Attrappen für die Schützen: Selina Selmeci und Johannes Barth vom Bogensportclub Chemnitz-Rabenstein stellen die 3-D-Tiere auf, die am Wochenende als Zielscheibe im Rabensteiner Wald dienen werden. Damit niemand zu Schaden kommt, wird das Gelände abgesperrt.
Foto: Andreas Seidel
Fast 80 Hektar Wald gesperrt
Bogensportclub Rabenstein erwartet am Wochenende 450 Sportler zur deutschen Meisterschaft im Bogenschießen
Chemnitz. Fast 80 Hektar, also 800.000 Quadratmeter Wald in Rabenstein werden von Samstag früh bis zum Sonntagabend gesperrt sein. Grund sind die deutschen Meisterschaften im Bogenschießen, an denen nach Angaben des ausrichtenden Bogensportclubs Chemnitz-Rabenstein rund 450 Sportler teilnehmen werden. "Etwa 100 Warnschilder weisen auf das gesperrte Gebiet hin. Die Pilzsaison geht los. Und wir wollen nicht, dass Leute während des Wettkampfes kreuz und quer durch den Wald laufen", erklärt Udo Schriefers, Vizepräsident des Vereins. Die Sperrungen seien vom Staatsforst genehmigt worden.
Schließlich sollen die Pfeile der Schützen ausschließlich Tierattrappen treffen, die von den Meisterschaftsstartern angepeilt werden. Gezielt wird auf Nachbildungen von Wildschweinen, Hirschen, Rehen, Hasen und auch Fasanen. "Für den Wettkampf haben wir 80 Tierattrappen von einem italienischen Hersteller gekauft. Weltweit gibt es fünf, sechs große Anbieter solcher Produkte. Die Italiener hatten das günstigste Angebot unterbreitet", sagt Schriefers. Für die Meisterschaften sei ein Gesamtetat von 15.000 Euro notwendig, der mit Unterstützung von Sponsoren gedeckt worden sei. "Es ist die größte Veranstaltung dieser Art, die jemals in Deutschland stattgefunden hat", betont der Organisationschef.
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Treffpunkt der Schützen wird die Burg Rabenstein sein. Von dort aus schwärmen sie ins angrenzende Waldgebiet aus. "Geschossen wird an 28 Stationen", so Schriefers. Zur Orientierung der Teilnehmer werden farbige Bänder verwendet. "Wir hatten diese Bänder bereits gespannt. Dann mussten wir jedoch mit Schrecken feststellen, dass sie von übereifrigen Bürgern abgerissen wurden. Also haben wir wieder von vorn angefangen", berichtet der Vereinsvize über Widrigkeiten bei der Vorbereitung.
Zur Absicherung der Titelkämpfe werden seiner Aussage nach etwa 30 der insgesamt 120 Mitglieder des Bogensportclubs im Einsatz sein. Bereits 2009 hatten die Rabensteiner eine deutsche Meisterschaft mit damals 150 Startern veranstaltet. "Wir haben uns dabei nicht dumm angestellt. Auch das Ambiente mit der Rabensteiner Burg hat gestimmt", sagt Schriefers rückblickend. Daraufhin habe der Deutsche Bogensport-Verband angefragt, ob die Chemnitzer die diesjährigen Titelkämpfe ausrichten können.
Wie die Organisatoren informieren, können Besucher die Schützen am Wochenende bei ihrem Sport beobachten. "Wir bieten geführte Touren mit Kampfrichtern durch den Wettkampfbereich an", erklärt Udo Schriefers.


