Junger Adorfer kennt sich sogar mit Hurrikans aus
Zehntklässler Jan Junghans aus Adorf gewinnt sächsische Geografie-Olympiade
Neukirchen. Er weiß sofort, wo die Wüste Tar liegt und kann auch ohne weiteres erklären, wie ein Hurrikan entsteht: Der Zehntklässler Jan Junghans von der Mittelschule Neukirchen hat die sächsische Geografie-Olympiade gewonnen. Rund 14.300 Schüler der siebten und zehnten Klassen aus 236sächsischen Mittelschulen hatten an dem Geo-Wissenstest teilgenommen. Für den Endausscheid in Dresden waren 30Schüler qualifiziert. Das teilte das Kultusministerium in Dresden am Freitag mit.
15-Jähriger fand Test ziemlich schwer
"Ich hatte überhaupt nicht mit einem Sieg gerechnet", sagte der 15-jährige Adorfer am Freitag. Denn in der Endrunde des Wettbewerbs seien die Fragen ziemlich schwer gewesen. Auch sein Geografielehrer Ronald Schinke hatte so ein gutes Ergebnis nicht erwartet: "Ich war ganz von den Socken, als ich gehört habe, dass Jan gewonnen hat."
"Bei manchen Fragen habe ich einfach geraten", so der Schüler. Bei "Was ist Limba?" entschied er sich bei den drei vorgegebenen Antworten gegen die "Sprache in Kamerun" und den "mittelamerikanischen Tanz". Er kreuzte die "tropische Holzart" an - und lag richtig. Neben ihrem Allgemeinwissen mussten die Schüler auch ihre topografischen Kenntnisse unter Beweis stellen. Zudem erstellten sie beispielsweise ein Säulendiagramm zur Bevölkerungsentwicklung in der Welt.
Extra vorbereitet habe er sich auf den Wettbewerb nicht. "Ich hatte anderes zu tun", meinte Jan Junghans. Die Hausarbeit im Fach Ethik sei erst einmal vorgegangen. Und schließlich habe er auch noch seine Hobbys: Volleyball spielen und die Arbeit in der Jugendfeuerwehr Adorf. "An Geo war da nicht zu denken." Dass er beim Landeswettbewerb trotzdem 37 von 45 möglichen Punkten erhalten habe, liege sicher auch an seinem Lehrer Schinke.
Für das Thema Wetter interessiert er sich nicht
Also macht der Geografieunterricht Spaß? "Naja, das hängt vom Thema ab", sagte Jan Junghans. "Topografie finde ich klasse, aber alles, was mit dem Wetter zu tun hat, ist eher langweilig."
Er könne sich nicht vorstellen, mal einen Beruf zu ergreifen, bei dem Erdkunde eine Rolle spielt. Viel lieber möchte der Zehntklässler mit einem Zensurendurchschnitt von 2,0 Mechatroniker oder Werkstoffprüfer in einer Härterei werden. "Sechs Bewerbungen habe ich bisher verschickt", sagte der Jugendliche. "Hoffentlich klappt es auch mit einer Lehrstelle." Die Wüste Tar liegt übrigens in Indien.

