Auf dem Theaterplatz warten 1200 Plätze auf Besucher der Filmnächte. Um 21.30 Uhr geht es am Freitag mit "Ziemlich beste Freunde" los. Markus Richter (links) und Michael Claus legten am Donnerstag letzte Handgriffe an der Bestuhlung und beim Verpacken der 250 Speziallautsprecher an. Auf dem Theaterplatz warten 1200 Plätze auf Besucher der Filmnächte. Um 21.30 Uhr geht es am Freitag mit "Ziemlich beste Freunde" los. Markus Richter (links) und Michael Claus legten am Donnerstag letzte Handgriffe an der Bestuhlung und beim Verpacken der 250 Speziallautsprecher an.

Foto: Andreas Seidel

Filmnächte in Chemnitz: Museums-Chefin kritisiert Kino-Standort

Direktorin der Kunstsammlungen hält andere Stelle für besser

Chemnitz. Ob die Chemnitzer Filmnächte, die am Freitag auf dem Theaterplatz beginnen, am rechten Ort stattfinden, darüber hat Ingrid Mössinger ihre Zweifel: "Aus dem Blickwinkel des Museums ist das nicht günstig, denn das Kino verstellt uns den Eingang", sagte die Generaldirektorin der Kunstsammlungen. Der Theaterplatz sei schließlich der repräsentativste Ort der Stadt, auf diesen solle man stolz sein und ihn für sich wirken lassen. "In Dresden würden die Filmnächte auch nicht vor der Semperoper stattfinden und auch in München nicht vor den Pinakotheken", sagte sie. "Der Veranstalter benutzt unsere Aura, um seine Marke zu entwickeln." Auch störe sie sich an der Kombination von Oper, Kunstsammlungen und Open-Air-Kino, das ein Derivat von Autokino sei. "Klassische Musik oder eine Skulpturen-Ausstellung würden besser auf den Theaterplatz passen", so Mössinger. Sie betonte, dass sie grundsätzlich ein großer Fan von Open-Air-Kino sei, jedoch den Seeberplatz an der Markthalle als geeigneter empfinde.

Befruchtende Mischung

Der Veranstalter hört zum ersten Mal von dieser Kritik. "Wir wollen uns nicht im Glanz der Kunstsammlungen sonnen", sagte Sprecherin Viktoria Franke. "Wir empfinden das als befruchtend, alle Kunst- und Kulturrichtungen auf einem Platz zu haben."

Der Idee, das Kino auf den Seeberplatz zu bringen, erteilt die Stadt eine Absage: "Er ist für Veranstaltungen nicht geeignet, entsprechende Versuche sind vor Jahren schon gescheitert. Damals hat es sogar ein Klageverfahren gegen die Nutzung gegeben", sagte Stadtsprecherin Katja Uhlemann. Außerdem werde erfahrungsgemäß nicht jeder Ort von den Besuchern angenommen, der Theaterplatz, als einer der schönsten Plätze, gehöre da glücklicherweise nicht dazu.

Filme statt Sommertheater

Die Theater Chemnitz, als ein weiterer Anrainer des Platzes, freuen sich auf die Filmnächte. "Wir finden es eine Supersache, dass der Platz belebt wird", sagte der Referent des Generalintendanten, Fritz Frömming. Eigentlich hatte das Haus die letzte Premiere der Spielzeit, das Stück "Harold and Maude", als Sommertheater auf dem Platz vor der Oper geplant. Das sei nun doch nicht so gekommen, erklärte Frömming. Die Komödie hat am Samstag im Schauspielhaus Premiere, "damit die Filmnächte stattfinden können".

Ebenfalls kein Konfliktpotenzial sieht Christoph Weber, Pfarrer der St.-Petri-Kirche, die sich auch auf dem Theaterplatz befindet. Dass der Platz bespielt werde, finde er positiv, da er sonst meist "tot wirkt". Es gebe keinen sachlichen Grund, warum vor der Kirche keine Filme gezeigt werden sollten. "Wenn es sein muss, zeigen wir auch Filme in der Kirche", so Weber. Im vergangenen Jahr habe der Veranstalter die Kirche gebeten, die Glocken während der Filme abzustellen. Der Kirchenvorstand habe sich jedoch dagegen entschieden. "Von 21 bis 1 Uhr ist der Viertelstundenschlag sowieso abgestellt und der Stundenschlag ertönt mit einer geringeren Lautstärke", erklärte Hans-Jürgen Kutter, ebenfalls Pfarrer der Petrikirche. So werde das auch in diesem Jahr sein.

