So soll es einmal in der geplanten Forschungsfabrik des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik aussehen: Blick in den künftigen Karosseriebau im neuen Technopark Süd. Foto: IWU
Forscher bauen Fabrik der Zukunft
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik plant Neubau in Reichenhain
Chemnitz. Chemnitz. Die Erfolgsgeschichte des Forschungs- und Technologieparks Smart Systems Campus nahe der Technischen Universität im Stadtteil Reichenhain soll weiter geschrieben werden. Die Stadträte entscheiden in der kommenden Woche über den ersten Planungsabschnitt für ein neues Gebiet, den Technopark Süd, der sich südlich der TU bis hin zur Werner-Seelenbinder-Straße erstrecken soll.
"Wir hoffen auf eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte des Smart Systems Campus", erklärte Stadtplaner Börries Butenop am Mittwoch die Ziele. "In dem benachbarten Gebiet sollen sich TU, Forschungseinrichtungen am Smart Systems Campus sowie Technologie-Unternehmen ansiedeln können."
Der erste Bauherr steht bereits in der Tür: Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung plant für ihr Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU Chemnitz eine neue Halle. Der Bau auf dem 6530Quadratmeter großen Grundstück soll voraussichtlich im März 2011 beginnen und im Juni 2012 bezugsfertig sein, wie Institutssprecher Heiko Riede am Mittwoch erklärte. Die Planung sei gerade angelaufen.
Die Chemnitzer Forscher wollen dort an einer neuen Forschungsfabrik mit dem Namen "Ressourcen- effiziente Produktion" arbeiten. Forschungsschwerpunkt ist die material- und energiesparende Produktion: "Zusammen mit Automobilherstellern und der mittelständischen Industrie suchen wir nach Fertigungstechnologien, die Energie- und Materialaufwand bei der Automobil-Herstellung um die Hälfte verringern", beschreibt der IWU-Sprecher das Ziel.
Die Energiekosten machen nach seinen Worten in Teilen des Automobilbaus mitunter den größten Kostenfaktor aus. Riede: "Ziel der Forschung ist die ,Quasi-energieautarke Fabrik', die möglichst ohne Energie von außerhalb auskommen soll", sagt Heiko Riede. Durch optimierte Fertigungsprozesse, durch intelligentes Energiemanagement und durch den Einsatz erneuerbarer Energien wolle man diesem Ziel möglichst nahe kommen.
Doch dabei bleibe es nicht, betont der Sprecher: "Fertigungstechniken in Antrieb und Karosserie sollen bis zur Serienreife entwickelt werden", umschreibt Riede den Forschungsauftrag.
Rund 20,25 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Davon entfallen auf den Bau 7,63 Millionen Euro. Finanziert wird das Ganze durch die EU, die Fraunhofer-Gesellschaft, den Bund und den Freistaat. IWU beschäftigt derzeit 380 Mitarbeiter in Chemnitz. In der Modellfabrik sollen laut Riede weitere 53 Wissenschaftler hinzukommen.


