Klassen in Burgstädt und Mohsdorf sowie eine erste Klasse in Köthensdorf gebildet werden. Allerdings will das die Bildungsagentur nicht genehmigen. Sie begründet die Entscheidung mit einer sehr angespannten Personalsituation im Grundschulbereich. Bei Krankheiten von Lehrern würden die Spielräume für Vertretungen gering, da das Kollegium in Mohsdorf nur aus neun Personen besteht, sagt ein Sprecher der Bildungsagentur.
Vorgeschlagen wird, mit einer Klasse von 26 Schülern in Mohsdorf zu starten. Neun Kinder, die zu viel für eine erste Klasse wären, müssten in der Goetheschule eingeschult werden. Damit ergeben sich für diese Schule 47 Erstklässler.
Für Brit Heinrich ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar. "Ich dachte, wir haben freie Schulwahl. Warum sollen wir gezwungen werden, unser Kind woanders einzuschulen?" Wenn Kinder zusammen aufwachsen, bilden sich Freundschaften. Diese würden damit auseinandergerissen. Außerdem plädiert sie wie andere betroffene Eltern für kleine Klassen. "Da ist ein besseres Lernen möglich", ergänzt sie.
Auch Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler) macht sich für die Mohsdorfer Schule stark. "Wir sind froh, dass wir genug Anmeldungen haben, die Schule ist so saniert worden, dass immer zwei erste Klasse aufgenommen werden können", erklärt er. Er verstehe die Eltern, verweist aber gleichzeitig auf das Kultusministerium und die Bildungsagentur als zuständig. Er habe eine Unterschriftensammlung von betroffenen Eltern erhalten.
Anfang März fällt Entscheidung
Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. "Bevor nicht alle Schuluntersuchungen erfolgt sind, ist es nicht möglich, konkrete Zahlen zur Klassenbildung zugrunde zu legen", sagte ein Sprecher der Bildungsagentur. Doch bisher halte die Behörde am Entschluss fest, nur eine erste Klasse für die Grundschule Mohsdorf zuzulassen. Die Schuluntersuchungen durch den Jugendärztlichen Dienst sowohl in Köthensdorf als auch in der Goetheschule sollen in den Winterferien stattfinden. Danach erfolge die abschließende Sichtung aller Unterlagen durch die Schulleitungen. Geprüft werde die Schulfähigkeit der angemeldeten Kinder. Erst im Nachgang werde entschieden, wie viele Kinder jede Schule aufnehmen kann, so der Sprecher. Dabei würden wichtige Gründe berücksichtigt, wie zum Beispiel bereits eingeschulte Geschwisterkinder oder die Nähe des Wohnortes zur Schule. Anfang März werden Schulleitungen, Stadtverwaltung Burgstädt und Bildungsagentur zur Klassenbildung im Schuljahr 2012/13 beraten. Erst danach werde mit den Eltern gesprochen, sofern das erforderlich sei, so der Sprecher abschließend.


15:14 Uhr
ChemB: Die Eltern brauchen sich gar nicht erst an der Bildungsagentur abreiben - die verwalten nur den Mangel - and die Politiker muss man ran. Den Job von Frau Kurth - selber jahrelang Lehrerin in Burgstädt - möchte ich eigentlich nicht haben. Bekommst nur Kloppe von den Medien und Eltern und die Landesregierung sonnt sich in Dresden im Ruhme der Sparmaßnahmen und Bankenrettungen.