Faszination Malerei: Juliane Heß, Norman Heinig und Julia Salow (von links) betrachten ein Landschaftsbild von Otto Dix. Die drei Studenten waren am Samstag zum ersten Mal im Gunzenhauser-Museum.
Foto: A. Truxa
Jugendliche haben Gunzenhauser fest im Griff
Fünfte Junge Kunstnacht sorgt für Rekordbesuch - Zusammenarbeit mit Theater soll zur festen Institution werden
Chemnitz. Chemnitz. Zum fünften Mal haben der Verein Junge Freunde der Kunstsammlungen am Samstag zur Kunstnacht eingeladen. Ihr Ziel: Mehr junge Menschen für Museumsbesuche zu begeistern.
Der Andrang war gewaltig. Insgesamt über 500 Menschen, mehr als je zuvor, haben sich am späten Samstagabend im Gunzenhauser-Museum von einer einzigartigen Symbiose aus Musik, Tanz und Malerei verzaubern lassen. Phasenweise ging es in den engen Museumsgängen nur im Schneckentempo vorwärts. "Ein kreatives Durcheinander" kommentierte Julia Salow, die sich mit ihren Freunden Juliane Heß und Norman Heinig das Ereignis nicht entgehen lassen wollte, das Geschehen. Es blieb der einzige kleine Kritikpunkt - davon abgesehen zeigten sich die drei Gäste vom Programm sehr angetan.
"Man lässt sich auf die Bilder ein. Wir haben die ganze Zeit über Farben und Formen diskutiert. Auch die Auflockerungen zwischendurch haben uns gut gefallen", so Julia Salow. Damit meinte sie beispielsweise Manfred Blank vom Figurentheater, dessen Handpuppe Florian zu mehreren Gemälden, unter anderem dem bekannten "Abschied von Hamburg" von Otto Dix, allerlei Geschichten einfielen. Julia, Juliane und Norman, alle 19 oder 20 Jahre alt, entsprechen genau dem Zielpublikum, das die Veranstalter ins Auge gefasst hatten. Obwohl das Alter der Besucher im Gunzenhauser-Museum laut Kurator Thomas Bauer-Friedrich im Schnitt "niedriger als im Museum am Theaterplatz oder im Schlossbergmuseum ist", die ebenfalls zu den Kunstsammlungen gehören, sei die Gruppe der 18- bis 35-Jährigen schwer ins Museum zu locken. "Da muss man schon besondere Angebote machen", so Bauer-Friedrich, der sich mit der Resonanz "hochzufrieden" zeigte.
Mario Geißler von den Jungen Kunstfreunden freute sich vor allem über die erstmalige Beteiligung des Theaters: 20 Mitarbeiter gestalteten das Rahmenprogramm und setzten nebenbei auch den Tresor des ehemaligen Bankgebäudes ins richtige Licht. In den durften aufgrund des begrenzten Platzes allerdings nur maximal 20 Besucher gleichzeitig hinein. "Die Zusammenarbeit mit dem Theater besteht seit September und soll, gerade was die Kunstnacht betrifft, zu einer festen Institution werden", so Geißler.