 

Schönherrfabrik: Während des "Fabriksommers" werden neben Filmen auch Konzerte und die Spiele der Fußball EM gezeigt. Der Einlass zum Kino beginnt um 20.30 Uhr. Der Eintritt kostet 4, ermäßigt 3 Euro. Das weitere Filmprogramm: am Samstag: "Tucker and Dale vs. Evil", Freitag, 6. Juli: "Lammbock", Donnerstag, 12. Juli: "Die Anonymen Romantiker", Sonntag, 15. Juli: "Der Vorleser", Donnerstag, 19. Juli: "The Fighter", 22. Juli: "Das Beste kommt zum Schluss".

Uferstrand: In der Freiluftbar an der Bahnhof-/Ecke Annaberger Straße ist der Eintritt zu den Filmen kostenlos. Vom 6. bis 15. Juli wird täglich ab Einbruch der Dämmerung (voraussichtlich gegen 21.30 Uhr) ein Film gezeigt: 6. Juli: "Das Hochzeitsvideo",
7. Juli: "Lol", 8. Juli: "Hangover 2",
9. Juli: "Working Mum", 10. Juli: "Die unendliche Geschichte", 11. Juli: "Dark Shadows", 12. Juli: "Männerherzen 2", 13. Juli: "Projekt X", 14. Juli: "Stichtag", 15. Juli: "Türkisch für Anfänger".

 
erschienen am 29.06.2012 (Von Jana Peters)
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
15
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  • 04.07.2012
    22:16 Uhr

    torschro: @Peka mit 50 im Osten den Arbeitgeber wechseln...in welcher Höhle hast du denn die letzten Jahre gewohnt?

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  • 04.07.2012
    12:02 Uhr

    PeKa: 809626: Mein Vorschlag, um in Zukunft die Filmnächte sehen zu können wäre, den Arbeitgeber zu wechseln.

    1 1
     
  • 02.07.2012
    10:10 Uhr

    809626: Ich würde sehr gern zu den Filmnächten auf den Theaterplatz gehen. Auch ohne "jung zu sein" (50). Leider kann ich nie: in der Frühschicht muss ich 04.00 raus, in der Spätschicht komme ich zu spät heim und in der Nachtschicht muss ich auf Arbeit. Und an den WE´s bin ich in GRZ. Schade . . . . .

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  • 02.07.2012
    09:16 Uhr

    annemuh: Anstatt sich immer über alle Events, welche in Chemnitz aufgrund vieler Widerstände
    nur schwer umsetzbar sind, aufzuregen, sollte man sich doch endlich mal freuen, was sich in unserer Stadt in letzter Zeit alles so bewegt. Chemnitz entwickelt sich stückchenweise zu einer modernen Stadt, die auch in Zukunft ansprechender für junge Leute ist. Als junger Mensch freut es mich, dass in Chemnitz dieses Jahr so viel los ist und man endlich auch mal den Bedürfnissen der jüngeren Generationen entgegenkommt. Leider habe ich das Gefühl, dass in einer überalterten Stadt wie dieser die ältere Generation glaubt, dass ihre Bedürfnisse durch ihre Überzahl wichtiger sind und ihnen das Verständnis gegenüber anderen Generationen verloren gegangen ist. Ich lebe seit einem Jahr in Italien und das Miteinander der Generationen hier ist sehr respekt- und verständnisvoll. Für Chemnitz wünsche ich mir in Zukunft das gleiche und möchte hier in Zukunft gerne leben, auch gerade wegen den positiven Entwicklungen in letzter Zeit. Weiter so Chemnitz!

    PS: Wer im Zentrum einer Stadt wohnt muss auch mit Lärm 1-4 Mal im Jahr zurechtkommen. In anderen Städten geht das doch auch. Warum nicht Chemnitz?

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  • 30.06.2012
    13:43 Uhr

    torschro: @Pixelghost so schlimm wie in den 80igern wird es schon nicht werden...schliesslich ist Chemnitz hoffnungslos überaltert. wenn man in Chemnitz die Hörgeräte einziehen würde, dann hätte man mit den Batterien wahrscheinlich das Energieproblem von ganz Dtl. gelöst :)

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