Bernd Schulze (links) und Mitarbeiter Wolfgang Ronneburger können mit einer neuen Anlage kleinere Mengen an Baustoffen abfüllen.
Foto: Andreas Truxa
Firma erfindet neuen Baustoff
Unternehmen auf Straßenbau-Bindemittel spezialisiert
Hartmannsdorf. Das Bodenbehandlungszentrum mit 40 Mitarbeitern will ihre Produktionskapazität um 70 Prozent steigern. Möglich soll das durch einen neuen Baustoff werden, den das Unternehmen entwickelt hat. Dazu soll eine Mischanlage im Gewerbegebiet in Hartmannsdorf gebaut werden.
"Wir haben mit Zementherstellern ein Produkt entwickelt, das Bauherren hilft, Kosten zu sparen", sagt Geschäftsführer Bernd Schulze. Noch vor Ende dieses Jahres sollen die Vorbereitungsarbeiten für die Erweiterung des Firmenstandortes und damit für den Bau der Anlage beginnen. Dazu wird das Unternehmen ein rund 2400 Quadratmeter großes Grundstück im Gewerbegebiet kaufen, das unmittelbar an das Firmengelände an der Burgstädter Straße angrenzt.
Fuhrpark mit 65 Fahrzeugen
Der Gemeinderat hatte dem Verkauf in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Spätestens Anfang 2013 soll die Mischanlage in Betrieb gehen. Rund 150.000 Euro will das Unternehmen laut Schulze in das Vorhaben investieren. "Wir sind personell und technisch in der glücklichen Lage, fast alles selbst machen zu können", sagt Schulze. 65 Fahrzeuge - vom Pkw bis zum Laster, Walzen und Bodenfräsen - gehören zur Ausstattung. Auf einem ehemaligen LPG-Gelände an der Ziegelstraße befindet sich die firmeneigene Werkstatt. Gebaut werden soll überwiegend mit eigenen Arbeitskräften zu Jahreszeiten, in denen Aufträge knapp sind.
Die Produktion einer Neuheit selbst in die Hand zu nehmen, hat laut Schulze viele Vorteile. "Für die Bauherren geht es darum, nicht Tausende Kubikmeter Erdaushub abzutransportieren und stattdessen teures Material aus Steinbrüchen und Sandgruben zum Auffüllen kaufen zu müssen", sagt er. Die Tragfähigkeit eines Straßenbelages könne auch anders hergestellt werden. So genüge eine Bodenanalyse und durch das neue, geschützte Verfahren könne nach "eigenem Rezept" Bindemittel bereitgestellt und genau dosiert mit der Bodenfräse an Ort und Stelle eingearbeitet werden. Dieses Verfahren wende das Unternehmen bereits erfolgreich an. Zum Einsatz gekommen sei es beispielsweise beim Bau von Außenanlagen des Sonnenschutzherstellers Warema in Limbach-Oberfrohna und beim Straßenbau im Hartmannsdorfer Gewerbegebiet. Großaufträge kamen für die Autobahn 1 zwischen Hamburg und Bremen, Flughäfen in Dresden und Berlin und die Messe in Berlin.
Noch mehr solle möglich sein, wenn durch die eigene Produktion das Mischungsverhältnis für das Spezialbindemittel genauer bestimmt werden könne und das Warten auf Lieferungen der Vergangenheit angehöre, so der Geschäftsführer. Schulze ist sich sicher, dass mit steigenden Rohstoffpreisen die Nachfrage nach Spezialbindemittel aus der künftigen Mischanlage steigen wird. Ein Umsatz von 5,2 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr solle nicht "das Ende der Fahnenstange" gewesen sein.
Erfolg mit vielen Standbeinen
Nachdem Schulze das Unternehmen 1993 mit zwei Partnern gegründet hatte, verzeichnete er 1994 knapp über 300.000 Euro Umsatz. Annahme und Aufbereitung von Erdstoffen waren das erste Geschäftsfeld. "Die Anschaffung hochwertiger Maschinen und immer speziellere Angebote haben uns voran- gebracht", sagt der Chef.
Die Firma biete heute unter anderem Bodenverfestigung und Wegebau an, behandelt Schlämme und schadstoffbelastete Böden. Auch eine Steinfräse, die Gestein für die Verwendung im Straßenbau zerkleinert, habe die Auftragslage günstig beeinflusst, so Schulze weiter. Ebenso sei es für die Firma von Vorteil gewesen, Restprodukte aus Kraftwerken einzusetzen.


