Klinik-Chef wechselt zu Konkurrenz-Konzern
Aufsichtsrat enttäuscht - Klingelhöfer soll Haus vorerst allein weiterführen
Chemnitz. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Städtischen Klinikums Chemnitz, Ullrich Müller, hat sich am Freitag enttäuscht über den Weggang des bisherigen kaufmännischen Geschäftsführers Markus Horneber geäußert. Zugleich bewertete er den Wechsel Hornebers zum Krankenhaus-Konzern Agaplesion kritisch. "Das macht die Situation nicht schöner und hat ein Geschmäckle", so Müller wörtlich. Damit spielte er auf den Umstand an, dass Horneber voraussichtlich im ersten Halbjahr 2012 als Vorstands-Chef zu einem Unternehmen wechselt, das mittelbar an einem direkten Konkurrenten des Chemnitzer Klinikums beteiligt ist. Der Agaplesion-Konzern, der bundesweit über 12.000 Mitarbeiter, 22 Kliniken und 30 Altenheime verfügt, hält auch eine 25-prozentige Beteiligung an der Firma Ediacon, die Eigentümer der Bethanien-Krankenhaus-Gesellschaft ist, dem Träger der Bethanien-Zeisigwaldkliniken in Chemnitz.
Der Weggang Hornebers behindere allerdings nicht die Arbeit des Städtischen Klinikums, fügte der Aufsichtsrats-Chef hinzu. Das Haus könne in Ruhe weiterarbeiten und werde seinen Weg als kommunales Gesundheitszentrum machen.
Horneber selbst sieht in der Minderheitsbeteiligung seines neuen Arbeitgebers am Chemnitzer Bethanien-Krankenhaus nach eigenen Worten kein Problem. Dem Aufsichtsrat sei dieser Umstand bekannt, so Horneber. "Es ist Zufall, dass sich eines der 22 Krankenhäuser von Agaplesion in Chemnitz befindet."
Der gebürtige Nürnberger Markus Horneber hatte die Stelle in Chemnitz am 1. April dieses Jahres angetreten. Nach seinem in dieser Woche angekündigten Ausscheiden wird das Klinikum bis zur Berufung eines Nachfolgers durch den Medizinischen Geschäftsführer Jürgen Klingelhöfer allein geführt. Das hat der Aufsichtsrat am Freitag beschlossen. Wann über Hornebers Nachfolge entschieden wird, ist derzeit noch offen. (mit su)


