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Bettwäsche und Tücher mit CFC-Logo, das Stadion als Hintergrund, ein Tor gegenüber dem Bett: So sieht der neue CFC-Kreißsaal im Klinikum Chemnitz am Standort Flemmingstraße aus. Die Gestaltung des Raumes stößt nicht nur auf Gegenliebe.

Foto: Andreas Seidel

"Geile Idee" bis "Schwachsinn" - Geteiltes Echo zu CFC-Kreißsaal

Die Gestaltung des Geburtsraumes in den Farben des Fußball-Drittligisten hat für Zuspruch, aber auch viel Kritik gesorgt. Das Klinikum wehrt sich gegen Vorwürfe.

Von Benjamin Lummer
erschienen am 19.04.2017

Er ist in Himmelblau gehalten, bietet eine Stadionansicht und den Blick auf ein Tor bei der Entbindung: der neue CFC-Kreißsaal im Städtischen Klinikum. Bei den Chemnitzern stößt das Zimmer auf geteilte Meinung: Die einen sind begeistert und können die Geburt ihres Kindes oder Enkels in diesem Raum kaum erwarten. Die anderen halten die Gestaltung für eine Zumutung und Geldverschwendung.

Vergangene Woche hatte das Klinikum den Geburtsraum in der Frauenklinik am Standort Flemmingstraße öffentlich vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen der vier bereits existierenden Kreißsäle, der in den vergangenen Monaten in den Farben des Fußball-Drittligisten umgestaltet wurde. Zum neuen Design gehören unter anderem ein Tor gegenüber dem Bett, eine Jalousie mit dem Foto der Community-for-you-Arena und eine Fußball-Lampe. Den Saal hat der Chemnitzer Künstler Robert Reinhold im Auftrag des Klinikums gestaltet. Ganz neu ist die Idee nicht: Unter anderem in Krankenhäusern in Dortmund und Nürnberg gibt es bereits je einen Kreißsaal im Design des 1. FC Nürnberg beziehungsweise von Borussia Dortmund.

Der in der "Freien Presse" erschienene Beitrag zum CFC-Kreißsaal wurde in den sozialen Netzwerken rege diskutiert. Allein auf der Facebook-Seite der "Freien Presse" kommentierten mehr als 600 Nutzer das Vorgehen des Krankenhauses. "Das finde ich geil. Vielleicht wird da unser Enkel geboren", schreibt eine Frau. Eine andere erwidert: "Ich hätte lieber auf dem Gang entbunden als in einem Fußball-Zimmer." Viele Leser reagieren mit schwarzem Humor: "Da kriecht das Kind doch gleich wieder zurück" oder "Da wird der Start ins Leben drittklassig". Andere kritisieren das Vorgehen des Klinikums ernsthaft. Das in die Umgestaltung investierte Geld hätte besser in die Bezahlung oder Ausbildung der Hebammen fließen sollen, fordern mehrere Facebook-Nutzer. "Nicht der Ernst oder? Vielleicht mal lieber in gutes Personal investieren!", schreibt eine Frau.

Das Klinikum wehrt sich gegen den Vorwurf der Geldverschwendung. Das sei "Unsinn", sagt ein Sprecher auf Anfrage und erklärt: "Die Kosten für die Umgestaltung liegen im niedrigen vierstelligen Bereich." Das sei ein deutlich kleinerer Betrag als jener, den das Krankenhaus für Baby-Schlafsäcke ausgebe, die jede Mutter nach der Geburt kostenlos erhält. "Das geben wir jedes Jahr gern aus", sagt der Sprecher. Die Hebammen des Klinikums, ergänzt er, würden nach einem "sehr guten Haustarifvertrag" bezahlt. Sie seien auch in die Entscheidung für die Umgestaltung des Geburtsraumes eingebunden gewesen.

Befürchtungen, dass das Krankenhaus mit der Aktion ein Eigentor geschossen hat und werdende Eltern mit dem Kreißsaal vergrault werden, gebe es nicht. "Wir haben nach reiflicher Überlegung und internen Abstimmungen das Projekt begonnen und umgesetzt", sagt der Sprecher. Außerdem existierten neben dem CFC-Kreißsaal drei neutrale Geburtsräume. "Bei durchschnittlich vier Geburten am Tag muss keine Mutter ihr Kind im CFC-Raum zur Welt bringen. Die Eltern haben die Wahl", verspricht er.

Beim Chemnitzer FC seien zum Großteil positive Reaktionen eingegangen, sagt Vereinssprecherin Nicole Oeser: "Aber das war auch zu erwarten, da unsere Internetauftritte vor allem von Fans besucht werden." Viele Anhänger hätten werdende Väter auf den CFC-Kreißsaal aufmerksam gemacht, berichtet Oeser. Der ist auch erste Adresse für die Spieler des Clubs, wenn deren Frauen entbinden, sagt die Sprecherin. "Sie können aber natürlich auch in ein anderes Krankenhaus gehen. Den Stadionanblick kennen die Spieler ja schon."

Und was sagt eigentlich der Künstler zu seinem Werk? Robert Reinhold spricht von einer Auftragsarbeit mit vielen Kompromissen. "Mit der technischen Umsetzung bin ich zufrieden. Das Motiv ist ein Resultat unterschiedlicher Gedanken."

 
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