Norman Grüneberg Norman Grüneberg sucht 400 bis 500 Schüler und Studenten, die beim Deutschen Musikfest kommendes Jahr im Mai den 15.000 Laienmusikern aus ganz Deutschland die Stadt Chemnitz zeigen wollen.

Foto: Andreas Seidel

Jugendliche als Gastgeber des Deutschen Musikfestes

Schüler und Studenten sollen ihre Schulkenntnisse anwenden und eigene Ideen einbringen

Chemnitz. Norman Grüneberg ist Vorsitzender der Bläserjugend Sachsens. Er hat sich vorgenommen, als Veranstaltungspartner des Deutschen Musikfestes die Gäste angemessen und aufmerksam zu betreuen und die Stadt und die Region bestens zu repräsentieren. Das Deutsche Musikfest findet vom 9. bis 12. Mai kommenden Jahres in Chemnitz statt. Dazu werden etwa 15.000 Teilnehmer und 150.000 Gäste erwartet.

"Wir treten an Schüler und Studenten heran, die dann als Orchesterbetreuer und ständige Ansprechpartner den Gästen hilfreich zur Seite stehen", sagt Norman Grüneberg. Sie alle werden gemeinsam auf das Motto "Ich zeig dir meine Stadt" eingeschworen. Die Jugendlichen sollen selbst Ideen entwickeln und über musikalische Inhalte hinaus zeigen, was ihnen an ihrer Stadt gefällt und was die Gäste unbedingt künftig mit Chemnitz verbinden sollten.

Die Sächsische Bildungsagentur und die Technische Universität (TU) sind mit im Boot. Mit einem Aufruf wandte sich die Bildungsagentur Ende des Schuljahres an Gymnasien und berufsbildende Schulen in Chemnitz und im Umland. Gesucht werden 400 bis 500 Schüler und Studenten ab 16 Jahren, die in die Gastgeberrolle schlüpfen wollen. Anne-Susann Schaaf von der Bildungsagentur erhofft sich zugleich, dass die Freiwilligen dabei Schulkenntnisse - Geschichte und Fremdsprachen - in der Praxis anwenden. Pia Furchheim von der TU plant im kommenden Semester eine Fallstudie mit Masterstudenten zum Thema Eventmarketing. Kreative Ideen sollen dann in Workshops mit Schülern und Studenten weitergetragen werden. Das könnten themenspezifische Stadtrundgänge sein, aber auch Entdeckungen auf den zweiten Blick und eine Schnitzeljagd. "Alles einen Tick moderner" lautet ein Anspruch.

Dass die aktive Gastgeberrolle notwendig ist, war für Norman Grüneberg eine Erkenntnis, die er bei drei Deutschen Musikfesten gewonnen hat. "Orchesterbetreuer, wir wie sie planen, hat es bislang bei keinem Deutschen Musikfest gegeben", sagt er. Früher hätten stets die lokalen Orchester diese Aufgabe übernommen. Grüneberg: "Die Forderung heißt ja nicht: Wie komme ich von der Messe zur Mittagsversorgung, sondern: Welche Angebote kann ich unterbreiten, um die Stadt kennenzulernen und bleibende Eindrücke zu gewinnen." Seiner Erfahrung nach sei jedes Musikfest ein vollgepacktes Event, doch es gebe immer Freiräume, die man nutzen kann.

Grüneberg, der selbst Posaunist ist, vergleicht das Deutsche Musikfest nur allzu gern mit dem Olympia-Gedanken. Es zeige überzeugend, was Menschen jeden Lebensalters in ihrer Freizeit tun. In allen Ecken und Enden einer Stadt zu ziemlich jeder Tageszeit werde musiziert. Man treffe sich auch über die Orchester hinaus, musiziere spontan gemeinsam, lerne Leute kennen. Viele Vergleiche gebe es zum Sport, nur dass hier eben Musik gemacht werde, die Breitenmusikszene in nur jeder denkbaren Spielart vertreten ist, von traditioneller Volksmusik bis hin zum Jazz, so der Musiker.

Es soll ein Fest der Superlative werden, vier Tage Musik auf allen Straßen und Plätzen, mit Wettbewerben, Workshops, einer Musikmesse, einem Festumzug und dem Auftritt des Simon-Bolivar-Jugendorchesters aus Bolivien.

 
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Jugendliche als Gastgeber des Deutschen Musikfestes
Stadt soll zum Konzertsaal werden
 
erschienen am 26.07.2012 ( Von Marianne Schultz )
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