Bald sind Florian und Klara Montessori-Kinder. Die Vorschüler der Kita Sonnenblume, die hier mit Maika Maudrich Zählen üben, werden von einer Lehrerin der Montessori-Schule an den Schulalltag herangeführt.
Foto: A. Seidel
"Erziehungsansätze ähneln sich sehr"
Kita Sonnenblume und Montessori-Verein bereiten gemeinsam Kinder auf Schulalltag vor - Pläne für eine eigene Grundschule geplatzt
Altendorf. Chemnitz. Weil sich keine geeigneten Lehrkräfte gefunden haben, ist das Vorhaben der Firma Megware, eine Grundschule zu eröffnen, gescheitert. Statt dessen werden die Vorschüler des Kindergartens Sonnenblume, den der Chemnitzer Computerhersteller unterstützt, nun auf den Besuch in der Montessori-Schule vorbereitet.
Mit Beginn des neuen Schuljahrs startet die freie Kindertagesstätte "Sonnenblume" eine Kooperation mit dem Chemnitzer Montessori-Verein. Durch regelmäßige Besuche einer Grundschullehrerin der Montessori-Schule in der Kita sollen die Vorschulkinder auf den Schulalltag vorbereitet werden. "Die Lehrerin stellt die Materialien vor, mit denen in der Schule gearbeitet wird und auch die Art und Weise des Lernens", erklärt Maika Maudrich, organisatorische Leiterin der Kita "Sonnenblume".
Es sollen aber auch Montessori-Schüler in die Kita kommen und die Vorschulkinder im Gegenzug einen Blick in die Schule werfen können. Denn, so die Idee hinter der Kooperation: Sonnenblumen-Kinder werden Montessori-Schüler.
"Diese Zusammenarbeit ist unser Plan B", sagt Maika Maudrich. Denn eigentlich sollte es für die Schulanfänger des freien Kindergartens, den ein Elternverein seit 2005 am Hohen Weg betreibt, eine eigene Grundschule geben. Der Chemnitzer Computerhersteller Megware, der die Kita seit fast acht Jahren unterstützt, wollte eine Bildungsstätte errichten, die das pädagogische Konzept des Kindergartens fortführt.
Denn wie sich herausstellte, hatten die ersten Kinder der Kita, die ins schulpflichtige Alter kamen, Schwierigkeiten, eine passende Grundschule zu finden, sagte Dirk Viertel, Megware-Geschäftsführer. Doch die Pläne platzten, weil sich keine geeigneten Lehrer gefunden hätten, sagt Maika Maudrich. Also habe man nach einer Schule gesucht, deren pädagogisches Konzept dem der "Sonnenblume" ähnelt, damit die Kinder weiter so aufwachsen können, wie sie es bisher erlebt haben. Dabei sei man auf den Montessori-Verein gestoßen und habe festgestellt: "Die Erziehungsansätze ähneln sich sehr", so Maudrich.
Pädagogik-Konzepte
In der Kita Sonnenblume werden Kinder als Partner verstanden. Entsprechend begleiten die Betreuer den Nachwuchs bei seiner individuellen Entwicklung. Die Kinder sollen auf eigenen Wegen und in ihrem Tempo zu Wissen und Erkenntnissen gelangen. Die Erwachsenen bieten ihnen die optimalen Bedingungen und Freiräume. In einer altersgemischten Gruppe lernen die Kinder voneinander und helfen einander. Ins Konzept sind Anregungen verschiedener pädagogischer Richtungen integriert.
Die Montessori-Pädagogik, die auf die italienische Ärztin, Reformpädagogin und Philosophin Maria Montessori (1870 bis 1952) zurück geht, steht unter der Aufforderung des Kindes an den Erwachsenen "Hilf mir, es selbst zu tun". Nicht der Lehrer gibt vor, was zu lernen ist. Sondern das Kind zeigt an, was es lernen, womit es sich beschäftigen möchte. Der Pädagoge soll den Lernprozess optimal unterstützen. Das Leitmotiv ist die Pflege der natürlichen Freude des Kindes am Lernen. (scz)
Also nutze man jetzt die jahrelangen Erfahrungen des Vereins mit dem Betrieb einer Schule statt selbst bei Null anzufangen. Der Wechsel auf die Montessori-Schule sei jedoch nicht Pflicht, sagt Maudrich. Eltern können sich auch anders entscheiden. Deshalb nehmen nur drei der aktuell vier Vorschulkinder ab August an der Kooperation mit dem Montessori-Verein teil.


