Helmut Ries (links) und Gerhard Stricker erneuern den Kanonenhof am Schloss Wolkenburg. Mit der 420.000 Euro teuren Instandsetzung soll der Weg rund ums Schloss passierbar werden. Die SPD fordert für Limbach-Oberfrohna und das Schloss ein Tourismuskonzept. Doch der Verband in Zwickau hat eigene Pläne.
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Konzept für Wolkenburg gesucht
Opposition fordert Fremdenverkehrsplan für Limbach-Oberfrohna
Limbach-Oberfrohna. SPD-Stadtrat Jesko Vogel hat eine Vision. Er möchte für die Stadt ein regionales Fremdenverkehrskonzept erstellen lassen, weil er eine ganzheitliche Konzeption für die zahlreichen Angebote vermisst. Im zuständigen Ausschuss kam es vorerst zu einem Kompromiss. Bürgermeister Lothar Hohlfeld erklärte dazu: "Wir haben vereinbart, im ersten Quartal ein Gespräch zwischen Verwaltung und Stadtrat zu führen, um zu klären, wie das Konzept überhaupt aussehen soll." Mehr könne er zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht sagen.
Vogel fordert, dass Wander- und Radwege, Schloss Wolkenburg mit Park, die noch erhaltenen Dorfbebauungen der Ortsteile, die technischen und bergmännischen Denkmale und die Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Esche-Museum, Stadthalle, Tier- und Stadtpark sowie das Teichgebiet ganzheitlich betrachtet und eine gemeinsame Entwicklung vorgezeichnet werden sollte. Es gehe ihm dabei nicht nur um eine einheitliche Vermarktung und Verknüpfung der Angebote, sondern in erster Linie um Maßgaben für langfristige Investitionsentscheidungen, Orientierung über Folgekosten und Festlegung von Qualitäts- und Angebotsstandards durch den Stadtrat, so Vogel. Das bisherige Entwicklungskonzept der Stadt (Insek) würde dies noch nicht erfüllen.
Doch der Verband Tourismusregion Zwickau sieht das Ansinnen skeptisch, weil sich gerade um diese Themen der Verein kümmere. "Unser Tourismuskonzept ist auch ein gutes Handbuch für Limbach-Oberfrohna", sagte Geschäftsführerin Ina Klemm. Limbach-Oberfrohna finde sich in allen vom Verband behandelten Themen und Produkten wieder. "Aus diesem Grunde halte ich es eher für sinnvoll und sehr wichtig für die Stadt, diese Themen schlagkräftig zu untersetzen, sich in dieses Konzept zu integrieren und gegebenenfalls auch mit Co-Produkten oder Auskopplungen zu arbeiten", so Klemm. So sei mit Unterstützung der Stadt an der Gerhard-Hauptmann-Mittelschule ein Neigungskurs für die achten und neunten Klassen entstanden. Dabei wurde eine jugendorientierte Stadtführung erarbeitet. Ein weiteres Projekt seien Zoo-Lotsen im Tierpark. Damit bringe sich Limbach-Oberfrohna in das Tourismuskonzept der Gesamtregion weiter intensiv ein. So sei die Stadt mit allen ihren Sehenswürdigkeiten in den Werbe-Produkten des Verbandes vertreten. Als Beispiele nennt Ina Klemm einen Freizeitkatalog, die Schatzkarte der Textilmuseen sowie Schlösser- und Wandertouren, in dessen Schloss Wolkenburg und die Region Limbach-Oberfrohna beschrieben werden. Der Verein sei auf 20 Messen vertreten. Geworben werde auch im Internet. "Das Limbomar hat die meisten Zugriffe", so Klemm.
Vogel begrüßt die Konzentration der Bemühungen, sieht durch die Öffentlichkeitsarbeit aber nur einen kleinen Teil seiner Intentionen abgedeckt. "Der Tourismusverein ist aus seiner Sicht weder fiskalisch noch fachlich in der Lage, langfristige Linien für ein einzelnes Mitglied zu entwickeln." Dies sei angesichts der sich verschlechternden Finanzausstattung der Kommune Aufgabe der Verwaltung und des Stadtrates.


