Caroline Berger hat am Freitag für die Versicherung die Stelle im Dachstuhl fotografiert, wo der Blitz eingeschlagen hatte. Darunter befindet sich das Kinderzimmer ihres acht Wochen alten Babys Ben Lou.
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"Hauptsache, unserem Kleinen geht es gut"
Dreiköpfige Familie wohnt nach Dachstuhlbrand in Burgstädt bei den Eltern
Burgstädt. Burgstädt. "Alles ist ersetzbar. Hauptsache wir sind gesund", sagte am Freitag Tamas Weiser bei den ersten Aufräumarbeiten nach dem Dachstuhlbrand im Sieben-Familien-Haus an der Chemnitzer Straße 53 in Burgstädt. Dabei hätten die Flammen am Donnerstagabend viel Schlimmeres anrichten können. Sein acht Wochen alter Sohn Ben Lou schlief im Kinderzimmer unter dem Dach, wo der Blitz kurz nach 19 Uhr eingeschlagen hatte. "Ich hatte Ben gerade gestillt und wollte ihn im Schlafzimmer wickeln", berichtete Mutter Caroline Berger, die mit ihrem Freund, dem 32-jährigen Chef der Fleischerei Weiser, erst im Mai in die größere, etwa 80 Quadratmeter große Wohnung im Dachgeschoss gezogen war.
"Ich hörte einen Knall, sah die Flammen und rannte mit Ben Lou, der jämmerlich schrie, nach draußen. Geistesgegenwärtig schnappte ich noch wichtige Unterlagen", erzählte die gebürtige Berlinerin. Der Vater sei gerade beim Joggen gewesen. "Von weitem hatte ich schon die Feuerwehr gehört, dann sah ich die Leiter an unserem Haus, ich ahnte Schreckliches", schilderte Tamas Weiser. In den Gesichtern der Feuerwehrleute habe er aber ablesen können, dass es keine Verletzten gab.
"Wir saßen noch draußen in der Grillecke, das Unwetter hatte sich durch Blitz und Donner angekündigt. Dann hörten wir den Knall. Es ging alles sehr schnell", erklärte Edgar Frischmann. Seine Frau Petra habe die junge Frau mit dem Baby und dem Kinderwagen schnell zum gegenüber liegenden Friseursalon Pfoh gebracht. "Meine Tochter ist mit Caroline befreundet. Ist doch klar, dass wir gleich geholfen haben", sagte die Chefin. "Nachbarin Regina Aey brachte sofort Babysachen für den Kleinen. Es roch alles so schrecklich nach Verkohltem." Beagle-Hund Biene habe sich kurz vor dem Blitzeinschlag schon sehr unruhig verhalten, erinnerte sie sich.
"Wir sind dankbar, dass die Feuerwehr so schnell gekommen ist", sagte Tamas Weiser. Auch die Nachbarn, Freunde und Handwerkerkollegen hätten schnell geholfen. Bis die Wohnung wieder hergerichtet sei, wohnen die Drei wenige Meter weiter entfernt im Haus seiner Eltern, wo sich auch die Fleischerei befindet. "Wir müssen erst mal zur Ruhe kommen. Hauptsache, unserem Kleinen geht es gut", sagte der 32-Jährige. Alle Elektrogeräte seien kaputt, das Löschwasser habe sein Übriges getan. "Zum Glück sind wir versichert. Als erstes kaufen wir für Ben Lou ein paar Babysachen, dann wird schon alles nach und nach", so Caroline Berger. Nachdem das Feuer gelöscht, der Sohn in Sicherheit gewesen sei, habe sie aus der Wohnung noch Fotoalben, Bekleidung und wichtige Geräte geholt. Der Geruch werde so schnell aus der Wohnung nicht verschwinden, ist sie sich sicher.
"Es wird wohl eine Weile dauern, bis die Dachgeschosswohnung wieder bewohnbar ist", sagte am Freitag Thomas Opitz, der Verwalter des Hauses. Neben den Schäden am Dachstuhl müsse man auch das Löschwasser nach und nach entfernen. Das sei auch nicht einfach. "Wir rechnen mindestens mit drei Wochen, bis alles wieder in Ordnung ist. Ich bin vor allem froh darüber, dass keine Personen zu größeren Verletzungen kamen", so Opitz. Das habe mit daran gelegen, dass die Feuerwehr sehr schnell da war. Das konnte Stadtwehrleiter Thomas Döring bestätigen. "Bei Gewitter finden wir uns immer in der Feuerwache ein, um bei einem Brand oder einem anderen Einsatz rasch ausrücken zu können. Das hat uns auch bei diesem Brand einen Zeitvorsprung gebracht", erklärte er. Man sei mit 31 Frauen und Männern gekommen. "Obwohl wir nahezu zwei Stunden im Einsatz waren, hatten wir die Flammen schnell unter Kontrolle", ergänzte er. Ein Lob sprach er dabei den Anwohnern aus. "Sie fuhren schnell ihre Autos vom Hof weg, sodass wir genügend Platz für unsere Löschfahrzeuge hatten." Dennoch mussten 18 Bewohner vorerst evakuiert werden. Diese konnten aber noch am Abend in ihre Wohnungen.
Aufräumen war am Freitag auch in der Wohnung unter den Räumen der jungen Familie angesagt. "Teppiche, Tapeten müssen runter", sagte Katrin Graumitz. "Mein Fernseher ist kaputt gegangen", meinte der siebenjährige Sohn Nick traurig. Nun hofft die fünfköpfige Familie, dass der Schaden schnell ersetzt wird und wieder Ruhe einkehrt. "Wie schnell so etwas gehen kann. Dabei steht das Haus mit anderen gleich hoch an der Straße. Auch der Baum ist höher", erklärte sie.
In mehreren Trupps rückten am Freitag auch die Handwerker an. Denn noch nicht überall lag Strom an, klappte die Heizung nicht, funktionierte die Wechselsprechanlage nicht, waren die Telefone kaputt, mussten Wohnungen getrocknet werden. "Am Donnerstag haben wir das Hauslicht noch abgeklemmt, damit nicht noch mehr passiert", sagte Holger Leonhardt von der Elektrofirma Fuchs. Nun würde nach und nach alles wieder funktionstüchtig gemacht.


