Hochwasseropfer in Erfenschlag vermuteten, dass die Umrandung des Parkplatzes des neuen Netto-Marktes während der Flut wie eine Staumauer gewirkt haben könnte. Laut Stadtverwaltung wurden diese Belange aber beim Bau berücksichtigt und kontrolliert.
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Hochwasserschutz frühestens 2013 komplett
Landestalsperrenverwaltung: Arbeiten könnten sich durch jüngste Flut verzögern -Rathaus verteidigt Marktbau im Überschwemmungsgebiet
Chemnitz. Erfenschlag/Einsiedel. Die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Zwönitz in Einsiedel und Erfenschlag sollten ursprünglich bis zum Jahr 2013 abgeschlossen sein, könnten sich aber durch die Flut vom 7. August verzögern. "Das wissen wir aber jetzt noch nicht", erklärte Sandra Kundel, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung (LTV), der "Freien Presse" auf Anfrage.
Hochwasseropfer an der Erfenschlager Straße in Erfenschlag hatten nach der jüngsten Flut kritisiert, dass sie noch immer unzureichend geschützt seien. Außerdem vermuteten Betroffene, dass der Parkplatz des an ihre Siedlung grenzenden Netto-Marktes bei dem Hochwasser wie eine Staumauer gewirkt haben könnte, die den Pegel in der angrenzenden Senke steigen ließ. "Vielleicht wäre ohne dieses Anstauen das Wasser am Samstagmorgen nicht über die Schwelle ins Erdgeschoss unseres Hauses geflossen", sagte Anwohner Matthias Beyer kurz nach der Flut.
"Nach dem Hochwasser 2002 stand die Beseitigung der Hochwasserschäden erst einmal im Vordergrund, damit die Gewässerbetten und Ufer nicht weiteren Schaden erleiden", erläuterte Sandra Kundel den bisherigen Ablauf. Im Falle der Zwönitz sei es dabei zunächst um die Sanierung der vielerorts zerstörten Ufer gegangen. Nachdem die Schäden beseitigt waren, hätten 2005 die Planungen für besseren Hochwasserschutz an der Zwönitz in Einsiedel und Erfenschlag begonnen. Grundlage dafür sei ein Hochwasserschutzkonzept gewesen, wie es in Sachsen seit 2002 für alle Gewässer erster Ordnung erstellt wurde. Ergebnis: Der Hochwasserschutz in Erfenschlag und Einsiedel soll vorwiegend aus Hochwasserschutzmauern und -wällen bestehen. "Allerdings reicht in den beiden Ortsteilen die Bebauung sehr nah bis an das Zwönitzufer heran, was dem Schutzgrad Grenzen setzt", so die Sprecherin.
Obwohl die Untersuchungen im Vorfeld und die Planungen selbst sehr aufwändig gewesen seien und die meisten Maßnahmen obendrein ein langwieriges Plangenehmigungsverfahren hätten durchlaufen müssen, habe im September 2009 begonnen werden können, die ersten Maßnahmen im Bereich Wiesenufer und Einsiedler Hauptstraße in Einsiedel umzusetzen. Die Projekte an der Erfenschlager Straße in Einsiedel und Erfenschlag sowie an der Rosenstraße in Einsiedel würden derzeit ausgeschrieben. "Hier war der Baubeginn für Ende dieses Jahres geplant", erklärte die Sprecherin. Die Projekte am Inselsteig und Am Zwönitzufer in Erfenschlag, am Wehr, in der Ortsmitte und im Süden von Einsiedel sollten ursprünglich nächstes Jahr starten. Insgesamt habe die LTV Hochwasserschutzmaßnahmen für rund acht Millionen Euro entlang der Zwönitz in den beiden Ortsteilen geplant und wolle sie bis 2013 abschließen. Nach den Ereignissen vom 7. August ist jedoch fraglich, ob dieses Ziel zu erreichen ist.
Zum Bau des Netto-Marktes im festgesetzten Überschwemmungsgebiet teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage mit, dass dieser laut Baugesetzbuch und Sächsischem Wassergesetz zulässig gewesen sei. Am Baugenehmigungsverfahren sei auch das Umweltamt beteiligt worden. "Verlangt wurde, dass keine Geländeaufschüttungen auf dem Baugrundstück vorgenommen werden dürfen", erklärte die Pressestelle des Rathauses. Bei Bau-Besichtigungen sei überprüft worden, dass diese Auflage eingehalten wird. Nach der Fertigstellung des Marktes habe das Umweltamt eine Kontrolle durchgeführt und die ordnungsgemäße Ausführung bestätigt.
Bilder vom Hochwasser
Die aktuellen Pegelstände in Sachsen
Die Daten werden bereitgestellt vom Landesamt für Umwelt und Geologie Sachsen


