Der Bunker war bekannt für Konzerte mit alternativen Bands - so wie im August 2009 The Creepshow aus Kanada. Jetzt bleibt der Klub am Rosenplatz bis auf Weiteres geschlossen.
Foto: M. Zwarg/Archiv
Klubsterben in Chemnitz: Auch der Bunker bleibt vorerst geschlossen
Eigentümer GGG und Betreiber kündigen Vertrag - Unterirdisches Bauwerk soll verkauft werden
Chemnitz. Chemnitz. Nach dem Aus für den Cube Club an der Straße der Nationen und der Diskothek "Flowerpower" an der Brückenstraße in Chemnitz hat nun ein zweiter Klub in der Stadt seine vorläufige Schließung bekannt gegeben. Wie Betreiber Mario Forberg der "Freien Presse" bestätigte, werden im Bunker am Rosenplatz bis auf Weiteres keine Veranstaltungen mehr stattfinden. "Wir haben den Vertrag mit der Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft in beiderseitigem Einvernehmen gekündigt", so Forberg. Der 42-Jährige hofft dennoch auf eine Lösung für das Bauwerk. Gespräche dazu mit der GGG liefen, so Forberg.
Der Bunker am Rosenplatz ist ein in Chemnitz einzigartiger Veranstaltungsort, da sich die Räume komplett unter der Erde befinden. Beliebt ist das Bauwerk vor allem bei Punk- und Independent-Bands. Gäste im Bunker waren schon Knorkator, Herbst in Peking oder Abwärts - die Gruppe des Ärzte-Bassisten Rodrigo González. In dem Klub finden bis zu 200 Besucher Platz.
Als Grund für das Scheitern nannte Forberg die sinkende Zahl von jungen Leuten in Chemnitz. "Die Stadt blutet aus", sagte er. Die Kosten für die Bands oder für den Rechteverwerter Gema blieben aber gleich hoch; irgendwann gehe die Rechnung nicht mehr auf.
Forberg will nun versuchen, einen Verein zu gründen, der die Trägerschaft des Bunkers übernimmt. Gespräche dazu gebe es auch mit den früheren Betreibern des Cube Clubs. Möglich sei auch, dass der Verein das unterirdische Bauwerk von der GGG kauft. Das städtische Unternehmen möchte den Bunker loswerden, sagt Forberg.
Die GGG selbst bestätigt die Verkaufsabsicht. "Es ist richtig, dass seitens der GGG ein Verkauf der Bunkeranlage am Rosenplatz angestrebt wird", teilte Sprecher Erik Escher mit. Betrieb und Bewirtschaftung gehörten nicht zum Kerngeschäft des Wohnungsunternehmens, begründete er.
Laut GGG gebe es zurzeit keine Nutzung der rund 170 Quadratmeter großen Anlage. Im Ergebnis einer Prüfung durch die Feuerwehr seien Auflagen erteilt worden, die als Voraussetzung für eine weitere Nutzung erfüllt werden müssten und mit Investitionen verbunden sind.
Davon will sich Mario Forberg nicht abschrecken lassen. Er ist zugleich Inhaber des "Subway to Peter" an der Peterstraße auf dem Sonnenberg und organisiert dort Konzerte von Punk bis Rock. Auch vom Subway will sich Forberg zurückziehen - zumindest auf dem Papier. "Es wird dort einen Eigentümerwechsel geben, aber für die Organisation der Konzerte bleibe ich weiter zuständig." Spekulationen über eine mögliche Schließung des "Subway to Peter" seien falsch. Forberg: "Ich werde dafür sorgen, dass das Subway weiter läuft."


